Steffi und Patrick Müller haben ein über 100 Jahre altes Haus gekauft

Wohnraumförderung : Aus Alt wird Neu: Ein Familienprojekt

Steffi und Patrick Müller haben ein über 100 Jahre altes Haus in Aachen-Vetschau gekauft. Bei der Finanzierung hat die Wohnraumförderung der StädteRegion Aachen geholfen.

Roher Backstein und 120 Jahre alte Holzbalken: „Ein Altbau steckt voller Überraschungen“, erzählt Steffi Müller. „Als wir die Decken rausgeholt haben, ist uns erstmal eine englische Fliegerbombe vor die Füße gefallen. Unter der hat mein Opa Jahrzehnte lang geschlafen, ohne es zu wissen.“ Die Müllers haben gerade ein Haus in Aachen-Vetschau gekauft, Baujahr etwa 1902. Schon Steffi Müllers Großeltern und deren Eltern haben hier gewohnt. Jetzt wird modernisiert.

Ein Riesenprojekt. Ein Familienprojekt. „Die Außenmauern bleiben stehen“, sagt Patrick Müller. „Alles andere wird eine Mischung aus Alt und Neu.“ Entkernen, neue Wände, Decken, Fußböden, mit einem Anbau mehr Platz schaffen – die Familie hat viel vor. Um Kauf und Modernisierung zu finanzieren, mussten viele Termine gemacht werden, beim Architekten, Notar, der Bank oder der StädteRegion Aachen. Moment mal! Wieso bei der StädteRegion Aachen?

„Als die erste Planung stand und die Kosten klar waren, kam natürlich die Frage: Ok, ist das für uns finanziell überhaupt machbar?“, erzählt Patrick Müller. „Für eine vierköpfige Familie mit zwei Normalverdienern ist eine Hausfinanzierung nicht so einfach.“ Er ist Immobilienkaufmann, seine Frau medizinische Fachangestellte. Über die Hausbank alleine, so zeigte sich, würde das bei ihrem Einkommen nicht klappen. Dann bekam Familie Müller den Tipp, bei der StädteRegion nachzufragen.

Bonus für Familien

Wohnraumförderung in der StädteRegion Aachen: Bei Stefanie Koenigs und ihren Kollegen gibt es Beratung nach Maß. Foto: Foto: Barbara van Rey

„Viele wissen das nicht, aber bei uns kann man öffentliche Fördergelder für den Kauf und die Modernisierung des eigenen Hauses oder der Wohnung beantragen“, erklärt Stefanie Koenigs vom Amt für Bauaufsicht und Wohnraumförderung der StädteRegion Aachen. „Zwar handelt es sich um Landesmittel, aber wir sind die sogenannte Bewilligungsbehörde.“ Das bedeutet: Wenn das Haus oder die Wohnung in einer der städteregionalen Kommunen liegt, kann ein Antrag bei der StädteRegion gestellt werden. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und liegen alle Informationen vor, kommt das Geld von der NRW.Bank.

Solide Grundlage für die Finanzierung

Von den zinsgünstigen Darlehen und dem Tilgungsnachlass können gerade junge Familien mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren. „Die niedrigen Zinsen sind für mindestens zwanzig Jahre gesichert und es gibt bis zu 20 Prozent Tilgungsnachlass. Das bedeutet im Klartext: Dieses Geld muss man gar nicht erst zurückzahlen“, erklärt Koenigs die Vorteile. Dieses zinsgünstige Förderkapital wird von den anderen Banken teilweise als Eigenkapital anerkannt. „Das Ganze ist kompliziert und man muss viel ausfüllen, nachweisen und einiges beachten“, räumt sie ein. Aber eine ausführliche Beratung gehört dazu. „Wir lassen die Menschen mit dem Antrag nicht alleine!“, betont sie.

„Wir haben schon viel Zeit mit den Formalitäten verbracht“, sagt auch Patrick Müller. „Aber die Konditionen sind so sensationell, dass Freunde, denen wir das erzählen, das erstmal gar nicht glauben.“ Jetzt ist das erste Geld geflossen und die Müllers können ihr Herzensprojekt mit voller Kraft angehen. Als nächstes kommen die Fußböden und einige Wände raus. Die Kinder Max und Emma tragen Steine zum Container und sammeln Fundstücke in einer Kiste: eine Steuererklärung von 1901, einen alten Knopf, einen Kinderschuh. Freunde und Nachbarn packen mit an. Und Steffi Müllers Augen leuchten, wenn sie sagt: „Im Moment braucht man noch etwas Fantasie, aber wir sehen alles schon vor uns.“

(pr)