Wassenberg: AfD-Kandidat Navel hofft auf eine 10 vor dem Komma

Wassenberg : AfD-Kandidat Navel hofft auf eine 10 vor dem Komma

Hermann Navel ist voller Zuversicht. Hatte er bei der letzten Bundestagswahl 2013 als Bundestagskandidat der AfD gerade mal 2,3 Prozent der gültigen Wählerstimmen im Kreis Heinsberg auf sich vereinen können, so glaubt er jetzt an eine 10 vor dem Komma. Und nicht nur das.

Die Tage, an denen die anderen Parteien es sich leisten könnten, eine Koalition mit der AfD kategorisch auszuschließen, seien spätestens dann vorbei, wenn diese es schaffe, im Bund die 15-Prozent-Marke zu knacken, sagt er. „Eine große Koalition wäre der Tod der SPD und eine aus Linke, FDP und Grüne kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“

Navel kann auf Nachfrage unserer Zeitung auch nicht nachvollziehen, wieso der AfD immer wieder unterstellt werde, sie habe kein wirklich regierungsfähiges Politkonzept, sondern spiele mit den Ängsten der Menschen, zum Beispiel im Hinblick auf die Flüchtlingsfrage oder die innere Sicherheit. „Die AfD ist gegründet worden, da gab es noch keine Flüchtlinge“, sagt Navel. „Wir waren schlicht gegen den Euro, hatten da unsere Bedenken. Die AfD ist also keineswegs eine Ein-Themen-Partei. Schlechter als die jetzige Regierung können wir es nicht machen.“ Wie er das konkret meine? „Die Eurokrise wird schlecht gemanagt.

Ich gebe dem Euro keine Zukunftschance. Wir können nicht unbegrenzt Geld drucken, dem muss ja irgendwo eine Wirtschaftsleistung entgegenstehen — und das sehe ich nicht.“ Auch die Flüchtlingskrise „ist voll in die Hose gegangen“. Und was die Energiewende betreffe, „sie ist nicht wirklich eine. Es wird nicht möglich sein, mit der Technik aus dem Mittelalter, sprich ,Windmühlen‘, unsere Zukunft zu gestalten“, ist der gelernte Elektrikermeister sicher. Navel sieht übrigens Wasserstoff als den Energieträger der Zukunft an.

Auch in puncto Sicherheit zeigt der 69-jährige Rentner klare Kante: „Die Grenzen müssen geschlossen werden. Ein Staat, der seine Grenzen aufgibt, gibt seine Staatlichkeit auf.“ Navel favorisiert eindeutig „Deutsche Leitkultur statt Multikulti“. Und: „Die Regeln der Zuwanderung bestimmen wir!“ Punkt.

Bezogen auf den Kreis Heinsberg hat der Senior auch schon eine Idee, um die Sicherheit zu erhöhen. „Ich habe ein Vorliebe für den so genannten Ortsbullen, der durch den Ort geht und auf alles ein Auge hat. Da soll mir doch keiner erzählen, dass so eine Einrichtung aus Kostengründen nicht möglich sei.“ Die Aspekte, die Hermann Navel nach eigenem Bekunden bewegen, reichen von der Volksabstimmung nach Schweizer Vorbild bis hin zur Abschaffung der Zeitumstellung. Stets einfach, kurz und griffig formuliert. Ob er damit auch die Wähler in den Griff bekommt, wird sich zeigen.