400 Demonstranten an der Airbase

400 Demonstranten an der Airbase

Geilenkirchen (an-o) - Rund 400 Friedensbewegte haben sich am Samstag Nachmittag vor dem Haupttor der Nato-Airbase, versammelt, um die Base symbolisch zu blockieren und die deutschen Soldaten zum Gehorsam aufzurufen: Gehorsam zum Grundgesetz.

Aufgerufen dazu hatte am Vorabend eines drohenden Irak-Krieges Pax Christi als Katholische Friedensbewegung, angeschlossen hatten sich auch der Aachener Friedenspreis, mehrere Basisgruppen und linke Parteien und ein buntes Häufchen Punker, die die Blockade mit einem Konzert und dem Spruchband "Punkerfeten statt Atomraketen" bereicherten. "Wir fordern nicht zum Ungehorsam auf, sondern zum Gehorsam", rief Martin Singe von Pax Christi den Demonstranten zu. "Nämlich zum Gehorsam zum Grundgesetz. Die Soldaten wissen klarer als Kanzler Schröder, dass jeder Einsatz über der Türkei ein Kriegseinsatz wäre. Die Türkei würde nur zum möglichen Ziel, wenn der Angriffskrieg von hier aus gestartet würde."

Kritisch setzte sich in seiner Rede auch Gerhard Diefenbach, Vorsitzender des Aachener Friedenspreises, mit der politischen Motivation für einen möglichen Irakkrieg auseinander: "Wir haben durch unser Grundgesetz und mit der Charta der Vereinten Nationen militärischen Gewaltanwendung nur zur Verteidigung des eigenen Staatsgebietes vereinbart. Der drohende Krieg gegen den Irak wäre jedoch selbst nach dem Kosovo-Krieg und dem Krieg in Afghanistan eine völlig neue Qualität. Offen und ohne auch nur den Versuch, die wahren Gründe des Krieges zu verschleiern, wird von den USA jegliches Völkerrecht, jede staatliche Souveränität und die UN-Charta missachtet und ein uneingeschränkter globaler Herrschaftsanspruch erhoben", rief er den Demonstranten zu und stellte die rhetorische Frage: "Ist es nicht auch Terror, wenn die mächtigsten Staaten die Welt ohne Respekt vor dem Leben mit Krieg überziehen?"

Hinter dem Metallgitter, das die Zufahrt zur Airbase absperrte, fand sich dann nach den Reden allerdings niemand bereit, den Aufruf zur Desertion, der 200 Unterschriften von engagierten Kriegsgegnern trug, entgegen zu nehmen. Und in Ermangelung eines Holztores konnten Armin Lauven und Martin Singe von Pax Christi den Appell auch nicht wie weiland Luther annageln. So wurde er kurzerhand an das Tor geklebt. Ansonsten verlief die Blockade der Airbase, die viele junge Leute und rauschebärtige Demonstrations-Veteranen vereinte, schiedlich-friedlich. Kurz vor Demonstrationsbeginn waren die Tore geschlossen worden, so dass die Blockade wirklich symbolisch blieb.

Ein wenig Aufregung gab es nur, als drei junge Leute das Dach der Wache erkletterten und Transparente entrollten, auf denen zu lesen war "Stoppt den Krieg gegen den Irak. Nein zur EU-Terrorliste". Doch die Polizeikräfte vor Ort hatten die Lage im Griff und auch die Militärpolizisten blieben gelassen. Nur die Personalien der Kletterer wurden nach ihrem Abstieg aufgenommen.