Aachen: AKV: Trotz Adorf wird jetzt montags gesendet

Aachen : AKV: Trotz Adorf wird jetzt montags gesendet

Er zeigte sich geehrt, gerührt und mit rheinischen Karnevalsliedern auf den Lippen in bester Stimmung: Die deutsche Schauspielerlegende Mario Adorf (78) feierte am Mittwoch während einer Pressekonferenz im Münchner Bayerischen Hof seine Berufung zum AKV-Ordensritter 2009 und scherzte mit Blick auf Marcel Reich-Ranickis Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises.

„Ich nehme den Preis an.” Zuvor hatte Präsident Horst Wollgarten den Ritter des 150. AKV-Jubiläumsjahres als „charmant, witzig, aber auch schlitzohrig” gewürdigt. Eine Persönlichkeit, die es „menscheln” lasse und die „bei 14- und 84-Jährigen gleich beliebt” sei.

Derweil sorgt hinter den Kulissen der Festsitzung „Wider den tierischen Ernst” eine neue Nachricht für Aufsehen: Erstmals soll die samstags stattfindende Festsitzung im Jahre 2009 (7. Februar) erst am darauffolgenden Montag (9. Februar) in der ARD ausgestrahlt werden - möglicherweise zeitgleich mit dem Zweitligaspiel Alemannia Aachen gegen Hansa Rostock im DSF.

Zudem wollen die Programmdirektoren die Sendezeit von ehedem 165 Minuten auf 90 bis 105 Minuten kürzen - dies bestätigte WDR-Unterhaltungschef Axel Beyer gegenüber unserer Zeitung.

„Über die Kürzung haben wir schon diskutiert und sehen darin die Möglichkeit, das Wesentliche am Programm herauszuarbeiten”, so Beyer, der den Sendeplatz am Montag favorisiert: „An diesem Abend bietet sich eine größere Chance als sonntags, wenn die Aachener Sitzung sich immer dem Vergleich mit der Tatort-Quote (acht Millionen Zuschauer) aussetzen muss”, so Beyer.

Der Montag habe sich auch für andere Karnevalssitzungen, „so etwa aus Hessen oder vom Bodensee”, bewährt. Natürlich, räumt der Unterhaltungschef ein, sei dies ein Bruch mit langjährigen Gewohnheiten, doch „haben sich die Zeiten und Sehgewohnheiten geändert”.

Alle Beteiligten beim AKV seien „bereit für Veränderungen”. Dies ergebe für die Zukunft günstige Perspektiven, so Beyer, der bestätigte, „bereits in diesem Herbst” Gespräche mit dem AKV über die Verlängerung des 2009 endenden Fernsehvertrages führen zu wollen.

Dabei ist davon auszugehen, dass die typischen Aachener Karnevalsbeiträge weitgehend dem Schnitt der Regie zum Opfer fallen werden. In einer Analyse der diesjährigen Sitzung hatte sich herausgestellt, dass viele Zuschauer beim bundesweit schwer verständlichen Öcher Platt auf andere Programme umschalteten.

Ungeachtet der einschneidenden Entwicklung ließen sich Präsident, Elferrat und Ritter Mario in München die Laune nicht verderben. „Ich weiß, welche großen Gestalten der Geschichte diesen Preis bisher bekommen haben und fühle mich sehr geehrt”, sagte Adorf.

Trotz seiner großen Erfolge auf Theaterbühnen und im Film hat der Weltstar schon jetzt Lampenfieber vor seiner Rede, die er als Ordensritter bei der Festsitzung halten muss: „Das wird ein harter Brocken. Meinen Humor muss ich dort erst noch unter Beweis stellen”, sagte Mario Adorf.