Kreis Düren: Ärzte und Kliniken auf möglichen Ebola-Fall vorbereitet

Kreis Düren : Ärzte und Kliniken auf möglichen Ebola-Fall vorbereitet

Kaum ein Wort fand sich in den vergangenen Wochen derart häufig in den Medien wieder wie Ebola. Die oft tödlich verlaufende Krankheit, an der in Afrika schon einige Tausend Menschen gestorben sind, ist auch in Europa derzeit ein Dauerthema. Stellt sich die Frage: Wie ist der Sachstand im Kreis Düren?

Dr. Norbert Schnitzler leitet das Kreisgesundheitsamt, bei ihm laufen die Fäden zusammen. Er berichtet: „Das Robert-Koch-Institut gibt klare Vorgehensweisen heraus, an die wir uns halten und die wir weitergeben müssen.“ So wurden alle Ärzte im Kreis Düren informiert, ebenso die Krankenhäuser und der Rettungsdienstleiter. Norbert Schnitzler: „Zudem haben wir alle Bürgermeistern der 15 Kommunen schriftlich informiert.“

Die Ansteckungszeit von Ebola beträgt maximal drei Wochen. Kommt jemand zum Arzt oder in ein Krankenhaus, der typische Symptome wie 39,5 Grad Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen aufweist und sich in den vergangenen 21 Tagen in einem afrikanischen Land aufgehalten hat oder mit einem Ebola-Patienten in direkten Kontakt gekommen ist, greifen die Verhaltensregeln.

Der Arzt muss sofort die Behörden informieren, den Kontakt zum Verdachtsfall minimieren und mögliche Kontaktpersonen ermitteln. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes und das Gesundheitsamt werden eingeschaltet. Unverzüglich wird dann das Kompetenzzentrum in Düsseldorf alarmiert. Bundesweit gibt es sieben solcher Kompetenzzentren für hoch ansteckende Patienten, wie ein Ebola-Patient einer ist.

Nur einmal habe ein Arzt in den vergangenen Wochen beim Kreisgesundheitsamt in Düren angerufen und um Rat gefragt, so Norbert Schnitzler. Wie sich schnell herausstellte, konnte es sich bei dem Patienten, einem Mann aus Nigeria, aber nicht um einen Ebola-Fall handeln.

Norbert Schnitzler: „Die mögliche Ansteckungszeit lag bei diesem Nigerianer schon sieben Wochen zurück.“ Der Leiter des Gesundheitsamtes winkt ebenfalls ab, geht es um die Sorge, dass Asylbewerber zunehmend Ebola nach Europa transportieren könnten. Die Anreise aus den fernen Ländern überschreite in der Regel die Inkubationszeit. Auch würden die Einreisenden in den Aufnahmelagern untersucht. Denn nur über direkten Kontakt und Körperflüssigkeiten ist eine Ansteckung möglich. Norbert Schnitzler rät: „So richtig es ist, Ebola ernst zu nehmen, aber man sollte immer sachlich bleiben.“

Dr. Matthias Imdahl, ärztlicher Direktor des St. Augustinus-Krankenhauses in Lendersdorf, bestätigt die Aussagen von Norbert Schnitzler. Er ergänzt: „Wir halten unsere Mitarbeiter mit Schulungen auf dem Laufenden.“ Gleiches sagt Christoph Lammertz, Leiter der Unternehmenskommunikation im Krankenhaus Düren. In den Schulungen gehe es etwa um das Anlegen des Schutzanzuges und die verbindlichen Behandlungspfade in einem Ebola-Verdachtsfall. Zur Ergänzung der standardmäßigen Schutzausrüstung wurden spezielle Ebola-Schutzanzüge angeschafft.