Aachen: ausgefallene Weihnachtsgeschichten im Theater K

Theater K lädt ein : Mit „Klingelingeling“ in Richtung Weihnachten

Unter der Überschrift „Klingelingeling“ gestaltet das Theater K in diesem Jahr ein „literarisch-musikalisches Beisammensein an den Adventssonntagen“. Und gewichtelt wird auch.

„O du fröhliche“, singen die einen, die anderen lieber ein „O du schreckliche“, gemeint in beiden Fällen: die Weihnachtszeit. Geschenke kaufen, Weihnachtsmarktbummel und das überall dudelnde „Last Christmas“ und seine musikalischen Artverwandten – das treibt so manchen an den Rand des Wahnsinns. Doch Weihnachten ist auch eine Zeit, von der Geschichten erzählt werden und die Geschichten schreibt. Ein paar dieser Geschichten erzählt das Theater K dieses Jahr im Advent in den Räumlichkeiten der Galerie S – Galerie für zeitgenössische Kunst, mitten in der Innenstadt und im Weihnachtstrubel.

„Klingelingeling“ ist der Titel des „literarisch-musikalischen Beisammenseins an den Adventssonntagen“, wie es die Verantwortlichen vom Theater K umreißen. Ausgefallene Weihnachtsgeschichten haben beim Theater K eine lange Tradition. Als das Theater noch in der Bastei an der Krefelder Straße seinen Sitz hatte, waren sogar Stücke am Heiligen Abend gespielt worden.

Jetzt also die Adventssonntage: Los geht es am Sonntag, 2. Dezember, mit „Merry Scary X-mas – Songs & Stories“. Norman Nowotko und Jochen Deuticke lesen szenisch eine moderne Weihnachtsgeschichte, die komisch und tragisch zugleich ist. Begleitet werden sie von der Sängerin Anirahtak und Ludger Singer am Klavier. „Es geht um den modernen Menschen und seine Probleme“, erklärt Annette Schmidt.

Einen satirischen Blick auf Weihnachten werfen am zweiten Advent, Sonntag, 9. Dezember, Anush Manukian und Annette Schmidt gemeinsam mit dem Pianisten Thomas Bernd. „Wir sind dafür zuständig, dass unübliche Figuren auftreten“, erklärt Schmidt: ein „sich beklagender Weihnachtsbaum“ und Geschenkpakete, die über ihr Dasein fabulieren. „Lametta macht‘s auch nicht better“, soll unterhalten und gleichzeitig auch zum Nachdenken anregen über das, was Weihnachten heute ist und was es eigentlich sein sollte.

Trolle und Hexen

Eine „schräge Show des Weihnachtswahnsinns“ inmitten des so bekannten Aachener Weihnachtsmarktes – was könnte passender sein? Etwas ganz Besonderes hat sich schließlich Mona Creutzer für den dritten Adventssonntag, Sonntag, 16. Dezember ausgedacht. Sie entführt die Zuschauer mit ihrer einmaligen Stimme und gemeinsam mit dem „Trio InVoice“ (Pascale Fritz, Paul Moraal und Fynn Titford-Mock) in den hohen Norden, in eine Winter-Weihnachtswelt der Trolle, Hexen, Huldren und der heidnischen Zauber.

Es wird mehr der dunklen Tradition, der Mystik, gehuldigt als deutscher Besinnlich- und Gemütlichkeit. „Mythologisch-surreal“, soll es werden, was genau gelesen wird, wird noch nicht verraten. Das Theater K möchte mit den Abenden in kleinem Rahmen – maximal 30 Plätze wird es geben – auch in Kontakt mit dem Publikum treten. Und das Publikum selbst soll auch ins Gespräch kommen. Schließlich ist Weihnachten ja die Zeit des Zusammenseins. Und wie geht das besser als mit Geschenken? Daher ist jeder Zuschauer dazu angehalten, ein kleines Wichtelgeschenk, „Schlichtes, Selbstgemachtes oder Fundstücke“, mitzubringen. Es wird an den Abenden gewichtelt werden, und auch die Schauspieler und Schauspielerinnen werden mitmachen. Wer sicher sein möchte, Plätze zu bekommen, sollte im Vorfeld Karten reservieren.