Unglaubliche Reise in unbezahltem Taxi: Monte Carlo, Münstereifel, Mexiko

Von: cheb
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Taxi Symbol Symbolfoto: Felix Hörhager/dpa
Durch Europa und die Welt: Die Geschichte dieser Taxifahrt werden die Beamten der Polizei Euskirchen so schnell nicht vergessen.

Euskirchen. Es klingt wie ein fantasievoller Hollywood-Film und auch die Beamten der Polizei Euskirchen werden gestaunt haben, als sie diese schier unfassbare Geschichte hörten: Ein 47-jähriger Taxifahrer wurde in der Nacht zum Freitag vorstellig und berichtete von einem Fahrgast, der ihn geprellt habe. Und zwar nach einer Fahrt quer durch Europa und einem Flug bis nach Mexiko.

Die Odyssee des Taxifahrers aus Wien begann am 10. Oktober. An diesem Tag holte er einen ihm bereits bekannten Fahrgast in Monte Carlo ab. Von dort an ging es über Nizza und Brüssel zunächst nach London.

Auch diese Strecke ist bereits durchaus ungewöhnlich lang, aber es sollte noch viel kurioser werden. Von England aus ging es weiter nach Zilina in der Slowakei und dann wieder nach Norden, nämlich ins deutsche Bad Münstereifel, wo Fahrer und Passagier ein Hotel aufsuchten. Die Reise sollte schließlich wiederum in London enden. Dort angekommen, stellte der Fahrgast fest, dass er die - wenig überraschend - hohe Summe von 18.000 Euro nicht bezahlen könne.

Von Mexiko über Toronto und Island nach Euskirchen

Doch er habe natürlich das Geld, beteuerte der Gast - allerdings auf einem Konto bei einer Bank in Mexiko. Selbst diese Erklärung, die etliche Leser an Fantasiegeschichten aus Spam-E-Mails erinnern dürfte, brachte den Taxifahrer immer noch nicht zum Zweifeln. Gemeinsam flog das Duo nach Cancun, wo sich der Fahrgast von einem Hotel aus dann plötzlich und unerwartet spurlos absetzte.

Der um sein Geld geprellte Wiener konnte seine Frau daheim erreichen, die ihm mit einer Überweisung den Rückflug aus dem ungewollten Abenteuer ermöglichte. Über Toronto und Island endete die halbe Weltreise schließlich in London beim vertrauten Taxi, mit dem er bis nach Euskirchen fuhr, um den Polizisten dort von dem höchst bizarren Betrug zu berichten.

Weil der Betrüger ausgerechnet in Bad Münstereifel Station machte, hielt der Fahrer es für wahrscheinlich, dass der Mann Kontakte in die Region habe.

Ob die Geschichte sich wirklich so ereignet hat, werden die Polizeibeamten jetzt klären müssen. „Wir haben die Ermittlungen eingeleitet“, sagte ein Pressesprecher der Polizei Euskirchen auf Anfrage unserer Redaktion. Der Taxifahrer habe seine Geschichte jedenfalls sehr detailliert geschildert. Es wird für die mit dem Fall betrauten Ermittler auf jeden Fall einiges aufzuarbeiten geben.

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