Selfkant-Höngen: Aktion „Nähen für ein Lächeln“ stößt auf große Resonanz

Selfkant-Höngen: Aktion „Nähen für ein Lächeln“ stößt auf große Resonanz

Nicole Tiesarzik ist überwältigt. Sie holt immer mehr bunte Schals und Mützen hervor. Der Haufen auf dem großen Tisch in ihrem Geschäft „Selfkant-Stoffe“ wird immer größer. Dass es so viele wärmende Accessoires sein würden, hätte sie selbst nicht für möglich gehalten. Bei der Aktion „Nähen für ein Lächeln“ sind 511 Mützen und 384 Schals für die Kinder und Jugendlichen der Kinderkrebsstation am Aachener Uniklinikum zusammengekommen.

„Da sind ganz viele richtig tolle Sachen dabei. Alle haben sich sehr viel Mühe gegeben“, sagt Nicole Tiesarzik, die Initiatorin der Aktion. Unter den 70 Näherinnen und Nähern seien nicht nur Menschen aus dem Selfkant und dem Kreis Heinsberg gewesen. Es beteiligten sich auch Monschauer und Kölner. Mancher Teilnehmer nahm zwei Stunden Autofahrt auf sich, um sich die Stoffe an der Höngener Kirchstraße auszusuchen und an der Aktion teilzunehmen. So wuchs die Idee zu einem großen Projekt heran.

Wer mitmachen wollte, bekam im Laden von Nicole Tiesarzik den nötigen Stoff und ein Schnittmuster — und zwar kostenlos. Eigentlich wollte Tiesarzik Stoffe im Wert von 1500 Euro zur Verfügung stellen. Weil sich aber immer mehr Näh-Begeisterte an der Aktion beteiligen wollten, verdoppelte sie ihr Budget auf 3000 Euro.

In den vergangenen Wochen hat Nicole Tiesarzik dabei auch einige intensive Momente erlebt. „Das war oft sehr emotional. Einige der Teilnehmer haben auf der Station selber schon einen Angehörigen verloren“, sagt sie. Und die meisten Näherinnen hätten ja auch selbst Kinder. Wenn man über die Arbeit der Kinderkrebsstation nachdenke, dann werde deutlich, „wie schnell es gehen kann“.

Dass die Aktion so ein großer Erfolg ist, macht Nicole Tiesarzik froh: „Obwohl die Welt so egoistisch und schnelllebig ist, gibt es noch Leute, die sich zusammentun und gemeinsam etwas bewegen“, sagt sie.

Demnächst sollen die vielen Schals und Mützen dann an die Verantwortlichen der Kinderkrebsstation übergeben werden. Und Ideen für die nächste Aktion hat Nicole Tiesarzik auch schon im Kopf.