Aachen: Ägid Lennartz´ Kinderchor macht dem Lennet Kann Beine

Aachen : Ägid Lennartz´ Kinderchor macht dem Lennet Kann Beine

Ägid Lennartz lacht so herzlich, als hätte er gerade die Pointe des Jahres in der Bütt zu hören bekommen. Hat er nicht. Um Karneval geht es trotzdem.

Denn Lennartz erinnert sich an den Tag, als er in die Grundschule Passstraße ging, um mit den Schülern Lieder für die Sitzung „Wider den tierischen Ernst” einzustudieren. Eine Art Unterricht sollte es werden, ein großer Spaß wurde es. Die Kinder wollten ihn gar nicht mehr gehen lassen. „Wir haben jetzt Mathe, sollen wir nicht nochmal singen?”, riefen sie.

Nun stehen sie auf der Bühne des Eurogress, es sind Proben für die heutige Sitzung. Vorne am Bühnenrand stakst Dirk von Pezold, singt den Lennet Kann. Eine Fernsehsitzung ohne Lennet Kann darf es nicht geben.

Hinten stehen die Kinder, verkleidet wie kleine Lennets, und singen herzhaft den Refrain. Zweimal werden die Kinder singen, neben dem Lennet Kann auch den Akika-Marsch des Märchenprinzen. Und sie werden mit dem Kinderkarnevalspreis ausgezeichnet.

Nach der Kinderprobe hat Lennartz nur wenig Zeit, sich zurückzulehnen. Irgendwie ist er die ganze Zeit in die Proben involviert. Immer wenn es um Musik und Öcher Platt geht, trägt das Programm auch seine Handschrift. Als Jupp aus Josef, Jupp und Jüppchen ist er seit 1997 (Ordensträger Theo Waigel) Teil der Sitzung. Doch nie waren seine Aufgaben so umfangreich wie 2008. Er hat Medleys getextet, mit den Kinder geprobt und wird als Jupp wie auch als Öcher Allstar mit Jupp Ebert und Gitta Haller auftreten.

Es ist kein Zufall, dass der AKV auf Lennartz setzt. Uwe Brandt wurde vom Aachener Karnevalsverein ins Team geholt, als es um Drehbuch und Inszenierung ging. Und der hat seinen Freund und angeheirateten Vetter Lennartz eingebunden. „Wir sind ein eingespieltes Team”, sagt Lennartz, der wie Brandt seine Wurzeln im alternativen Tropi-Karneval hat.

Das Team hinter den Kulissen hat Monate an der Sitzung gefeilt. Brandt, Grenzlandtheater-Intendant Manfred Langner, Ulf Dietrich und Hubert Crott haben ein Drehbuch geschrieben, das immer wieder Bezugspunkte zur Ritterin Gloria von Thurn und Taxis schafft.

„Es wird ein vergnüglicher Abend, speziell auf die Fürstin abgestimmt”, verspricht Langner und schließt die Tür. Denn noch ist vieles geheim und soll es bis heute Abend bleiben. Vor den Türen hört man nurnoch die Musik der Kapelle.

Der AKV-Soundexpress spielt noch einmal den Lennet Kann, später ein Medley mit Liedern von Leo Lamm. Für die musikalische Umsetzung ist Meinolf Bauschulte verantwortlich. Die Kapelle spielt seine Arrangements. Und die Proben versprechen einen klasse Klang.

„Es wäre schön zu sehen, wenn alles, was aus Aachen kommt, mit großer Begeisterung aufgenommen wird”, sagt Lennartz hinter den Kulissen. Statt eines Kostümes trägt er noch einen grauen Kapuzenpullover. Das wird heute anders sein, denn bis zur Garderobe ist alles auf das fürstliche Drehbuch abgestimmt.

Das tolle neue Bühnenbild von Heinz Raddatz zeigt Burgtürme und Mauern. Sie sind schief und bauchig, so wie man sie aus Kinderbüchern kennt. In solchen Türmen wohnen Prinzessinnen und lassen ihr Haar herab. Lennartz gefällt die Kulisse. Sie i lässt Platz für das Wesentliche: das Programm auf der Bühne. Etwa die „Samba op en Rues”.

„Ich kann von niemanden im München erwarten, dass er mitsingt. Aber ich kann versuchen, dass die Leute im Saal Spaß haben und diese Begeisterung auch die Menschen in München spüren”, sagt er. Dann muss er los. Proben. Das nächste Öcher Liedchen steht auf dem Programm.