Geilenkirchen: 45-Jährige droht mit Erschießung ihrer Kinder

Geilenkirchen : 45-Jährige droht mit Erschießung ihrer Kinder

Die Drohung einer 45-jährigen Geilenkirchenerin, ihre beiden Kinder zu erschießen, führte am Freitagmorgen in der Herzog-Wilhelm-Straße zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr.

Nachbarn in dem großen Mehrfamilienhaus hatten die Polizei am Donnerstagabend um 21.40 Uhr über lautstarke Streitigkeiten in einer Wohnung der vierten Etage informiert, wobei - so die Polizei - deutlich das Geschrei von Kindern und einer Frau zu vernehmen war.

Den Aufforderungen der kurze Zeit später eintreffenden Beamten, die Türe zu öffnen kam, die Frau nicht nach.

Vielmehr drohte sie, von ihrer Pistole Gebrauch zu machen, falls jemand in die Wohnung kommen würde. Vom Hausflur aus gelang es den Polizeibeamten, die Frau erst einmal zu beruhigen, dennoch war sie weiterhin, nicht bereit die Haustüre zu öffnen.

Nach Abwägen des Gefahrenpotenzials forderte die Einsatzleitung der Polizei schließlich Spezialeinheiten an. Nach Einschätzung der Beamten war nicht auszuschließen, dass die Frau tatsächlich über eine Schusswaffe verfügen könnte.

Somit hätte eine große Gefahr für ihre beiden neun und zehn Jahre alten Kinder und die eingesetzten Polizeibeamten bestanden.

Kurz vor Mitternacht sperrte die Polizei den Bereich zwischen der Kreuzung Mausberg/Herzog-Wilhelm-Straße und dem Ortsausgang Geilenkirchen in Höhe des Stadions komplett.

Gegen 0.30 Uhr Freitag früh wurden die Löscheinheit Geilenkirchen und der Löschzug Übach angefordert. Beide Feuerwehren verfügen über Sprungretter, die vor dem Haus zum Einsatz kamen.

Nach dem Aufpumpen der vier Quadratmeter großen „Sprungkissen” wurden diese unterhalb der Wohnung auf dem Bürgersteig in Stellung gebracht. Diese Sicherheitsvorkehrung galt offensichtlich dem Fall, dass die Frau sich - oder ihre Kinder - aus dem Fenster stürzen würde.

Nach Informationen der GZ hatte die Frau bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Polizei angedroht, sich aus dem Fenster zu stürzen.

Nach einer ausgiebigen Lagebesprechung der zwischenzeitlich eingetroffenen Beamten der Sondereinsatzkommandos Düsseldorf und Köln auf der Polizeiwache Geilenkirchen trafen diese gegen 3 Uhr vor dem Mehrfamilienhaus ein.

Während der ganzen Zeit hatte eine Verhandlungsgruppe Kontakt zu der 45-Jährigen, die aber immer noch nicht die Türe öffnen wollte. Aber erst nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren und der Einsatz von Infrarotkameras sichergestellt hatte, dass sich die Kinder zu diesem Zeitpunkt nicht in Gefahr befanden, erfolgte gegen 4.30 Uhr der Zugriff durch die Beamten.

Innerhalb weniger Sekunden hatten diese sich gewaltsam Zugang zu der Wohnung verschafft und die überraschte Frau überwältigt. Die zwei Kinder lagen im Bett und schliefen.

Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt. In der Wohnung fand die Polizei anschließend eine täuschend echt aussehende Waffenattrappe. Vorsorglich wurde die 45-Jährige vom bereit stehenden Rettungswagenpersonal und einer Notärztin untersucht.

Aufgrund einer psychischen Erkrankung - so die Polizei - wurde die Frau auf Anordnung des ebenfalls in die Bedrohungslage mit einbezogenen Ordnungsamtes der Stadt Geilenkirchen anschließend zur Behandlung ins Krankenhaus nach Gangelt gebracht. Die beiden Kinder kamen in die Obhut des Jugendamtes.