Aachen - Stadt Aachen belebt die Wirtshauskultur neu

Stadt Aachen belebt die Wirtshauskultur neu

Von: Robert Esser
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Aufbruchstimmung: Im „Alten Zollhaus“ setzt die neue Pächterin Silvia Frankenne die Tradition fort – und betont die Brauhauskultur. Foto: Michael Jaspers
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Armin Geiger und sein Team vom Restaurant Elisenbrunnen verwandeln „Parsley & Fruits“ auf dem Markt in ein Wirtshaus namens „Karl’s“. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die klassische Theke verbunden mit regionaler Küche wird wiederentdeckt. In Aachen erhält die heimische Wirtshauskultur neue Impulse. Auf dem Markt realisieren die Betreiber des Restaurants Elisenbrunnen anstelle des „Parsley & Fruits“ auf 300 Quadratmetern ein zünftiges Brauhaus-Konzept – und das traditionelle „Alte Zollhaus“ an der Friedlandstraße 22 startet nach dem Rückzug von Gastronom Dirk Deutz unter neuer Leitung voll durch: Silvia Frankenne hat das altehrwürdige Speiselokal komplett übernommen.

„Ich hatte schon immer eine Passion für die Gastronomie. Ich bin überglücklich, dass ich dies jetzt in diesem einzigartigen Ambiente des Zollhauses für die Stammkundschaft, aber hoffentlich auch für viele neue Gäste umsetzen darf“, sagt die 43-Jährige. Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin, Betriebswirtin und Eventmanagerin arbeitet seit 2012 für das Zollhaus, die Monate vor der kurzfristigen Schließung auch in leitender Rolle.

„Die Kombination aus uriger Atmosphäre, traditioneller Küche und frischen modernen Einflüssen hat mich gereizt.“ Natürlich bleiben der „Renner“ wie das Sahneschnitzel auf der Menükarte sowie die 15 Biere vom Fass, aber es gibt Neuerungen.

Nicht nur hinter den Kulissen: „Wir werden nun den Küchenbereich modernisieren – und auch im Lokal selbst behutsam Hand anlegen. Der Charakter soll bleiben, aber alles aufgefrischt werden“, sagt sie. Sie greift dabei auf ein bewährtes Team erfahrener Mitarbeiter zurück; zumal es schon in der eigenen Familie gastronomische Wurzeln gibt.

Silvia Frankennes Großvater war Gastronom mit Leib und Seele. Seit 1876 wird das „Alte Zollhaus“, nur einen Steinwurf vom Marschiertor und der Burtscheider Brücke entfernt, als „gastliche Stätte“ in Aachen verzeichnet. Nun wird die Geschichte in dem holzvertäfelten Wirtshaus mit der imposanten Theke fortgeschrieben. „Eine neue Ära beginnt, wir freuen uns darauf“, sagt die neue Chefin.

Vorfreude herrscht ebenso am Markt 22. Zwei Jahre hatte dort „Parsley & Fruits“ die Liebhaber besonders bewusster Ernährung – Vegetarisches, Salate, aber auch Pizza und Fleisch standen auf der Karte – angesprochen. Nun steht – genauso bewusst und offen – ein Kurswechsel an.

Ende März soll der großzügige Umbau abgeschlossen sein, dann eröffnet dort ein reinrassiges Wirtshaus mit dem Namen „Karl’s“ – nicht zu verwechseln mit dem Bistro „Carl’s“ im Centre Charlemagne auf der anderen Rathausseite am Katschhof. „Wir möchten künftig intensiver Synergien mit unserem Restaurant Elisenbrunnen nutzen – das gilt natürlich auch für die Küche“, erklärt Armin Geiger von der Elisenbrunnen Gastronomie GmbH und Co.KG.

Schnitzel, Steaks, Haxen und Sauerbraten gehören zum Programm. Und ein echter Thekenbetrieb. „Das ist die Mammutaufgabe beim Umbau. Wir verwirklichen hier ein echtes Thekenkonzept – wollen aber auch Platz schaffen für größere Gruppen, die uns besuchen möchten“, sagt Geiger. Dies war bislang schwierig wegen der vielen verglasten und gerahmten Trennwände, die vormals die gemütliche „Wohnzimmer-Atmosphäre“ im Lokal herstellten.

Die Trennwände fallen, dafür gibt es neue Accessoires. 140 Sitzplätze sollen schließlich zur Verfügung stehen; hinzu kommt die Außengastronomiefläche vor der Türe. „Wirtshäuser mit authentischer Küche liegen im Trend, das ist gut so. Wir sind davon überzeugt, dass wir gerade in unserem neuen Wirtshaus ‚Karl’s‘ in exponierter Lage am Markt vis à vis zum Aachener Rathaus genau die richtige Vision in die Tat umsetzen“, betont er.

Die Kaiserstadt erlebt, neben gastronomischen Legenden wie „Goldenes Einhorn“, „Goldener Schwan“ am Markt und dem gerade entstehenden neuen Brauhaus anstelle des abgerissenen „King’s College“ an der Rethel-straße, ganz offensichtlich eine bemerkenswerte Renaissance der Wirtshauskultur – nicht nur im Altstadtkern.

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