Wechselbad der Gefühle mündet im Jubelsturm

Von: Jörg Abels und Franz Sistemich
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Jubel bei den Evivo-Fans: Im voll besetzten Clubheim des Dürener TV verfolgten rund 100 Anhänger gespannt vor der Videoleinwand jede Aktion der Volleyballer im 650 Kilometer entfernten Bestensee. Foto: Abels

Düren. Das zweite Play-off-Viertelfinale zwischen den Volleyballern von Evivo Düren und den Netzhoppers Königs Wusterhausen - für die Fans wurde der Krimi Mittwochabend zu einem Wechselbad der Gefühle.

480 Zuschauer verfolgten die Partie in der Landkost-Arena in Bestensee, der Heimat der Netzhoppers, darunter 30 Anhänger aus Düren, die sich von der 650 Kilometer langen Anreise in den Spreewald nahe Berlins nicht hatten abschrecken lassen.

Stefan Kriebs und Arno Bergs vom Fanclub-Moskitos gaben alles, um sich mit ihren Trommeln gegen die Übermacht der einheimischen Anhänger im Brandenburger Hexenkessel Gehör zu verschaffen. Derweil fieberten rund 100 Evivo-Fans vor der Großleinwand im Clubhaus des Dürener TV mit der Clubführung dem Halbfinaleinzug „ihrer” Jungs entgegen. An ein drittes Spiel dachte vor dem ersten Ballwechsel niemand; nur „Netzhoppers”-Coach Mirko Culic. Als der vor laufender TV-Kamera vom Entscheidungsspiel am Samstag in Düren sprach, rief „Ober-Moskito” Helli Schmitz nur „Nicht mit uns”. Sollte er recht behalten?

Evivo fing dort an, wo es am Samstag aufgehört hatten. Der Niederländer Michael Olieman, aber vor allem Christian Dünnes machten zur Freude der Fans im ersten Satz schnell den Sack zu. „Toll, wie beide mit dem Kopf angreifen”, freute sich Evivo-Fan Hannelore Kraft, während Willi Zimmermann schon den zweiten 3:0-Sieg kommen sah. Doch nicht nur er wurde eines Besseren belehrt. Während Evivo-Physiotherapeutin Antje Zehbe in Bestensee noch versuchte, bei Olieman einen blockierten Rückenwirbel zu lösen, mussten die Fans in Düren mit zum Teil versteinerter Miene nicht nur mit ansehen, wie die Netzhoppers stärker wurden, sondern auch wie Zuspieler Sebastian Kühner beim Stand von 18:19 im 2. Satz mit dem Versuch scheiterte, den KW-Block zu überlisten. Die Netzhoppers zogen davon. Der Satz war futsch: „Da sieht man, wie wichtig ein vergebener Punkt sein kann”, bedauerte Hauptsponsor Erirch Peterhoff in Bestensee.

Aber schon im 3. Satz konnten er und die übrigen Anhänger wieder jubeln. Immer wieder sprangen sie auch im DTV-Clubheim auf, ballten die Faust - ganz so als könnten die Spieler die Unterstützung aus der Heimat spüren. Als Isaak und Kühner mit einem Doppelblock die 2:1-Satzführung besiegelten, stand das DTV-Heim kopf. Doch die kollektive Hoffnung auf einen 3:1-Sieg wurde von kollektivem Leiden in Durchgang 4 abgelöst.

Evivo führte, lag zurück, glich zum 23:23 aus, um dann den Satz noch abzugeben. Frust, Enttäuschung: „Das war nicht nötig”: Helli Schmitz war mit den Nerven am Ende. Sollte Culic etwa recht behalten? Das Zittern ging weiter: Große Aufregung als Dürens ansonsten ruhiger Co-Trainer Keith Hansen beim Stand von 5:4 für Evivo derart protestierte, dass er die gelbe Karte sah, die KW den Ausgleich brachte. 5:5, 10:10 - auch in der adrenalinhaltigen Luft des DTV-Clubheims lagen die Nerven blank. 14:13 für Düren - Matchball - Sieg: Der Jubel kannte keine Grenzen mehr.
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