„Wir haben den Kopf verloren”

Von: Franz Sistemich
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Knapp am großen Schlag gescheitert: Dürens Mittelblocker Renzo Verschuren (in der Luft) verpasst hauchdünn den Pokalsieg. Foto: Andreas Steindl

Halle. Es hat nicht sollen sein: Evivo Düren hat das Pokalfinale von Halle verloren. 3:2 gewann Titelverteidiger Generali Haching am Sonntag vor 10200 Zuschauern im Gerry-Weber-Stadion. Die Sätze: 21:25, 23:25, 25:14, 25:14, 15:10.

Nach der 2:0-Führung der Rheinländer drehte der Titelverteidiger auf. Düren verlor auch sein viertes Pokalendspiel.

Und so herrschte allenthalben Frust im Lager der Rheinländer: „Wir haben nach dem zweiten Satz den Kopf verloren. Und ich weiß nicht, warum uns das passiert ist”, ärgerte sich Evivos niederländischer Mittelblocker Renzo Verschuren. Sein Trainer Sven Anton fasste seinen Frust in den Worten zusammen: „Wir sind es selbst schuld. Wir haben Generali Haching nach der 18:12-Führung im zweiten Satz wieder aufgebaut, haben danach nicht mehr gekämpft.”

Aber der Reihe nach: Dürens Kapitän Jan Umlauft ballte die Faust, brüllte seine Freude heraus. Der Jubel war berechtigt: Mit dem 25. Punkt brachte er Satz 1 unter Dach und Fach. Nervös hatten beide Teams begonnen. Die Dürener fingen sich als erste, gingen in Front, ließen sich auch durch die 18:17-Führung des Titelverteidigers nicht aus der Ruhe bringen: 25:21. Im zweiten Abschnitt avancierte der Spielführer wieder zum Mann für die wichtigsten Punkte: Umlauft machte die beiden letzten Zähler zum 25:23.

Doch mit der 18:12-Führung im zweiten Satz begann auch Evivos Dilemma. Düren leistete sich Fehler, Haching punktete. Es stand 19:19. Die Rheinländer gewannen zwar noch den zweiten Abschnitt, Haching bekam aber Oberwasser. Und nutzte diese Überlegenheit in den folgenden Sätzen aus, auch weil Generalis Coach Mihai Paduretu Außenangreifer Sebastian Schwarz einwechselte.

Dürens Kapitän Umlauft bekannte denn auch selbstkritisch: „Es tut mir leid, dass ich nicht zu meiner Form gefunden habe.” Haching hatte sich speziell auf ihn eingeschossen mit den Aufschlägen. Doch weil Evivos Annahme generell schwächelte, kam der Gegner immer mehr in Fahrt. Die Sätze 3 und 4 gewannen die Oberbayern jeweils 25:14.

Der Tiebreak musste die Entscheidung bringen - wie in den beiden Meisterschaftspartien, die die Dürener in eben diesem finalen Satz für sich entschieden hatten. „Aber es ist doch ein Unterschied, wie du in diesen letzten Satz gehst”, fasste Christian Dünnes die verschiedenen Ausgangssituationen beider Teams zusammen.

Haching befand sich psychologisch im Vorteil. Zwar verwandelten die 1500 Evivo-Fans das Gerry-Weber-Stadion endgültig in ein Tollhaus, aber die Unterstützung half nicht. Düren machte nicht die entscheidenden Punkte, Haching profitierte von den Fehlern und zog vorentscheidend davon. Das Finale endete auch entsprechend: Ein Dürener Angriff landete im Aus.

„Es ist schon grandios, nach einem 0:2-Rückstand wiederzukommen”, bejubelte der Ex-Dürener Max Günthör die gelungene Titelverteidigung. Dürens Coach Sven Anton zollte dem Titelverteidiger Respekt: „Haching hat nie aufgehört, an sich zu glauben.” Und Christian Dünnes forderte: „Wir dürfen keinen Knick bekommen. Schließlich wollen wir in der Bundesliga Platz 3 halten, wir wollen schließlich ins Halbfinale.”
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