Kreis Heinsberg: Aktion für Hochwasseropfer: Spende ist auch Zeichen des Mitgefühls

Kreis Heinsberg: Aktion für Hochwasseropfer: Spende ist auch Zeichen des Mitgefühls

30.000 Euro aus dem Kreis Heinsberg gehen als Hilfe in das Hochwassergebiet am Elbe-Nebenfluss Mulde. Dies ist die Summe, die in kurzer Zeit über die Spendenaktion von „HS — ein Kreis hilft“ zusammengekommen ist, um die Solidarität des westlichsten Kreises der Bundesrepublik mit den Hochwassergebieten im Osten zu dokumentieren.

Wie bereits berichtet, hatte der Verein „HS — ein Kreis hilft“ Kontakt zur Kreisstadt Grimma und zur kleinen Gemeinde Thallwitz östlich von Leipzig aufgenommen. Inzwischen haben Oberbürgermeister Matthias Berger (Grimma) und Amtsverweser Dr. Jürgen Schmidt (Thallwitz) konkrete Maßnahmen vorgestellt, für die die Spendengelder aus dem Kreis Heinsberg jeweils zur Hälfte verwendet werden sollen.

Schmidt war es ein großes Anliegen, seinen Dank auszusprechen. Er schreibt Landrat Stephan Pusch: „Ein ganz großes Dankeschön insbesondere an die Bürger Ihres Landkreises für die außerordentliche Solidaritätsaktion von HS — ein Kreis hilft, die uns unterstützen will.“ In Thallwitz, so schreibt Schmidt weiter, sind die Aufräumarbeiten weitgehend abgeschlossen und beginnt der Wiederaufbau.

Die 3500-Einwohner-Gemeinde wird sich intensiv dem Hochwasserschutz widmen. „Wir müssen unser Klärwerk wieder funktionsfähig bekommen und die damit verbundenen Anlagen reparieren und teilweise erneuern. Eine zweite Deichlinie soll ebenfalls errichtet werden. Dies wird die Gemeinde finanziell mehr als stark in Anspruch nehmen, so dass für vieles, was in der Kommunalpolitik als freiwillige Leistung gilt, kein Geld vorhanden sein wird.“

Mit dem Geld aus dem Kreis Heinsberg soll nun etwas für alle Thallwitzer, insbesondere aber die Jugend getan werden: Das Sportgelände, die Festwiese sowie die Waldbühne sind das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und des Vereinslebens in Thallwitz. Schmidt: „Das ist alles durch die Flut so stark beschädigt worden.“

Gerade nach der schrecklichen Flutkatastrophe sei es wichtig, dass es auch wieder ein Gemeinschaftsleben im Ort gibt. Mit dem Geld aus dem Kreis Heinsberg sollen diese Einrichtungen wieder hergerichtet werden, so dass die Thallwitzer Ende September ihr traditionelles Erntefest feiern können. Schmidt erklärt, wie bedeutsam Gemeinschaftsleben ist: „Wir zeigen, es geht weiter und niemand braucht sich mit Abwanderungsgedanken zu tragen.“ Abwanderung ist vor allem in den kleinen Gemeinden im Osten ein großes Problem.

Einen Härtefall anderer Art gibt es in Grimma. In der Altstadt liegt die alteingesessene Bäckerei Krug, die für die Nahversorgung mit Brot und Brötchen in der Altstadt sehr wichtig ist, vor allem für ältere Menschen. Diese Bäckerei, 200 Meter vom Muldeufer entfernt, war bereits durch das Hochwasser 2002 sehr stark betroffen. Durch das Hochwasser 2013 ist sie erneut komplett beschädigt worden. Ein Starkregenereignis wenige Tage nach dem Hochwasser hat noch ein Übriges getan, so dass ein Schaden von 200\.000 Euro entstanden ist.

Da ein Versicherungsschutz gegen Hochwasser dort nicht möglich ist, hat die Stadt Grimma zu einer Spendenaktion für die Bäckerei aufgerufen und wird mit dem Einverständnis von „HS — ein Kreis hilft“ die Spendensumme aus dem Kreis Heinsberg für die unverschuldet vor dem völligen Ruin stehende Bäckerei verwenden. Der Oberbürgermeister meint: „Das ist wirklich ein besonderer Härtefall.“

Angesichts der Hochwasserschäden in Millionenhöhe in Thallwitz und Grimma kann die Hilfe aus dem Kreis Heinsberg nur einen kleinen Beitrag leisten. In beiden Orten hat man sich aber nicht nur über die dennoch ansehnliche Spendensumme gefreut, sondern vor allem auch über das Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität aus dem Kreisgebiet. Auch Pusch dankt den Bürgern: „Ich finde toll, wie solidarisch sich die Menschen aus dem Kreis Heinsberg hier gezeigt haben.“

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