Erkelenz: 11. September: Der „Wahnsinn” ist unvergessen

Erkelenz : 11. September: Der „Wahnsinn” ist unvergessen

Der 11. September 2001 ist immer noch ganz nahe. Die Erinnerung verfliegt nicht: „Wahnsinn. Jetzt ist das schon ein Jahr her”, meinte Christoph Lingen aus Brachelen.

„Wahnsinn” findet der Auszubildende auch, dass die Kriege weiter gehen. Und besonders schlimm empfindet er die Hilflosigkeit. „Hilflos sehen zu müssen, was da Schreckliches passiert, ohne etwas dagegen tun zu können.”

Sein erster Gedanke bei dem mörderischen Ereignissen galt den Opfern im Flugzeug. „Die armen Leute, dachte ich und dann war meine einzige Sorge, hoffentlich drehen die Amis jetzt nicht durch.”

Er habe sich sehr viele Gedanken darüber gemacht, was danach wohl passiert und war ziemlich geschockt. „Ich habe das alles erst nicht glauben können.”

Betroffen, geschockt und traurig stimmte das Attentat auf das World Trade Center in New York auch Rosi Dohmen aus Rath-Anhoven. Die Angestellte der Erkelenzer Stadtverwaltung verwunderte dieser Anschlag aber auch nicht.

„Wenn man so lange unterdrückt wird, steht man irgendwann auf und wehrt sich”, meint Rosi Dohmen. Ihrer Meinung nach würden sich die „Amis” zu viel raus nehmen.

Der „Vater Staat” und auch die Industrie sollte endlich etwas für die armen Länder tun. „Die Armut der Welt sollte bekämpft werden, statt sinnlose Kriege zu führen.”

Geschäftsmann Christopher Viehausen aus Erkelenz ging im ersten Augenblick noch von einem grauenhaften Unfall aus. Doch als dann ein weiteres Flugzeug in den zweiten Turm des World Trade Centers gelenkt wurde, war er „einfach nur entsetzt.”

Dieses Ereignis habe ihm bewusst gemacht, was alles Furchtbares, und vor allen Dingen völlig unerwartet passieren kann. Ihm sei dadurch auch bewusst geworden, wie gut „wir es hier doch eigentlich haben.” Erschreckt habe ihn aber auch die Medienpräsenz.

„Ich war ohnmächtig. Ich habe Angst”, meinte Ralf Arnolds aus Erkelenz dazu. Angst hat auch Christoph Lingen. „Wie schnell das eskalieren kann. Ich hatte dann vor allem Panik vor den Reaktionen der Amerikaner”, meinte der 27-Jährige.

Für ihn sei klar geworden, wie unsicher und vage doch alles ist. Dass die Amerikaner nun gegen den Irak einschreiten, versteht er nicht. „Das regt mich auf.” Wer Kriege führe müsse sich nicht Wundern, wenn Gegenreaktionen erfolgen. „Jemand, der stets austeilt, muss sich nicht wundern, wenn er schließlich die Quittung dafür erhält.”

Besonders die „Alleingänge der Amis” würden ihn stören, ihm sogar Angst machen. Dem 11. September sehen die vier dagegen eher gelassen entgegen. „Der wird gelebt, wie jeder andere Tag auch”, meinte Viehausen. „Ich sehe dem Tag ruhig entgegen”, so Rosi Dohmen.