Heinsberg-Karken: 140 Helfer „opfern” 30.000 Stunden für neue Bürgerhalle

Heinsberg-Karken : 140 Helfer „opfern” 30.000 Stunden für neue Bürgerhalle

Wenn rund 20.500 Steine vermauert sind, in diesen Mauern etwa 4300 m Kabel und etwa die gleiche Menge an Heizungsrohren verlegt wurden, 375 Quadratmeter Wand- und Bodenfliesen geklebt wurden, und 675 Quadratmeter Deckenplatten an ihrem Platz sind, dann steht nach nur 14 Monaten Bauzeit in Karken eine neue Bürgerhalle.

Mehr als 30.000 Arbeitsstunden investierten rund 140 Helfer in dieses ehrgeizige Projekt, das am Sonntag, 25. April, in der Zeit von 10.30 Uhr bis 18 Uhr der Bevölkerung im Rahmen eines „Tag der offenen Tür” vorgestellt wird. Die offizielle Einweihung ist bereits erfolgt.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportplatz und dem Kirmesmarkt am Woom hat die neue, acht Meter hohe und rund 770 Quadratmeter umfassende Bürgerhalle ihren Platz gefunden.

400 Besucher fasst die neue Bürgerhalle, an deren Realisierung die Ortsvereine maßgeblichen Anteil haben.

Mit der Bereitschaft der Familie Peter Minkenberg, das entsprechende Grundstück an die Stadt Heinsberg zu veräußern, erfolgte 1998 der erste Schritt. Schon damals waren es Ortsvorsteher Johannes Houben und Bürgermeister Josef Offergeld, die sich hier persönlich engagierten, um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Klar war von Anfang an, dass in Zeiten knapper Finanzmittel nur durch sehr viel Eigenleistung aus dem Wunsch auch Wirklichkeit werden konnte. Ortsvorsteher Johannes Houben, der bereits durch das Projekt „Friedhofshalle” als Koordinator einen reichen Erfahrungsschatz hatte, nahm erneut die Fäden in die Hand, tatkräftig unterstützt vom Ortsringsvorsitzenden Josef Stepprath.

So genannte „Gewerkbogen” wurden erstellt, mit denen die verschiedenen Vereine dann entsprechende Arbeiten vom Mauern bis zu Pflasterarbeiten übernahmen.

„Es wurde dank zahlreicher Fachkräfte, die sich hier in ihrer Freizeit engagierten, nicht nur hervorragende Arbeit geleistet, es bildete sich auch eine tolle Gemeinschaft”, zieht Ortsvorsteher Johannes Houben am Ende eine positive Bilanz.

Das pulsierende Herz der Aktion war der rund 30-köpfige „Rentnerstamm”. Mit 83 Jahren war Johann Jörissen der Senior der Helfer, die stets zur Stelle und sich für keine Arbeit zu schade waren. Doch auch die Jugend engagierte sich, so unter anderem aus den Reihen des Instrumentalvereins.

Neben den Helfern gab es auch noch eine Vielzahl von Sponsoren, die das Karkener Engagement mit Material und Sachleistungen von weit mehr als 25000 Euro unterstützten.

Für die neue Bürgerhalle ging Ortsvorsteher Johannes Houben immer wieder erfolgreich auf „Betteltour”, und eine Vielzahl beruflicher Kontakte wurden erfolgreich genutzt.

So bietet die neue Bürgerhalle, bei der unter anderem der neueste Stand der Technik zum Beispiel bei der Wärmerückgewinnung seine Anwendung fand, nicht nur eine tolle Bühne und eine hervorragende Akustik.

Eine Küche und eine Kühlzelle machen sie für vielfältige Veranstaltungen nutzbar. „Wir haben auf Qualität geachtet, doch die hat ihren Preis”, wissen die Verantwortlichen. Selbst die Außenanlagen - hier wurde die komplette Bepflanzung gestiftet - ist bereits perfekt fertiggestellt.

Mit Hilfe des „Tag der offenen Tür”, der um 10.30 Uhr mit einer Heiligen Messe in der neuen Bürgerhalle beginnt, will man nun versuchen, einen möglichst großen Teil des finanziellen Restbedarfs von rund 16.000 Euro - unter anderem für Möbel, Porzellan und Lautsprecheranlage - aufzubringen.