Heinsberg: Alkoholkonsum bei Jugendlichen steigt drastisch

Heinsberg : Alkoholkonsum bei Jugendlichen steigt drastisch

„Wir planen die Jugendschutzkontrollen stets gemeinsam mit dem Jugend- und Ordnungsamt der jeweiligen Kommunen”, erläutert Franz Heinrichs, Leiter des Kommissariates Vorbeugung im Kreis und gleichzeitig Jugendbeauftragter.

„Die Bereitschaftspolizei kann für den Einsatz in Großobjekten an den Wochenenden bei Bedarf hinzugezogen werden. In der Regel wird jedoch in drei- bis fünfköpfigen Teams mehrmals im Monat kontrolliert.” Selbstverständlich schweife das Auge des Gesetzes nicht nur durch die Diskotheken im Kreis. Auch Gaststätten, Stoppelfeld-Feten oder sogenannte „Deep-Partys” mit niedrigen Alkoholpreisen stünden im Visier der Beamten.

Grundsätzlich, so erklärt Heinrichs, dürften Jugendliche unter 16 Jahren nicht alleine in eine Diskothek oder Gaststätte - unter 18 Jahren dann maximal bis Mitternacht. Auch dürfte kein Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren ausgeschenkt werden.

Bei den Unter-18-Jährigen dürften es keine brandweinhaltigen Getränke sein. „In Begleitung der Personerziehungsberechtigten sind die Altersregelungen allerdings ausgehebelt.” Selbst das Trinken von „weichen” Alkoholika dürfe dann erlaubt werden.

Egal ob Gaststätte oder Diskothek, wenn Jugendliche zur „Unzeit” aufgegriffen würden, bedeute dies für den Geschäftsbetreiber: zahlen! „Nach einer gemeinsamen Vereinbarung mit den Ordnungsämtern werden 50 Euro pro angetroffenem Jugendlichen erhoben. Im Wiederholungsfall kann dieser Betrag höher ausfallen - das Doppelte ist durchaus üblich.

Bei beharrlichem Zuwiderhandeln riskieren die Betreiber sogar den Entzug ihrer Konzession. Manche Disko-Betreiber scheinen es darauf anzulegen.” Einen anderen traurigen Trend konstatiert Heinrichs: „Heute konsumieren Jugendliche weit hemmungsloser Alkohol als noch vor zehn Jahren. Das ist ein ganz massives Problem.”