Eschweiler/Alsdorf: Alkoholisierter Schwarzfahrer will Freund Straftat anhängen

Eschweiler/Alsdorf: Alkoholisierter Schwarzfahrer will Freund Straftat anhängen

Per Lautsprecher bat der Zugbegleiter des Regionalexpresses RE 1 aus Köln nach Aachen am Mittwoch gegen 7 Uhr kurz nach dem Halt in Eschweiler um Unterstützung durch im Zug mitreisende Polizisten.

Daraufhin meldeten sich zwei Beamten der Bundespolizeiinspektion Aachen, die sich auf dem Weg zum Dienst befanden. Grund des Hilfeersuchens war ein alkoholisierter Schwarzfahrer, der sich nicht gegenüber dem Zugbegleiter ausweisen wollte.

Die herbeigerufenen Beamten ließen sich von dem 21-jährigen Mann aus Alsdorf die Personendaten geben und überprüften diese beim zuständigen Einwohnermeldeamt. Während der Überprüfung verhielt sich der Mann äußerst aggressiv gegenüber den Beamten. Die Angaben konnten nicht bestätigt werden, da es Abweichungen beim Geburtsdatum gab. Deshalb wurde er zur Identitätsfeststellung mit nach Aachen genommen.

Dort gab er an, dass ihn sein Betreuer identifizieren könnte. Das tat dieser auch, nur mit der Einschränkung, dass die betreffende Person durch einen Unfall ein Auge verloren hatte und dies auch erkennbar sein müsste. Das war aber bei dem Schwarzfahrer augenscheinlich nicht der Fall. Deshalb wurde er erkennungsdienstlich behandelt.

Im Ergebnis kam heraus, dass der Mann der Polizei bekannt ist und er vorsätzlich die Personaldaten seines behinderten Freundes benutzt hatte. Der Betreuer erklärte auf Nachfrage, dass er auch den Schwarzfahrer kennt. Bitter für den Mann ist, dass er das Angebot des Zugbegleiters, in Eschweiler auszusteigen, nicht angenommen hatte und jetzt eine Anzeige wegen Betruges, falsche Namensangabe und Schwarzfahrens bekommt.

Glück hat dagegen der 22-jährigen Freund des Beschuldigten, der jetzt nicht unberechtigt mit einer Strafanzeige wegen Schwarzfahrens rechnen muss.

(red/pol)
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