Wegberg: 100 Jugendliche demonstrieren gegen „Mahnwache” der NPD

Wegberg : 100 Jugendliche demonstrieren gegen „Mahnwache” der NPD

Rund 100 zumeist junge Menschen sind dem Aufruf der Wegberger Jugendlichen gefolgt und zur Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit und Faschismus gekommen, die gegen 10 Uhr an der Beecker Kirche startete und quer durch die Stadt zum Rathausplatz führte.

Offiziell war die „Initiative Mütterzentrum” aus dem Begegnungszentrum BGZ als Veranstalter gewonnen worden. Die meisten der Teilnehmer stammten aus Wegberg und der näheren Umgebung.

Mit Transparenten und Plakaten gaben sie ihrem Unmut über die „Mahnwache” der NPD Ausdruck, die vor 14 Tagen vor dem Privathaus der Tafel-Vorsitzenden Gabriela Jansen stattgefunden hatte.

Entgegen der Bedenken, die im Vorfeld von verschiedenen Seiten geäußert worden waren, verlief die Demonstration friedlich.

Am Rathausplatz kam es zu einer improvisierten Kundgebung. Im Namen der Tafel betonte Gabriela Jansen noch einmal, dass sie sich jede Einmischung politischer Parteien in die Tafelarbeit verbitte und rechtfertigte erneut die Spende von 1000 Euro an zwei Afrika-Hilfswerke.

In Afrika stürben im Gegensatz zu Deutschland täglich Menschen an den Folgen von armutsbedingter Krankheit und Unterernährung. Ganz bewusst habe die Tafel auf die Anschaffung neuer Kühlschränke verzichtet, um so Menschen in Afrika „ein Minimum an ärztlicher Versorgung” zu ermöglichen. Menschen und ihre Bedürftigkeit dürften nicht in zwei Klassen aufgeteilt werden.

Auch der ehemalige Vorsitzende der Wegberger FDP, Peter Echterhoff, ergriff das Wort und dankte den Organisatoren der Demo dafür, dass sie Präsenz gezeigt und den rechten Aufmarsch vor 14 Tagen nicht unbeantwortet gelassen hatten. Es sei „Aufgabe der Demokraten, da zu sein, wenn durch Druck Freiheit zerstört werden soll”.

Beim Zustandekommen der rechten Mahnwache sprach er von „vermeidbaren menschlichen Fehlern”, zu denen es in Wegberg kein zweites Mal kommen werde. Die Demonstration habe gezeigt, dass Wegberg kein Nährboden für rechte Parolen sei.