Wassenberg: ABM-Kräfte sichern Sanierung der alten Stadtmauer

Wassenberg : ABM-Kräfte sichern Sanierung der alten Stadtmauer

Seit November 2000 laufen die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten an der historischen Stadtmauer. Abschnittweise wurden kleinere, mittlere und zum Teil gravierende Mauerwerksschäden behoben.

Kleinere Abschnitte wurden durch alte Ziegel ersetzt, größere Bereiche durch neue Ziegel, die farblich genau angepasst wurden.

Sämtliche, sehr sorgfältig durchgeführten Arbeiten erfolgten in genauer Abstimmung mit dem Landeskonservator. Die örtliche Bauleitung hatte Dipl. Ing. Willy Willms vom städtischen Hochbauamt. Es war die umfassendste Stadtmauerrestauration seit Jahren.

Begonnen wurde damit schon in den 50er und 60er Jahren durch Dipl. Ing. Andermahr. 350 000 DM wurden insgesamt für die Maßnahme einschließlich der besonders schwierigen Anpassung im Absetzungsbereich „Großer Wehrturm” angesetzt. 50 Prozent der Kosten wurden durch Landesmittel finanziert.

Im Laufe der Arbeiten stellte sich heraus, dass die Schäden in Teilbereichen - besonders an „Küsters Garten” - viel umfangreicher waren als im voraus kalkulierbar. Hier brachen ganze Mauerteile heraus.

Mit den 350 000 DM konnten der „Verlorenenturm” am „Buir” und das Teilstück von der Kirchstraße bis zum Ansatz „Bergfried” nicht mehr restauriert werden. Weitere Landesmittel waren nicht zu bekommen.

In Abstimmung der Stadtverwaltung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege konnte schließlich nach schwierigen Verhandlungen als kostengünstige Lösung eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg als Träger festgelegt werden. Das Arbeitsamt stimmte einem Förderantrag zu.

Die beiden Baufacharbeiter Jürgen Büschgens und Viktor Vasjaev (früher Bauleiter in Russland) sind bereits eifrig bei der Arbeit. Die Finanzierung des städtischen Eigenanteils einschließlich der Sach- und Materialkosten ist gesichert.

Landeskonservator Dr. Meyers informierte sich an Ort und Stelle über das Ausmaß der verbliebenen Schäden und die begonnene Restauration. Das ganze Ausmaß der Schäden wurde erst nach Abholzen von Strauchwerk im Bereich ab Kirchstraße Richtung Bergfried sichtbar. Große Mauerstücke brachen aus, müssen Stein für Stein gelöst und nach völliger Freilegung neu zusammengefügt werden.

Die schwierige Absetzstelle „Großer Wehrturm” soll folgen. Anschließend auch der „Verlorenenturm”, der zum größten Teil noch aus Maaskieseln und Grauwacken besteht - einem Teil der ersten Stadtmauer aus der Zeit vor ihrer Zerstörung im Jahre 1365.

Ein besonders „heißes Eisen” ist auch der Burgaufgang von der Kirchstraße her. Hier bricht das Mauerwerk einfach seitlich weg.

Ein diffiziles Stück Arbeit steht noch bevor, um der historischen Stadtmauer mit ihrem „Roßtor” als einzigem der drei früheren Stadttore wieder feste Substanz zu geben. Es bleibt zu hoffen, dass dieses einmalige Kleinod nicht durch Bergabsenkungen im Nachgang zum Bergabbau unter Wassenberg in Mitleidenschaft gezogen wird.

Eine dringende Bitte ergeht auch an Jugendliche, die restaurierten Mauerteile nicht durch Aufbrechen der neuen Fugung zu zerstören.