Aachen - Griff nach den Sternen: Die WM-Historie

Griff nach den Sternen: Die WM-Historie

Von: Kian Tabatabaei
Letzte Aktualisierung:
WM-Historie
Die Gefühlswelt der deutschen Fußballfans: Euphorie (links), Entsetzen (oben rechts), Wut (unten rechts). Fotos: dpa

Aachen. Triumphe, Niederlagen, Jubel, Verzweiflung, Sensationen, Skandale, Freundschaft, Rivalität, Tore, Fehler: Kein anderes Turnier beliefert die Fußball-Fans mit mehr Emotionen, kein anderes Turnier ist so vielschichtig, so bunt. Seit 88 Jahren kämpfen Nationalmannschaften aus aller Herren Länder um die Weltmeisterschaft. Wir blicken zurück.

1930, Uruguay: Geburt im Schoße Uruguays

Die ersten beiden Spiele in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft wurden zeitgleich am 13. Juli 1930 in der urugayischen Hauptstadt Monteviedo – wo alle Partien ausgetragen wurden – angepfiffen. Die USA besiegten Belgien 3:0; beim 4:1-Sieg der Franzosen über Mexiko erzielte Lucien Laurent das erste Tor.

Nur 13 Nationen nahmen an der ersten Fußball-WM teil. Es war das einzige Turnier, zu dem es keine Qualifikationsrunde gab. Die Sieger der vier Vorrunden-Gruppen (drei Vierer- und eine Dreier-Gruppe) spielten in den anschließenden Halbfinals um das Finalticket. So kam es am 30. Juli zum Endspiel zwischen Gastgeber Uruguay und Argentinien, das die „Himmelsblauen" 4:2 (1:2) gewannen.

 

1934, Italien: Propaganda für den Faschismus

32 Bewerber spielten in einer Qualifikationsrunde um die 16 Startplätze für die zweite Weltmeisterschaft im damals faschistischen Italien. Der Sieger wurde im K.o.-System ermittelt. Hartnäckig halten sich bis heute Gerüchte, Italien habe das Turnier nur mithilfe von Manipulationen gewinnen können. Denn beim 2:1 (1:1)-Finalsieg nach Verlängerung lieferte Schiedsrichter Ivan Eklind eine zweifelhafte Vorstellung ab.

Der Schwede hatte bereits beim 1:0 der Italiener über Österreich im Halbfinale die Gastgeber offensichtlich bevorzugt. Deutschland, zu dieser Zeit nationalsozialistisch, nahm erstmals teil und gewann das Spiel um Platz drei.

1938, Frankreich: Titelverteidigung

Kurz vor der Endrunde in Frankreich erfolgte der „Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. Auf Diktat der NSDAP-Parteiführung durfte Österreich nicht mit dem qualifizierten eigenen Team teilnehmen, sondern musste sich in eine neu gegründete, von Sepp Herberger trainierte, großdeutsche Mannschaft eingliedern.

Die logischerweise nicht eingespielte Elf verlor gleich in der ersten Runde gegen die Schweiz. Der amtierende Weltmeister Italien verteidigte den Titel im Finale gegen Ungarn mit einem 4:2 (3:1).

 1950, Brasilien: Das Maracanaço 

Dem Zweiten Weltkrieg musste auch der Fußball Tribut zollen: Zwölf Jahre hatte es keine Weltmeisterschaft mehr gegeben. Zur zweiten Endrunde sollte auch Indien anreisen, das ohne Qualifikationsspiele das Startrecht bekam. Die drei Jahre zuvor unabhängig gewordene Republik verweigerte dieses jedoch. Der Legende nach, weil sie nicht barfuß hätten spielen dürfen. In Wahrheit verkannten die Inder wohl die Bedeutung des Turniers. Schottland und die Türkei traten die lange Reise ebenso wenig an.

Das Turnier in Brasilien war das erste und letzte, bei dem der Sieger nicht in einem klassischen Finale ermittelt wurde, sondern in einer Finalrunde - der Gewinner der Gruppe wurde Weltmeister. De facto gab es dann doch ein Endspiel am letzten Spieltag zwischen dem Gastgeber, dem ein Remis gereicht hätte, und Uruguay. Mindestens 173.850 Menschen sahen die Partie im neuen Maracanã-Stadion. Brasilien führte, doch Uruguay drehte das Spiel - das „Maracanaço", Schock von Maracana, ging in die Geschichte ein.

1954, Schweiz: Das Wunder von Bern

Jeder kennt es, das Wunder von Bern. Herbergers Geschichten über rund und eckig, elf Freunde, 90-Minuten-Spiele mit einem Ball sowie schwere nächste Spiele sind allgegenwärtig. „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen", sagte Radio-Reporter Herbert Zimmermann damals ins Mikrofon - Rahn schoss und traf zum entscheidenden 3:2.

Deutschland war als krasser Außenseiter angetreten und holte sich im Finale gegen Ungarn den Pokal. In der Vorrunde noch hatte die Elf um den legendären Kapitän Fritz Walter 8:3 gegen Puskás und Co. verloren.

1958, Schweden: Pelé, Pelé, Pelé

Der jüngste Teilnehmer, der bei einer WM ein Tor schoss; der jüngste Teilnehmer, der in einem Finale ein Tor schoss; der jüngste Teilnehmer, der Weltmeister wurde: Pelé, 17 Jahre jung, betrat 1958 die internationale Fußball-Bühne.

Unvergessen ist sein traumhafter Treffer zum 3:1 im Endspiel gegen Gastgeber Schweden. Deutschland hatte im Halbfinale gegen die Skandinavier verloren und unterlag anschließend im Spiel um Platz drei Frankreich. Es war die erste Endrunde, die Menschen auf der ganzen Welt live im Fernsehen mitverfolgen konnten.

1962, Chile: Schlacht von Santiago

Beim zweiten Triumph seiner Mannschaft in Folge stand Pelé nicht auf dem Rasen. Er hatte in der Vorrunde einen Muskelfaserriss erlitten. Der andere Superstar der Brasilianer, Garrincha, war fit und erzielte wie sechs andere Spieler vier Turniertreffer - die Fifa bestimmte ihn per Los zum Torschützenkönig. Während das Gruppenspiel gegen die Tschechoslowakei noch remis endete, hatte die Seleção im Finale gegen den gleichen Gegner trotz zwischenzeitlichem Rückstand keine großen Schwierigkeiten, die Partie zu gewinnen.

Die Begegnung zwischen Gastgeber Chile und Italien, die sogenannte Schlacht von Santiago, gilt bis heute als das unfairste Spiel der WM-Geschichte. Die Bundesrepublik schied im Viertelfinale gegen Jugoslawien aus.

1966, England: Wembley-Tor

Mit der Weltmeisterschaft im „Mutterland des Fußballs" haben hierzulande viele noch nicht ihren Frieden gemacht. Zu tief schmerzt die 101. Minute in der Verlängerung im Finale gegen die „Three Lions" im Wembley-Stadion. Geoff Hurst knallte das Leder an die Unterkante der Latte, Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied - wohl zu Unrecht - auf Tor.

Als bereits einige Zuschauer auf den Platz gestürmt waren, erhöhte der Brite zum 4:2-Endstand und England war zum ersten Mal Weltmeister. Am Rande: Bei dem Turnier 1966 mussten nach jedem Spiel zwei Spieler je Mannschaft Urinproben abgeben. Dopingkontrollen hatte es zuvor nicht gegeben.

1970, Mexiko: Titel-Hattrick

Alt, übergewichtig und kurzsichtig: Pelé war im Vorfeld der neunten Weltmeisterschaft nicht fit. Das behauptete zumindest der damalige brasilianische Nationaltrainer João Saldanha und berücksichtigte den Star in den Qualifikationsspielen nicht. Auf Druck der Regierung gab Pelé dann doch noch sein Comeback für die Seleção - Saldanha trat zurück und Mário Zagallo übernahm das Ruder. In Topform führte der damals 29-jährige Jahrhundertspieler sein Team zum dritten Titel.

Beim klaren 4:1 über Italien im Finale erzielte er das 1:0 per Kopfball. Die Trophäe, der Coupe Jules Rimet, ging daraufhin in den ständigen Besitz Brasiliens über. 1983 sollte der Pokal, nachdem er bereits 1966 für eine Woche verschwunden war, gestohlen werden. Die Diebe schmolzen ihn offenbar ein, sodass die Südamerikaner heute nur noch über eine Kopie verfügen. Es war Pelés letzte Teilnahme. Die Bundesrepublik wurde nach einem Sieg über Uruguay dritter, Gerd Müller mit sage und schreibe zehn Treffern Torschützenkönig.

1974, BR Deutschland: Fußballfieber und Müller-Drehung

Auch im Finale 1974 vor rund 80.000 Zuschauern in München gehörte Gerd Müller zu den Protagonisten. Nach einer strammen Hereingabe von Rainer Bonhof drehte sich der Stürmer in der 43. Minute blitzschnell und unnachahmlich um die eigene Achse und erzielte das entscheidende 2:1 gegen die Dauerrivalen aus den Niederlanden mit Legende Johan Cruyff -  Deutschland packte das Fußball-Fieber. Es war das vierte Mal das die Gastgeber-Nation das Turnier gewinnen konnte.

Seit 1974 wird um den neuen Fifa-WM-Pokal gespielt. Und es gab noch eine Premiere. Die Rote Karte hatte zwar bereits 1970 Einzug in das Regelwerk gefunden, doch es dauerte vier Jahre, ehe der erste Akteur die Matchstrafe bekam: Carlos Caszely, chilenischer Nationalspieler, foulte Berti Vogts in der Vorrunde brutal und musste den Platz vorzeitig verlassen.

1978, Argentinien: Schmach von Cordoba

Auch bei der Weltmeisterschaft in Argentinien standen die Niederlande im Endspiel. Und sie sollten wieder am Gastgeber scheitern. Mario Kempes (105.), Top-Torjäger des Turniers, und Daniel Bertoni (115.) erzielten in der Verlängerung die Titel-Tore. Bemerkenswert: Es war das erste Endspiel nach dem Zweiten Weltkrieg, ohne deutsche oder brasilianische Beteiligung.

In Argentinien herrschte 1978 eine Militärdiktatur, weshalb es in der Bundesrepublik im Vorfeld Überlegungen gab, die Endrunde zu boykottieren. Die Helmut-Schön-Elf trat dann doch an, verpasste jedoch in der Zwischenrunde nach der sogenannten „Schmach von Cordoba" gegen Österreich sowohl das große als auch das kleine Finale.

1982, Spanien: Nichtangriffspakt von Gijón

Vier Jahre nach der „Schmach von Cordoba" trafen die Bundesrepublik und Österreich in Spanien in der Vorrunde wieder aufeinander. Die DFB-Elf, die als amtierender Europameister die Reise gen Mittelmeer angetreten hatte, benötigte einen Sieg zum Weiterkommen. Österreich hingegen durfte nicht mit mehr als zwei Toren Unterschied verlieren. Das frühe 1:0 der Deutschen bedeutete also für beide Teams den Einzug in die zweite Runde. Diese Gewissheit machte sich auch auf dem Rasen von Gijón bemerkbar: Die Kontrahenten schoben sich, sehr zur Empörung der Fans, den Ball in den eigenen Reihen hin und her, ohne ernsthaft zu attackieren, sodass es bei der Win-Win-Situation blieb.

Seit dem „Nichtangriffspakt von Gijón" werden die beiden letzten Gruppenspiele in großen Turnieren zeitgleich ausgetragen. Deutschland erreichte das Endspiel, musste sich aber mit einem klaren 1:3 gegen Italien geschlagen geben. Es war der dritte Titel für die „Squadra Azzurra".

1986, Mexiko: Die Hand Gottes

Eigentlich sollte die Endrunde 1986 in Kolumbien stattfinden. Die Fifa erhöhte das Teilnehmerfeld jedoch von 16 auf 24 Mannschaften, was die Südamerikaner dazu veranlasste, als Gastgeber abzusagen. Mexiko sprang ein und war damit das erste Land, das zum zweiten Mal eine Weltmeisterschaft austrug. Im Finale schlugen die favorisierten Argentinier Deutschland knapp 3:2 (1:0).

Es war das Turnier des kleinen Diego Maradona, der vor allem im Viertelfinale gegen England für Aufsehen sorgte, als er zunächst mit der Hand - der Hand Gottes - das 1:0 erzielte und später nach einem Alleingang über 60 Meter das 2:0 besorgte. Dieser Treffer sollte Anfang des neuen Jahrtausends zum Jahrhundertor gewählt werden.

1990, Italien: Ein italienischer Sommer

Eine Neuauflage des Endspiels von 1986 gab es 1990 in Italien. Die Bundesrepublik um Teamchef Franz Beckenbauer und Kapitän Lothar Matthäus hatte die Chance, sich für die Pleite im Aztekenstadion vier Jahre zuvor gegen Argentinien zu revanchieren. Guido Buchwald ließ Maradona keine Luft zum Atmen. So war Andreas Brehmes perfekt verwandelter Elfmeter kurz vor Schluss der einzige Treffer der Partie.

Jeder kennt die Aufnahmen vom einsam und im Gedanken verloren über den Rasen schlendernden Beckenbauer. Den letzten deutschen Titel hatte er noch als Spieler gewonnen. 1990 gab es erstmals ein offizielles Lied zur Weltmeisterschaft: „Un'estate italiana" (Ein italiensicher Sommer) von Gianna Nannini und Edoardo Bennato sorgt auch heute noch für Gänsehaut.

1994, USA: Zuschauermagnet

Weder davor noch danach strömten so viele Fans in die Stadien: Im Schnitt sahen 68.991 Zuschauer die Spiele der 15. Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten. Das Finale wurde zum ersten Mal im Elfmeterschießen entschieden, nachdem es nach 120 Minuten immer noch 0:0 gestanden hatte. Der italienische Leistungs- und Zöpfchenträger Roberto Baggio schoss über das Tor - Brasilien war nach 24 Jahren wieder König des Weltfußballs.

Negativschlagzeilen machte auch ein anderer Star. Diego Maradona wurde vor dem letzten Gruppenspiel seiner Argentinier positiv auf Doping getestet und kurzerhand aus dem Wettbewerb verbannt. Auf eine andere Art positiv war der einzige Treffer Kameruns bei der 1:6-Niederlage gegen Russland in der Gruppenphase. Den erzielte nämlich Roger Milla mit 42 Jahren, womit er der älteste Torschütze der Weltmeisterschafts-Geschichte ist. Das wiedervereinigte Deutschland von Trainier Berti Vogts schied im Viertelfinale gegen Bulgarien aus (1:2).

1998, Frankreich: Die weiße Katze

Zur Endrunde in Frankreich durften zum ersten Mal 32 Nationen antreten. Für Deutschland war auch in diesem Turnier nach einem 0:3 gegen Kroatien im Viertelfinale Endstation.

Die Équipe Tricolore, allen voran Zinédine Zidane, zeigte im Finale gegen Brasilien eine grandiose Leistung. Der Weltfußballer desselben Jahres traf beim 3:0 zweimal per Kopf und stellte so Ronaldo, Rivaldo und Co. in den Schatten. Es war der erste WM-Triumph der Franzosen.

2002 - Japan und Südkorea: Der Titan lässt den Ball fallen

Obwohl sie sich getrennt beworben hatten, richteten Japan und Südkorea als erste asiatische Länder die Weltmeisterschaft 2002 gemeinsam aus. Sein Debüt gab auch Miroslav Klose, der bekanntlich amtierender Rekordtorschütze des Turniers ist. Er steuerte fünf Treffer - alle per Kopf, drei beim 8:0-Kantersieg über Saudi-Arabien - zum Erreichen des Endspiels bei. Das verlor die Rudi-Völler-Truppe jedoch 0:2 gegen Brasilien.

Als besonders bitter ist das 0:1 in Erinnerung geblieben: Oliver Kahn, der sowohl zum besten Torwart als auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, konnte einen Rivaldo-Schuss nicht festhalten, sodass Torschützenkönig Ronaldo keine Probleme hatte, einzunetzen. Frankreich, amtierender Welt- und Europameister, schied ohne eigenes Tor in der Vorrunde aus. Seither ist der Weltmeister nicht mehr automatisch für das nächste Turnier qualifiziert.

2006, Deutschland: Ein Sommermärchen

Die Organisation war makellos, Grönemeyer sang „Zeit, dass sich was dreht" und bei bestem Wetter versammelten sich Tausende zum Public Viewing - ein wahrhaftes Sommermärchen. 2006, als die Welt zu Gast bei Freunden war, zog eine riesige Euphorie-Welle durch Deutschland. Und das nicht nur weil die neuformierte Klinsmann-Elf erfrischenden Offensivfußball darbot.

Die Gruppenphase schloss die DFB-Elf ohne Punktverlust ab, auf das 2:0 über Schweden im Achtelfinale folgte ein nervenaufreibendes Viertelfinale gegen Argentinien. Lehmanns Spickzettel und coole Elfmeterschützen ließen das ganze Land hoffen. Doch im Halbfinale stieß man auf Angstgegner Italien. Beim Revue-passieren-Lassen von Grossos Treffer in der Verlängerung bleibt auch heute kaum ein deutsches Auge trocken.

Tröstlich ist vielleicht, dass die DFB-Elf gegen den späteren Turniersieger ausschied. Im Finale bezwang die „Squadra Azzurra“ die Franzosen um Weltstar Zinédine Zidane im Elfmeterschießen. Für Zizou war es die letzte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft, er beendete nach dem Turnier seine Karriere. Sein Abgang von der Fußballbühne war jedoch einer Legende nicht würdig. Auf Provokationen von Marco Materazzi reagierte der Spielmacher mit einer Kopfnuss. Äußerst schade, denn zuvor hatte er noch einen Strafstoß rotzfrech und auf „Panenka-Art" gegen Buffon zum Ausgleich unter die Latte gehoben.

2010, Südafrika: Wiege des Getrötes

Bei der ersten Weltmeisterschaft auf dem Schwarzen Kontinent gaben die Vuvuzelas den Ton an - im wahrsten Sinne des Wortes. Unermüdlich tröteten die Fans in das Instrument, sodass von sonstigen Emotionen im Stadion kaum noch etwas mitzubekommen war. Es war daher wohl eher Galgenhumor, als sich der sonst so ernste Günter Netzer über die Geräuschkulisse kaputtlachte.

Fußballerisch hatte die Weltmeisterschaft in Südafrika natürlich auch etwas zu bieten. Besonders die Deutsche Mannschaft machte mit starken Auftritten auf sich aufmerksam. So nahm das homogene Team von Joachim Löw zunächst England im Achtelfinale (4:1) dann Maradonas Argentinien im Viertelfinale (4:0) förmlich auseinander, ehe im Halbfinale wieder gegen den späteren Champion - dieses Mal Spanien - Schluss war. In Johannesburg war es Andrés Iniesta, der in der Verlängerung das einzige Tor des Abends erzielte und somit seinem Land den ersten Weltmeisterschaftstitel bescherte. Die DFB-Elf bezwang Uruguay und wurde wieder dritter.

2014, Brasilien: Er macht ihn
 

Dass der Staat eine Weltmeisterschaft finanzierte, es gleichzeitig vor allem im Bildungs- und Gesundheitswesen an allen Ecken an Geld mangelte, war vielen Brasilianern ein Dorn in Auge, sodass die fünfte Endrunde in Südamerika von Protesten begleitet wurde.

Davon ließ sich die Löw-Elf offensichtlich nicht beeindrucken. Nach knappen Ergebnissen im Achtel- und Viertelfinale gegen Algerien (2:1 n. V.) und Frankreich (1:0) gab es ein spektakuläres 7:1 gegen Gastgeber Brasilien im Halbfinale. Im Endspiel hieß der Gegner nach 1986 und 1990 zum dritten Mal Argentinien. Gegen Messi und Co. entwickelte sich von Beginn an ein recht ausgeglichenes Spiel, folgerichtig stand es nach 90 Minuten 0:0.

In der 113. Minute kam dann der große Auftritt von Mario Götze, den Joachim Löw vorher mit der Aufforderung „Zeig‘ der Welt, dass du besser bist als Messi“ eingewechselt hatte. Nach einer Flanke von André Schürrle war der kleine Götze im Strafraum frei, nahm den Ball elegant mit der Brust an und verwandelte fast zeitgleich mit Tom Bartels Rufen („Mach' ihn! Mach' ihn!") Volley an Schlussmann Sergio Romero vorbei - seither schmücken das deutsche Trikot vier Sterne.

 

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