Heinsberg-Dremmen: 886 Typisierte übertreffen alle Erwartungen

Heinsberg-Dremmen : 886 Typisierte übertreffen alle Erwartungen

Mehr als 1000 Besucher mit am Ende 886 durch die DKMS Typisierten und eine gut gefüllte Spendenbox waren nach sechs Stunden die Erfolgsbilanz der Dremmener Aktion „Hilfe für Bert und andere”.

Damit wurden die Erwartungen der Organisatoren weit übertroffen. „Es wäre schon toll, wenn wir nach den verschiedenen Typisierungsaktionen, die in den letzten Jahren im Kreis bereits stattgefunden haben, 700 Typisierte schaffen würden”, war Stadtverordneter Albert Heitzer, der gemeinsam mit Landrat Stephan Pusch die Schirmherrschaft übernommen hatte, allerdings bereits nach der ersten Stunde mehr als optimistisch, dass man dieses Ziel erreichen würde.

Grund zu diesem Optimismus lieferten die Dremmener Ortsvereine, die Polizei Heinsberg und die Feuerwehr sowie viele junge Leute aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus, die bereits in den ersten beiden Stunden dafür sorgten, dass nahezu 400 Typisierungen registriert werden konnten.

Zwischen 45 und 50 Helfer, gestellt von den Alten Herren des TuS Rheinland Dremmen, der Familie und von Freunden von Bert Schmitz, sorgten dafür, dass selbst große Gruppen, zu denen nicht zuletzt fast komplette Fußballmannschaften, unter anderem vom VFJ Ratheim und Kleingladbach gehörten, zügig betreut werden konnten.

Anteil am Erfolg hatte neben den Alten Herren des TuS Rheinland Dremmen als Organisatoren auch der FC Köln, bei dem die Fußballstars Petit, Matthias Scherz, Faryd Mondragon und Pedro Geromel ganz besonders die Werbetrommel bei den Fans gerührt hatten, so dass selbst aus Köln einige den Weg nach Dremmen gefunden hatten, um sich für Bert Schmitz typisieren zu lassen.

„Echte Fründe stöhnt zusamme”, meinte auch Helen Schmitz aus Breberen in Anlehnung an einen bekannten Höhner-Titel. Durch einen FC-Schal outete sie sich als Köln-Fan und scheute ebenfalls den kleinen Piks mit der Nadel nicht, um vielleicht ein Leben retten zu können.

Auch Dremmens Sitzungspräsident Jochen Lintzen hatte Grund, sich zu freuen. Er hatte nämlich noch die Stadtprinzenproklamation am Vorabend der Typisierungsaktion dazu genutzt, einen leidenschaftlichen Appell an die Karnevalisten aus dem Stadtgebiet zu richten, sich ebenfalls an der Typisierung zu beteiligen. Gehör fand er damit nicht nur bei den Drömmer Hahne, wie der Samstag bewies.

Immer in der Halle von Typisierungsplatz zu Typisierungsplatz unterwegs war an diesem Tag Dr. Stefan Krieger, der fünf Jahre lang Vorsitzender der Organisation „Ärzte ohne Grenzen” war und sich als gebürtiger Dremmener ebenfalls in den Dienst der Hilfsaktion für den an Leukämie erkrankten Bert Schmitz stellte.

Neben der großen Zahl der Typisierungswilligen freuten sich die Organisatoren auch über so manchen gut gefüllten Briefumschlag, der ihnen von Menschen überreicht wurde, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen ihres Alters nicht mehr für eine Typisierung in Frage kommen oder sogar bereits typisiert sind. Einen vierstelligen Betrag haben die Alten Herren des TuS Rheinland Dremmen in ihren Reihen gesammelt.

Dass mit Hilfe der weltweit agierenden DKMS Spender und Empfänger zusammengebracht werden können, dafür ist Tanja Fuhrmann aus Ophoven ein ganz aktuelle Beispiel. Sie war ebenfalls in der Dremmener Mehrzweckhalle zugegen und berichtete aus eigener Erfahrung über ihre Knochenmarkspende. Sie hofft nun, mit ihrer Spende, die sie am 13. Oktober in Dresden gab, einem 59-jährigen Mann in den USA das Leben zu retten. „Wenn beide es wollen, können Sie in zwei Jahren Kontakt aufnehmen”, erzählte Tanja Fuhrmann.

Mit der Typisierungsaktion in Dremmen ist die Hilfe für Bert und andere für die Organisatoren noch nicht abgeschlossen. Da ab 70 Personen die DKMS eine Typisierung vor Ort durchführt, bemühen sich die Organisatoren derzeit weiter darum, Firmen für Aktionen zu gewinnen. Für Interessenten stellt sich Wilfried Lambertz, 02452/159782, als Ansprechpartner gerne zur Verfügung. Die DKMS ermöglicht darüber hinaus jedem Interessenten eine Typisierung zu Hause, falls er beim Termin verhindert war.