Kreis Heinsberg: Ahnenforschung kann zur wahren Sucht werden

Kreis Heinsberg : Ahnenforschung kann zur wahren Sucht werden

Die Ahnenforscher trafen sich im Korbmachermuseum in Hückelhoven-Hilfarth, um sich auszutauschen und gegenseitig auf die Sprünge zu helfen. Eingeladen hatten Sibylle und Werner Cremer aus Tüschenbroich, zwei der führenden Köpfe der hiesigen Genealogen.

Rund 15 Berater standen den Fragenden mit Rat und Tat zur Seite. Einige Fragen zur eigenen Abstammung konnten vor Ort geklärt werden, bei anderen sind weitere Nachforschungen nötig. Die Cremers haben auch eine Mailingliste für den Kreis Heinsberg aufgebaut, in der sich rund 700 Mitglieder regelmäßig und unentgeltlich austauschen. Denn die heimischen Ahnenforscher wollen kein Geld für ihre Bemühungen.

Dachorganisation der hiesigen Ahnenforscher ist die „Westdeutsche Gesellschaft für Ahnenforschung”. Die Erforschung der eigenen Familiengeschichte ist seit der Verbreitung von Internet und digitalen Medien auf dem Vormarsch. „Was früher nur sehr schwierig und auf dem langwierigen Postweg ging, ist heute durch die Vernetzung viel einfacher geworden”, erklärte Werner Cremer. Trotzdem gebe es immer einen Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht. Denn viele der Kirchenarchive, aus denen man seine Informationen beziehen kann, sind im Laufe der Zeit durch Krieg oder Brände verloren gegangen.

Die Suchenden lassen sich von solchen Problemen jedoch nicht entmutigen und forschen weiter. Dabei spielt der Austausch der Forschungsergebnisse unter den Ahnenforschern eine große Rolle. Meist wird von der Gegenwart aus rückwärts vorgegangen. In den seltensten Fällen gelingt ein Einstieg in das Thema durch Zufallsfunde. In einem waren sich die Anwesenden einig: Ahnenforschung kann zur Sucht werden. Ergebnisse, die bis ins tiefste Mittelalter zurückreichen, sind keine Seltenheit. In Hilfarth gab es neben Informationen und Druckschriften auch nützliche Software wie „Gen_plus”, ein Spezialprogramm für alle gängigen Computersysteme.

Der Kontakt zum Korbmachermuseum kam durch Paul Nobis zustande, der in dem Angebot eine Ergänzung zur eigenen Arbeit sieht. Denn auch bei den Korbmachern gibt es einen Arbeitskreis, der sich mit der Erforschung der Abstammung Hilfarther Bürger befasst. Der Mailingliste kann man kostenlos beitreten. Die Organisatoren Sibylle und Werner Cremer sind erreichbar unter Tel.: 02434 - 78 15, E-Mail: mailto:sibylle.cremer@t-online.de. Zudem treffen sich die Ahnenforscher jeden dritten Dienstag im Monat ab 19.30 im Tüschenbroicher Pfarrheim.