Erkelenz: Aids-Infos stören Weihnachtseinkauf

Erkelenz : Aids-Infos stören Weihnachtseinkauf

Mit einem gemeinsamen Infostand waren der AWO-Aids-Beratungs- und Hilfsdienst und eine Mönchengladbacher Selbsthilfegruppe auf dem Erkelenzer Nikolausmarkt präsent.

Die Aidsberaterin Renate Kaspar freute sich am Vortag des „Welt-Aids-Tag” über die tatkräftige Unterstützung von rund 20 Schülern in drei „Schichten” der Oberstufen des Cusanus-Gymnasiums.

Die Schüler machten allerdings auch weniger erfreuliche Erfahrungen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement. Während sie mit Info-Material und dem Verkauf von Benefizlosen auf die großen Gefahren durch den HIV-Virus und Aids aufmerksam machen wollten, wurden sie immer mit unschönen und abfälligen Bemerkungen konfrontiert. „Da wollen wir nichts von wissen!” oder „Da haben wir nichts mit zu tun!” gehörten schon zu den freundlicheren Kommentaren.

„Es ist für die jungen Leute nicht gerade ermutigend, so behandelt zu werden”, dankte Renate Kaspar ihnen umso mehr für ihren couragierten Einsatz. Es gab auch positive Resonanzen von Leuten, die nicht ihre Adventsidylle gestört sahen.

Immerhin konnten für rund 500 Euro Lose verkauft werden, womit Hilfen für bedürftige vom HIV-Virus und Aids betroffene Personen geleistet werden. Die Schüler setzten ein Zeichen, in dem sie sich in aller Öffentlichkeit für die Informations- und Vorbeugungsarbeit der Aidsberatung einsetzten und ihre Freizeit opferten.

Die Notwendigkeit belegen aktuelle Zahlen, wonach allein in Nordrhein-Westfalen rund 9000 Personen mit dem HIV-Virus infiziert sind und von einer wesentlich höheren Dunkelziffer ausgegangen wird.

Der Aids-Beratungs- und Hilfsdienst der AWO wird deshalb auch in Zukunft öffentliche Veranstaltungen und Märkte nutzen, um für den Appell zu werben: „Gib´ Aids keine Chance!”