Wassenberg: Ahorn Zeichen der Versöhnung

Wassenberg : Ahorn Zeichen der Versöhnung

Ein kleiner Ahorn-Baum auf dem jüdischen Friedhof bildet seit dem 10. November 2004 eine weitere Brücke zwischen Wassenberg und Kanada, dem Wohnort von Walter Reis, einziger überlebender des Holocaust auch in Wassenberg.

Dieser 66. Gedenktag, der an das Niederbrennen der Wassenberger Synagoge im Jahre 1938 erinnert, bleibt ein besonderer Gedenktag.

Die Klasse 8.3 der Betty-Reis-Gesamtschule - auch „Ahorn”-Klasse genannt - pflanzte mit vereinten Kräften in unmittelbarer Nähe des Grabsteines der Familie Reis den kleinen Baum, der aus dem Garten von Walter Reis in Kanada stammt.

Barbara Kaiser, die frühere Didaktische Leiterin der Betty-Reis-Gesamtschule, brachte ihn im September 2001, wenige Tage nach dem Terror-Angriff auf New York, von einer Besuchsreise bei Familie Reis mit nach Wassenberg. In ihrem Garten bekam der Setzling Wurzeln, schlug aus und bildete die typischen Ahorn-Blätter, die auch in der Nationalflagge Kanadas zu sehen sind.

Zusammen mit ihrem Lehrer Sepp Becker und Karl-Heinz Geiser vom Heimatverein Wassenberg gruben die kräftigsten Jungen der Klasse das Pflanzenloch im harten Wiesengrund. Das Bäumchen soll hier zum Baum werden und zusammen mit den vielen kleinen Steinen auf dem Grabstein der Familie Reis ein bleibendes Zeichen der Erinnerung und des Friedens sein.

Gedenkstätte

Im Anschluss an die Pflanzung besuchten die Schüler und Schülerinnen die Gedenkstätte in der Synagogengasse, in der eine Tafel an den Standort der am 10. November 1938 niedergebrannten Synagoge erinnert.

Die endgültige Sicherung des Mauerrestes und die Gestaltung einer Erinnerungsstätte ist das besondere Anliegen von Bürgern der Stadt Wassenberg, die besorgt sind nach dem Abbruch zahlreicher Häuser als Folge von Bergschäden im Vorjahr.

Karl-Heinz Geiser erinnerte bei diesem Gedenken an die Ereignisse des 10. November 1938, als auch Schulkinder an die rauchenden Trümmer geführt wurden, um ihnen das Auslöschen der jüdischer Mitbürger und ihres kleinen Bethauses zu demonstrieren.

Mit der Klasse 8.3. kamen am gleichen Tag noch mehrere Klassen der Betty-Reis-Gesamtschule zum Gedenktag in die Synagogengasse.