Heinsberg-Karken: 300 Kinder und Jugendliche musizieren in Karken

Heinsberg-Karken : 300 Kinder und Jugendliche musizieren in Karken

Seit zwölf Jahren gibt sich der Instrumentalverein Karken international und veranstaltet alle zwei Jahre ein großes Jugendfestival, an dem in diesem Jahr 13 Vereine oder Ensembles mit rund 300 Kindern und Jugendlichen teilnahmen, die auch für eine stattliche Nachhut sorgten.

Der Vereinssaal, der bald ausgedient haben wird, erwies sich für dieses Treffen als unzureichend und war Schauplatz für ein ständiges Kommen und Gehen.

Die meisten Teilnehmer kamen aus den Niederlanden, wo Karken als Gastgeber einen guten Ruf genießt. Nicht nur die große Teilnehmerzahl war Rekord, auch die Ausweitung stellte ein Novum dar.

„Stimme ist am schönsten”

„Die Zonnenstraaltjes” nannte sich ein Kinderchor aus Leveroy, der von „Kinderen” in Europa und Afrika sang.

Manfred Kamps, Leiter der Jugendabteilung und des Jugendorchesters, fand die menschliche Stimme gegenüber dem Instrument immer noch am schönsten und äußerte den Wunsch nach einen Karkener Kinderchor.

Zugleich beklagte er, dass heutzutage namentlich unter den Heranwachsenden so wenig gesungen werde. Für ihn war das Festival die bewusste Konfrontation mit anderen Standards und Spielkulturen. Man könne nur voneinander lernen.

Die verschiedenen Gruppierungen sorgten für eine denkbar breite Palette, inhaltlich wie vom Niveau her. Dabei zeichneten sich die holländischen Gäste wieder besonders aus, ist doch dort die Ausbildung unvergleichlich besser.

Davon partizipiert auch der Instrumentalverein selbst, indem er sich der holländischen Musikschule Kreato angeschlossen oder kürzlich mit dem Musikverein aus Konigsbosch ein Projektorchester formiert hat.

Über 20 Karkener Kinder befinden sich in der Grundausbildung, erlernen das Blockflötenspiel, über sich im Rhythmus oder im Gesang und eröffneten zünftig das Geschehen.

Die danach einsetzende Instrumentalausbildung stellt den Fundus dar für das 30-köpfige Jugendorchester, das jede Gelegenheit nutzt, aufzutreten und sich fit zu machen. Leiter Manfred Kamps ist indes selbstkritisch und übt sich gegenüber besseren Formationen in Bescheidenheit.

Wie in Karken sind auch andere Vereine diesseits der Grenze immer mehr bemüht, der Jugendarbeit besonderes Gewicht zu verleihen und ihr durch eigene Orchester auch Repräsentanz zu verschaffen.

Das gilt namentlich für Heinsberg-Horst und Waldfeucht-Bocket, wo jeweils die „Stabschefs” persönlich sich dieser Aufgabe annehmen.

Nachdem Phil van Landeghem diese Aufgabe übernommen hat, ist durch Bocket ein Ruck gegangen. In Horst mach Ton Wilbers jeden Spaß mit, wenn er denn der Animierung dient.

Gegen den Geräuschpegel

Weitere Orchester kamen aus Heel, St. Odilienberg, Haelen oder Roermond, wobei die Nachwuchs-Musiker schon stolz das königliche Harmonie-Emblem auf ihrer bunten Uniform trugen.

Was immer wieder beeindruckte, war der große Ernst und Eifer, mit denen sich die Musikanten gegen den permanenten Geräuschpegel im Saal durchzusetzen verstanden und wie sie sich zu behaupten wussten. Ideal waren die Auftrittsbedingungen also nicht.

Das gilt auch für den finanziellen Rahmen: Ohne die Subventionen der Sparkassen wäre das 5. internationale Jugendkonzert überhaupt nicht zustande gekommen.