Kulturkreis Richterich: 40 Jahre kulturelle Bildung auf hohem Niveau

Kulturkreis Richterich : 40 Jahre kulturelle Bildung auf hohem Niveau

Der Kulturkreis Richterich wird 40 Jahre alt – und kann auf eine stolze Bilanz in Sachen kultureller Bildung im Aachener Stadtteil verweisen.

Vorträge, Konzerte, Studienreisen und Kreativkurse – seit über 40 Jahren macht der Kulturkreis Richterich im wahrsten Wortsinn Kultur im Stadtteil. 1980, am 28. Februar, beschloss eine Gruppe um den Aachener Künstler Heinz Tobolla die Gründung des Kulturkreises auf Schloss Schönau. Ein halbes Jahr später, am 17. Juni, wurde der Verein in Aachen gegründet.

Drei Vorsitzende hat es in dieser Zeit gegeben, mit Dr. Wilhelm Wolff ist seit März dieses Jahres der vierte im Amt. Gut 330 Mitglieder zählt der Kulturkreis aktuell, Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren die Angebote. Denn der niedrigschwellige Zugang ist dem Verein wichtig. „Unsere Arbeit konzentriert sich auf drei Bereiche“, erläutert Wilhelm Wolff, „Wir organisieren Konzerte, musikalische Lesungen und Vorträge im Schloss, laden zu Studienreisen ein und bieten Kurse in Musik, Sprachen und bildender Kunst für Kinder und Erwachsene an.“

„Lokale Kulturvereine sind der Garant für die kulturelle Landschaft und die Vielfalt in Deutschland“, unterstreicht Florian Koltun. Der Musiker und Konzertagent ist für das Musikprogramm verantwortlich. In Vor-Coronazeiten fanden acht Mal im Jahr Kammerkonzerte und Vorträge statt, ein- bis zwei Nal im Jahr gab es die sogenannten Flügelkonzerte, zumeist besetzt mit hochklassigen Nachwuchstalenten.

Experten wie Max Kerner oder Gerd Haubrich konnten für die Vorträge gewonnen werden. Zwei- bis drei Mal im Jahr führten ein- oder mehrtägige Studienreisen an Ziele wie Wien, Prag oder Amsterdam. Wie beliebt die Angebote waren und sind, zeigt die enorme Nachfrage: „Die Studienreisen waren oft innerhalb weniger Tage ausgebucht“, berichtet Paul Reiter, 21 Jahre lang aktiv im Vorstand des Vereins und für die Organisation der Studienreisen zuständig.

Auch die Konzerte erfreuten sich großer Beliebtheit. „Sie sind immer gut besucht und das Aushängeschild des Kulturkreises“, sagt Florian Koltun. Gute Kontakte gibt es zu den Hochschulen in Aachen und Köln, deren Talente und Absolventen auf Schloss Schönau konzertieren. Auch zur Stadt Aachen, genauer zur Bezirksvertretung Richterich, pflegt der Verein gute Kontakte. Das Schloss gehört der Stadt, die Nutzung durch den Kulturkreis werde sehr gut aufgenommen.

Überflüssig zu erwähnen, dass auch die Arbeit des Kulturkreises durch Corona fast zweieinhalb Jahre fast vollständig zum Erliegen kam. Jetzt läuft alles wieder an, Musikkurse, Sprachkurse, ein Qi-Gong- und ein Yoga-Kurs finden wieder statt. Auch der Klöppel-Kurs trifft sich wieder. Und das Jubiläum wird nachgefeiert. Am zweiten Juniwochenende bietet der Kulturkreis einen Einblick in alles, was ihn seit 40 Jahren ausmacht: Vorträge, Konzerte und eine Werkschau in das Kursangebot am Sonntagnachmittag. „Wir planen das Klassikkonzert als Picknickkonzert. Besucher können ihre eigenen Stühle oder Decken mitbringen, wir haben aber auch Stühle vorbereitet“, so Florian Koltun. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. Aber auch da hat der Kulturkreis immer Glück gehabt.