Kreis Düren: 33.000 Pendler verlassen zur Arbeit den Kreis

Kreis Düren : 33.000 Pendler verlassen zur Arbeit den Kreis

Die vollen Straßen und Eisenbahnzüge im Berufsverkehr sind ein klares Indiz: Auf dem Weg zum Arbeitsplatz legen viele Arbeitnehmer aus dem Kreis Düren weite Strecken zurück. Die aktuelle Pendler-Studie der Agentur für Arbeit zeigt, dass rund 40 Prozent der knapp 83.000 Arbeitnehmer mit Wohnsitz im Kreis Düren zur Arbeit in andere Regionen fahren.

Das Gros der Arbeitnehmer, knapp 12.000, zieht es in die Region Aachen, rund 5500 Richtung Köln, weitere 46.050 in den benachbarten Rhein-Erft-Kreis. Selbst die Landeshauptstadt Düsseldorf ist für knapp 1200 Arbeitnehmer als Arbeitsplatz noch so attraktiv, dass sie den relativ weiten Weg in die Landeshauptstadt in Kauf nehmen. „Mobilität ist in der modernen Arbeitswelt unverzichtbar geworden”, erklärt Harald Küst, Leiter der Arbeitsagentur in Düren. Er gewinnt den Daten durchaus positive Seiten ab.

Er sieht in den Pendlerströmen den Beweis für die hohe Mobilitätsbereitschaft der Arbeitnehmer und Auszubildenden. „Unsere Pendleranalyse belegt, welch großen Einfluss das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und das Zusammenpassen beruflicher Qualifikation auf die berufliche Mobilität hat.” Hinzu komme dass der Kreis Düren durchaus attraktiv für viele Einpendler sei. „Es gibt beispielsweise hoch qualifizierte Arbeitsplätze im Forschungszentrum Jülich, an der Fachhochschule und in der Gesundheitsbranche, die für Einpendler hochinteressant sind.” In Zahlen heißt das, dass es rund 20.000 Arbeitnehmer von außerhalb in den Kreis Düren zur Arbeit zieht. Zum Stichtag 30. September 2009 registriert die Arbeitsagentur 717.126 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zwischen Titz und Heimbach. Das sind 1,3 Prozent weniger als noch 2008.

Harald Küst hofft, dass Auszubildenden und Arbeitssuchenden durch die Pendler-Studie deutlich wird, wie wichtig gerade heutzutage Qualifikation und Mobilität auf dem Arbeitsmarkt sind. Aus Sicht der Agentur wächst allerdings die Gefahr, dass aus der Region die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmern in Zukunft angesichts des demographischen Wandels und der sinkenden Schülerzahlen nicht mehr ausreichend befriedigt werden kann. Daher hält er es für dringend erforderlich, schon jetzt ein besonderes Augenmerk auf die Qualifikation der Schulabgänger zu legen.

Küst kündigt an, dass die Agentur für Arbeit Düren den Entscheidungsträgern in der Region im Juni ein neues Analyseninstrument vorstellen wird. Der Arbeitsmarktmonitor soll helfen, Arbeitsmarktstrategien zu entwickeln, die über den Tag und die aktuelle Krise hinausweisen, und die Arbeitsmarktpolitik besser mit Bildungsstrategien und Wirtschaftsförderung zu vernetzen.