„2003 war für die Landwirtschaft schwierig”

„2003 war für die Landwirtschaft schwierig”

Kreis Heinsberg. „Das Jahr 2003 war für die Landwirtschaft insgesamt ein schwieriges Jahr”, stellte der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg, Bernhard Conzen, rückblickend fest.

Zwar sei die Landwirtschaft im Rheinland trotz der außergewöhnlichen Trockenheit im Sommer bei der Getreideernte weitgehend noch mit einem blauen Auge davongekommen. Gesunkene Erzeugerpreise, die Verunsicherung aufgrund massiver Einschnitte durch die europäische Agrarreform und weitere Belastungen auf nationaler Ebene hätten die Stimmung auf den Betrieben aber erheblich gedrückt. „Eine Besserung ist zurzeit leider nicht in Sicht”, sagte Conzen.

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr sei das Unternehmerergebnis der Haupterwerbsbetriebe in Deutschland im Durchschnitt um 25 Prozent gesunken, nachdem im Vorjahr schon Einkommenseinbußen von 13 Prozent hätten hingenommen werden müssen. „Im Bundesdurchschnitt hat ein selbstständiger Landwirt im Schnitt nur rund 16000 Euro verdient.

Das entspricht einem Monatsverdienst von 1360 Euro brutto”, betonte Conzen. Damit habe sich der Abstand zur gewerblichen Wirtschaft auf rund 40 Prozent vergrößert. „Was die landwirtschaftlichen Betriebe brauchen, sind endlich wieder Signale für mehr unternehmerische Freiheit und mehr Wettbewerbsfähigkeit„, so Conzen.

Keine Alleingänge

Nationale Alleingänge in Deutschland würden die Betriebe gegenüber den europäischen Mitbewerbern in einem gemeinsamen Binnenmarkt benachteiligen. „Wenn aus diesem Grund notwendige Investitionen im landwirtschaftlichen Bereich ausbleiben, schadet dies auf Dauer dem gesamten ländlichen Raum mit allen Folgen für viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und dem von ihr vor- und nachgelagerten Bereich, für den Erhalt der Kulturlandschaft und den Schutz der Umwelt”, so Conzen.

Besorgt zeigte sich Conzen im Hinblick auf die Auswirkungen der im Juni 2003 beschlossenen Reform der europäischen Agrarpolitik für die landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Heinsberg. Für die Betriebe werde die Reform gravierende Veränderungen zur Folge haben. Insbesondere für Milcherzeuger werde die Reform durch massive Preiskürzungen zu erheblichen finanziellen Einbußen führen.

„Wir haben die Beschlüsse im Vorfeld massiv abgelehnt. Dennoch ist es zu einer sehr weit reichenden Reform gekommen. mit der wir nun zurechtkommen müssen”, sagte der Kreisbauernvorsitzende. „Wir setzen nun alles daran und drängen die Politik darauf, dass die Reform so umgesetzt wird, dass die Belastungen für unsere Betriebe auf ein noch erträgliches Maß beschränkt bleiben.”