Hückelhoven: 20 Jahre: Das Ladenteam ist ziemlich stolz

Hückelhoven: 20 Jahre: Das Ladenteam ist ziemlich stolz

Sein 20-jähriges Bestehen feierte der Eine-Welt-Laden Hückelhoven im Café Lebensart, das einen ebenso informativen wie von vielen Gesprächen begleiteten Abend erlebte, an dem auch Gründungsmitglieder und Mitarbeiter aus dem ersten Ladenteam teilnahmen.

Der Vorsitzende Dr. Hans Latour konnte zahlreiche Gäste begrüßen, unter ihnen Bürgermeister Bernd Jansen. Der sich nach eigenen Worten dem Eine-Welt-Laden sehr verbunden fühlt, was er auch durch einen mitgebrachten Umschlag ausdrückte, und darauf hinwies, dass „die Stadt stolz auf eine solche Einrichtung sein” könne. Latour nannte in einer globalisierten Welt das Streben nach Gerechtigkeit und praktizierte Solidarität als Antrieb für den Laden und seine Mitarbeiter.

Hans-Georg Lippert, der ehemalige Vorsitzende des Eine-Welt-Ladens, präsentierte dessen Geschichte in einer umfangreichen Dokumentation, angefangen mit der Gründungsversammlung am 15. Juli 1991 mit 21 Personen - inzwischen hat der Verein über 80 Mitglieder - bis zu den heutigen Projekten. Unterlegt mit Fotos, Zeitungsartikeln und Dokumenten, die Lippert ebenso akribisch wie umfangreich zusammengetragen hatte, wurde die Geschichte des Ladens lebendig.

Dabei ging der Referent auch ein auf Intentionen und Motivationen, auf Umzugsprobleme, auf die Nachhaltigkeitseins (Auszeichnung der Verbraucherzentrale NRW), auf Begegnungen mit Menschen aus Brasilien, auf Aktivitäten in Schulen, Öffentlichkeitsarbeit und Highlights der Eine-Welt-Arbeit, wie zum Beispiel die Wasserwoche in 2001 oder das Projekt „Pumpen”, das mit Hilfe auch der Stadt In Brasilien zum Bau von vielen hundert Pumpen geführt habe.

Vorstandsmitglied Bruno Bürger stellte die drei vom Eine-Welt-Laden unterstütz-ten Projekte vor: Das Pumpenprojekt der IRPAA (Institut für angepasste Landwirt-schaft) aus dem Trockengebiet im Nordosten Brasiliens, aus dieser Gegend auch Zisternen und Gemüsebeete in der Riesenpfarrei von Pater Wilhelm in Pilão Arcado und schließlich eine Gesundheitsstation, Jugendgruppen und die Vorschule „Erziehung zur Freiheit” in Salvador/Bahia von Aluisio Pereira, den er vor kurzem noch besucht hatte.

Bürger präsentierte auch eine Fotoausstellung seiner Tochter Judith, die mit beeindruckenden Bildern die typische Lebenssituation der Menschen und besonders der Kinder in Pilão Arcado zeigte.

Er betonte auch, dass seit Jahren Freiwillige (junge Leute nach ihrem Abitur) in den Projekten arbeiten, wodurch deutlich werde, dass es sich um Partnerschaftsprojekte handele.

In einer Grußadresse erinnerte Pfarrerin Susanne Bronner an die kleinen Anfänge, aus denen viel gewachsen sei, und wies darauf hin, dass die Arbeit des Eine-Welt-Ladens heute vielleicht noch wichtiger sei als vor 20 Jahren, weil in vielen Ländern der Raubtierkapitalismus und die ungeheuerliche Ausbeutung natürlicher Ressourcen viele Menschen in unbeschreibliches Elend stürzten.

Musikalisch wurde der Abend begleitet und aufgelockert durch Tim Hocks (Keyboard) und Niels Kohlen (Gitarre).