Zwischen Frust und Vorfreude

Von: Franz Sistemich
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Spielt: Jaromir Zachrich. Hat gespielt: Ilja Wiederschein. Hat noch nicht gespielt: Stefan Hübner. Foto: Sistemich

Düren. Der Geschäftsführer überlegt nicht lange: „Nein, ich bin mit dem Saisonverlauf bisher nicht zufrieden”, stellt Rüdiger Hein zum Abschluss des Jahres nüchtern fest.

Unabhängig vom Ausgang der Bundesliga-Partie gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen am Abend hat sich Hein den Saisonverlauf anders vorgestellt: „Diesen Tabellenstand habe ich nicht erwartet. Wir haben in der Bundesliga unter unseren Möglichkeiten gespielt.”

Vor dem heutigen Anpfiff rangierte der Dritte der vergangenen Saison auf Rang 7 mit sechs Pluspunkten Rückstand auf den vierten Platz. Die aktuelle Situation ist erklärbar: „Wenn du glaubst, dass das Verletzungspech dich besonders gebeutelt hat, dann merkst du: Es kommt noch schlimmer.” Zuletzt musste Fabian Kohl, der Libero operiert werden.

Makulatur

Evivos Gedankenspiele von vor der Saison mussten schnell zu den Akten gelegt werden. Zweidrittel der erhofften Stammformation sind Ende des Jahres Makulatur. Stefan Hübner hat wegen seiner Knieprobleme noch kein Spiel bestritten.

Das Experiment mit Mannschaftskapitän Christian Dünnes als Außenangreifer und Michael Olieman auf der Position des Diagonalangreifers brach Trainer Sven Anton nach wenigen Spielen ab. Und als Dünnes wegen Knieproblemen geschont wurde, musste Olieman beim Pokalaus gegen Friedrichshafen wegen Wadenproblemen passen. Ilja Wiederschein beendete kurzfristig seine Karriere aus privaten Gründen. Das neuformierte Team stellte sich neu auf.

Nicht ganz zufrieden ist Hein auch mit der Zuschauerresonanz: Die Spiele unterhalb der Woche kosten Evivo besseren Besuch. Das Wetter spielt auch eine Rolle. Und so kamen beim Pokalaus gegen den VfB Friedrichshafen nicht so viele Fans wie vor einem Jahr.

Der Geschäftsführer verfällt aber nicht in Pessimismus, er schaut zuversichtlich nach vorne: „Wir werden uns steigern im neuen Jahr.” Die verletzten Spieler kommen zurück. „Und mit dem Australier Matthew Young und dem Polen Kamil Kasprczak haben wir nach den Abgängen von Wiederschein und Tunchev sehr gut nachlegen können”, freut sich Hein, so dass er auch sagt: „Es liegt auch wegen der Moral und des Kampfgeistes der Mannschaft noch eine schöne Bundesliga-Saison vor uns.”

Es liegt aber auch noch viel Arbeit vor Evivo. Friedrichshafen, Haching und anscheinend auch der SCC Berlin legen finanziell zu. Andere Klubs holen gegenüber Evivo auf. „Wir verharren leider auf der Stelle”, sagt Hein. Die Sponsoren halten dem sportlichen Aushängeschild Dürens zwar die Treue, die Möglichkeit aber, den Sponsorenpool von der Anzahl her zu vergrößern oder Geldgeber mit größerem Geldbeutel zusätzlich zu gewinnen, sieht Hein nicht: „Wir sind sehr froh, wenn uns unsere Fans und Sponsoren weiter so unterstützen. Aus der Region ist nichts Zusätzliches zu erwarten.”

Dabei muss Evivo einen Nachfolger für Christian Dünnes finden. Unabhängig von den Finanzen stellt sich für den Geschäftsführer aber auch die Frage: „Müssen wir vielleicht unsere Entscheidung, auf erfahrene Spieler zu setzen, überdenken?” Junge Volleyballer sind im Vergleich zu Routiniers möglicherweise weniger verletzungsanfällig. Also könnte der Dünnes-Nachfolger auch ein aufstrebender Angreifer sein.
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