Hastenrath: 23 Glocken erklingen zur Freude der Gemeinde

Hastenrath : 23 Glocken erklingen zur Freude der Gemeinde

Der Pfingstmontag wird wohl in die Geschichte des kleinen Gangelter Ortes Hastenrath eingehen.

„Ich muss gestehen, 23 Glocken habe ich bisher noch nicht auf einmal gesegnet”, gestand Weihbischof Karl Reger in seiner Festansprache in der Pfarrkirche St.-Josef zu Hastenrath.

Vor dem Altar waren die drei großen Glocken aufgestellt, die übrigen 20 Glocken zum Glockenspiel waren an einem eigens hierfür errichteten Gestell befestigt, welches nach dem Festgottesdienst von der Kirche zur Festhalle gebracht wurde.

Dieser Abtransport der Glocken gestaltete sich recht schwierig und lockte Hunderte aus der ganzen Gemeinde und den umliegenden Orten an.

Viele verfolgten den Transport rund um den Kirchplatz, bei dem ein Gabelstaplerfahrer Schwerstarbeit leisten musste.

Ein schönes Schauspiel war der Festzug zur Festhalle, in der die Glocken hautnah besichtigt werden konnten. Auch Weihbischof Karl Reger überraschte die Gäste: Er ging durch die Tischreihen und begrüßte jeden Besucher persönlich.

In seiner Rede hob er die Bedeutung der Glocken hervor. Als erster Glockengießer gilt der Benediktinermönch Daggäus (gestorben 586 in Wales). Ursprünglich wurden Glocken bis zum 14. Jahrhundert bienenförmig gegossen, danach in Kelchform.

Weihbischof Karl Reger zeigte sich erfreut, dass alle 23 Glocken unter anderem nach Schutzpatronen des Gemeindeverbandes benannt sind. Die größte Glocke mit 117 Kilogramm Gewicht ist dem heiligen Erzengel Michael gewidmet.

Auf der Vorderseite der Michaelsglocke stehen die Worte: „Gloria in excelsis Deo” (Ehre sei Gott in der Höhe) - auf den anderen Seite der Glocke steht: „St. Michael, Engel und streiter Gottes, wache am Tor zum Himmel.”

Erklingt diese Glocke, soll sie den Verstorbenen den Weg zum Himmel öffnen. Die zweite große Läuteglocke beinhaltet folgende Bitte: „St. Josef, Schutzpatron, schütze die Christenheit und das Leben dieser Welt wie ein Vater.”

Sie ist die Friedensglocke. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde wird mit der dritten Läuteglocke geknüpft. Mit der Bitte an St. Barbara, „sei uns Vorbild in der Treue, im Glauben und in der Liebe zu Gott” wird die Gebetsglocke morgens, abends und auch zwischendurch zum Beten rufen. Die drei Leuteglocken (Töne F2, G2, B2) ergeben zusammen das Klangmotiv „Gloria”.

Von den 20 Glockenspielglocken ist die Petrus-Glocke (Ton A2) mit 68 Kilogramm die schwerste und trägt die Inschrift: „St. Petrus, Fels der Kirche, stärke unseren Glauben.”

Die neuen Glocken sind Bronzeglocken mit einem weichem Klang. Auf einigen sind die Stifter-Familien Tholen, Wiegand und Dechant Ralf Freyaldenhoven festgehalten.

Weitere Namen der Glocken sind von D3 bis Dis4 nach der Tonleiter geordnet: St. Elisabeth, St. Johannes, St. Agnes, St. Friedrich, St. Nikolaus, St. Claudia, St. Maria, St. Heinrich, St. Katharina, St. Robert, St. Karl, Heiligste Dreifaltigkeit, St. Maternus und St. Urbanus.

Die kleinsten Glocken tragen die Namen der heiligen Bischöfe des Bistum Maastricht-Lüttich sowie mit St. Lambert und St. Hubert jene der Schutzpatronen der Nachbargemeinden Höngen und Süsterseel.

In der Kirche war die Segnung durch den Weihbischof ein Erlebnis für viele. Besonders bewegend war das Anschlagen der drei Läuteglocken sowie der Petrusglocke für Diakon Thomas Faltyn. In einigen Monaten feiert der junge Hastenrather die Primiz in seiner Heimatgemeinde.

Zwei Schützengeneräle zeigten Manneskraft, hoben jeweils die Läuteglocken an und der Diakon machte mit einem Hammer zur Freude aller den feierlichen Tontest. Schon jetzt freuen sich alle Hastenrather auf den Herbst.

Dann soll nach der Fertigstellung des Dachstuhles und dem Anbringen der Glocken zum ersten Mal das einzigartige Glockenspiel mit sensitiven Magnethämmern erklingen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Glockenspiel dynamisch über ein Keybord zu spielen.

Ein Wunsch der Hastenrather ist, dass zur Primiz von Thomas Faltyn die Läuteglocken wieder erklingen.

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