Aachen: 7000 Proben für den sicheren Genuss

Aachen: 7000 Proben für den sicheren Genuss

Baden. Wäsche waschen, Trinken. Wir drehen einfach den Hahn auf und verbrauchen Wasser. Der tägliche Bedarf liegt in Deutschland etwa 122 Litern pro Person. Trinkwasser ist wichtig. Es ist unersetzlich. Deshalb wird es wie kein anderes Lebensmittel streng kontrolliert und geschützt. Zuständig für die Kontrolle sind die Gesundheitsämter und die Wasserversorger.

Die Stawag in Aachen hat dafür ein eigenes Wasserlabor. Der zuständige Experte ist Ralf Paulus: Rund 7000 Proben im Jahr werden analysiert, sie stammen aus allen Bereichen des Aachener Versorgungsnetzes. Es ist per Gesetz festlegt, wie oft und wo die Proben genommen werden sollen. „Wir als Stawag nehmen deutlich häufiger im gesamten Stadtgebiet Proben“, sagt Paulus. „Somit können wir stets eine unbedenkliche und gute Versorgung für den Verbraucher sicherstellen.“

Bildnummer: 56148817 Datum: 28.09.2011 Copyright: imago/imagebroker Illustration, drei Wassergläser, Symbolbild Natur Gesellschaft xsp x0x 2011 quer drei Durst Ernährung Ernaehrung freigestellt freigestellte freigestellter freigestelltes Freisteller Gesunde Gesundheit Gläser Glaeser Glas Illustration Illustrationen Mineralwasser Natur Sprudel still Stillleben stills Studioaufnahme Studioaufnahmen Symbolbild Trinken Trinkwasser Wasser Wassergläser Wasserglaeser Wasserglas Wasserverlust 56148817 Date 28 09 2011 Copyright Imago image broker Illustration Three Water glasses Symbol image Nature Society xsp x0x 2011 horizontal Three Thirst Nutrition Nutrition optional exempted exempted excepted cut out Healthy Health Glasses Glaeser Glass Illustration Illustrations Mineral water Nature Bubble quiet Still life Stills Studio shooting Studio recordings Symbol image drink Drinking water Water Water glasses Glaeser water A glass of water water loss

Aus den Eifeltalsperren

Das Aachener Trinkwasser wird aus dem Grundwasser und den Eifeltalsperren gewonnen. Das Grundwasser liegt gut geschützt in Feinsand- und Kalksteinschichten bis zu 80 Meter unter der Oberfläche. Es wird bereits durch diese Materialdeckschichten gefiltert, bevor es ins Wasserwerk kommt. Die Talsperren sind dagegen Oberflächengewässer, die und durch ihre Nähe zum Menschen und Tieren nicht so geschützt sind wie das Grundwasser. Sie benötigen daher eine aufwendigere Reinigung.

Ralf Paulus merkt an: „Es ist wichtig, zu wissen, dass das Trinkwasser nicht aus Abwasser gewonnen wird. Das wird oft verwechselt.“ Ein häufig diskutiertes Problem im Abwasser sind Rückstände von Medikamenten und Hormonen, die aber im Trinkwasser nicht vorhanden sind.

Früher sah das anders aus. Durch die anwachsende Bevölkerung kam es immer häufiger vor, dass die Brunnen verunreinigt waren und viele Menschen durch das Wasser erkrankten. Deshalb wurde in Aachen 1880 das erste Wasserwerk gebaut, welches auch noch heute in Betrieb ist, natürlich mit moderner Technik.

Weil das Trinkwasser für die Gesundheit der Bürger eine entscheidende Rolle spielt, wird es sehr gut geschützt. Die Bereiche rund um die Talsperren und auch um die Grundwasser-Reservoirs sind nicht für jede Nutzung z. B. der Landwirtschaft, zugelassen. Es gibt behördlich festgelegte Schutzzonen.

Neben den Untersuchungen des Wassers vor Ort in diesen Schutzgebieten sind die Wasserexperten der Stawag auch am anderen Ende der Versorgungskette— also beim Kunden — tätig. Ralf Paulus sagt; „Wir überprüfen auch neu verlegte Rohrleitungen oder nehmen Proben in öffentlichen Gebäuden.

Der Arbeitstag der Labormitarbeiter beginnt also mit der Entnahme von Wasserproben an verschiedenen Stellen im Versorgungsnetz, die mit dem Gesundheitsamt festgelegt wurden.

Während der Probennahme werden einige Parameter direkt vor Ort gemessen, da sich diese während des Transports ins Labor verändern können. Dazu zählen zum Beispiel die Temperatur oder der Gehalt an Chlor.

Auf Keime geprüft

Die Proben werden dann ins Labor zur bakteriologischen Untersuchung gebracht. Nach genormten Verfahren wird das Wasser auf Keime geprüft. Die Proben kommen dafür in so genannte Brutschränke, damit die Bakterien wachsen können. Dabei wird zum Beispiel die Raumtemperatur mit 20 Grad Celsius, die Körpertemperatur mit 36 Grad Celsius für spezielle Keime simuliert.

Nach zwei Tagen kann man durch Verfärbungen sehen, ob oder wie stark sich Bakterien vermehrt haben. „Diese Verfahren sind alle genormt. Damit kann man das Wasser auf Bundesebene qualitativ vergleichen. Aachener Trinkwasser schneidet dabei immer sehr gut ab“, sagt Paulus.

In der Analytik-Abteilung werden dann z. B. der pH-Wert und andere chemische Parameter gemessen. Der pH-Wert spielt eine wichtige Rolle, da er für die Mischung von Grundwasser und Talsperrenwasser genau stimmen muss. „Die Talsperre hat einen pH-Wert von 8 bis 9, das Grundwasser von 7 bis 7,5. Würde man die Wässer einfach mischen, könnte entweder mehr Kalk ausfallen und die Rohre würden verstopfen oder das Wasser würde korrosiv wirken und die Rohre auflösen“, sagt Paulus.

Hart oder weich?

Die letzte Station sind die Ionenchromatographie zur Bestimmung von Anionen wie Chlorid und Sulfat und die AAS zur Metallanalytik. Der Gehalt von Kalk und Magnesium bestimmt die sogenannte Härte des Wassers. Diese Werte sind für den Verbraucher wichtig, damit er weiß, ob er ein hartes oder weiches Wasser hat und sein Waschmittel richtig danach dosieren kann.

Der Geschmack ist schließlich — Geschmackssache. „Die meisten Menschen finden hartes Wasser wohlschmeckender andere mögen den eher ‚leeren‘ Geschmack von weichem Wasser lieber“, sagt Paulus. Ob jetzt das mittelharte Trinkwasser der Innenstadt oder das weiche Wasser um Aachen herum, es sind beides bestens geprüfte Trinkwässer, die mit Mineralwasser aus der Flasche mithalten können.

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