Städteregion: „Aachen digitalisiert“: Städteregion will Bewerbung unterstützen

Städteregion: „Aachen digitalisiert“: Städteregion will Bewerbung unterstützen

Die insgesamt 15.000 Euro, deren Freigabe der Städteregionsausschuss am Donnerstag aller Voraussicht nach für die Jahre 2016 bis 2018 beschließen wird, haben wohl eher symbolischen Charakter. Denn eigentlich geht es um etwas richtig Großes — aus finanzieller und auch aus inhaltlicher Sicht.

„Aachen digitalisiert“ heißt das Projekt, an dem sich die Städteregion beteiligen will. Dahinter steckt die Bewerbung um eine Förderung als „Regionales Zentrum für die digitale Wirtschaft“, die das Land Nordrhein-Westfalen für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren in Aussicht stellt.

Fünf „Gewinner“ sollen im Sommer benannt werden, der Kreis der Interessenten und somit die Konkurrenz aber ist groß. Und es gibt eine weitere Herausforderung: Die Landesförderung setzt neben einem schlüssigen Konzept einen Eigenanteil in Höhe des Zuschusses voraus. Das sind in der Summe immerhin 1,5 Millionen Euro, die auch die Initiatoren aus dem Raum Aachen — in erster Linie RWTH, IHK und der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. — bis Ende Juni aufbringen müssen.

Die bis dato vorliegenden Zusagen sind beträchtlich, rund 828.000 Euro stehen — Stand Mittwoch — zur Verfügung. „Das ist eine stolze Summe“, findet der Vorstand der Aachener Grün Software AG und Vorsitzende des Bundesverbandes, Dr. Oliver Grün. „Aber den Restbetrag zu bekommen, wird echt schwierig“, räumte Grün mit Blick auf die verbleibende Zeit ein.

Vielleicht werden ihm in den kommenden beiden Wochen ja die „positive Erwartungshaltung und die Aufbruchsstimmung“ zugute kommen sein, die Helmut Etschenberg schon Anfang März bei der Auftaktveranstaltung im Aachener Rathaus wahrgenommen hatte. Und auch die Zusage des Städteregionsrates, bei den städteregionalen Beteiligungsgesellschaften für einen Beitritt zu der Initiative und einen angemessenen Beitrag zu werben, könnte weiterhelfen.

Dass die Städteregion selber vom Gelingen des Projektes profitieren würde, steht für Markus Terodde außer Frage. Und das sogar doppelt. „Zum einen sind auch wir dem digitalen Wandel unterworfen und werden uns mit zukunftsrelevanten Fragen zur Aufstellung der Verwaltung beschäftigen müssen“, erklärt der Dezernent für regionale Entwicklung. „Und zum anderen kann die Städteregion als Multiplikator über die Wirtschaftsförderung hier ansässige Unternehmen für die Digitalisierungswelle sensibilisieren und sie mit den relevanten Ansprechpartnern vernetzen.“

Aus Sicht von Oliver Grün ist der Handlungsbedarf groß: „Die Region Aachen ist in den 80er Jahren Technologieregion geworden. Aber den Schritt zur Digitalregion hat sie leider verpasst.“ Nun gebe es eine „zweite Welle“ der Digitalisierung. Und damit eine zweite Chance. Diese müssten Stadt und Städteregion gemeinsam nutzen.

„Unsere Stärke liegt darin, dass der Mittelstand von der Notwendigkeit überzeugt ist“, findet Helmut Etschenberg. Seine Überzeugung teilt offenbar auch die Politik. Die Koalitionäre von CDU und Grünen haben das Thema mit einem gemeinsamen Antrag über den Wirtschaftsausschuss in den Städteregionsausschuss getragen, Zustimmung gibt es im Vorfeld der heutigen Sitzung auch von SPD, Linken und FDP. Letztgenannte hat in Person ihres Fraktionsvorsitzenden Georg Helg angeregt, die Bemühungen um ein regionales Digitalisierungszentrum auch dann fortzusetzen, wenn es für eine Landesförderung nicht reichen sollte. Doch damit will sich Oliver Grün derzeit nicht beschäftigen. „Es gibt keinen Plan B. Alle Konzentration richtet sich darauf, Nutznießer dieser einmaligen Gelegenheit zu sein.“