Volleyballer auf der Suche nach dem vorweihnachtlichen Retter

Von: rom
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Nachdenkliche Gesichter: Bastian Heckert (von links), Geschäftsführer der „Ladies in Black“, PTSV-Vorsitzender Dr. Frank Schidlowski und Sportdirektor Reinhard Strauch. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf 265.000 Euro bezifferten die Verantwortlichen der „Ladies in Black“ Aachen kurz nach Saisonbeginn der Volleyball-Bundesliga die Lücke im Etat und riefen unter dem Motto „Klenkes hoch“ eine Hilfsaktion ins Leben, um die Saison zu Ende spielen zu können.

Bis Anfang Dezember sollte die Entscheidung fallen, ob die aktuelle Spielzeit überhaupt noch regulär beendet werden kann, oder ob die Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet werden muss. „Bislang wurden rund 20.000 Euro von den Fans gespendet“, räumt Bastian Heckert, Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH ein, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt erst zehn Prozent der benötigten Summe zusammengekommen sind.

Die Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten hoffen allerdings darauf, dass sich kurzfristig auch noch einige größere Geldgeber finden, die das finanzielle Überleben ermöglichen. Hinter den Kulissen dürften intensive Verhandlungen im Gange sein. „Wir suchen weiterhin Unternehmen, die die ‚Ladies in Black‘ unterstützen, um den Volleyballstandort Aachen zu erhalten“, sagt Heckert, kann aber noch keinen Vollzug vermelden: „Es wurden bereits einige positive Gespräche geführt, wobei zum aktuellen Zeitpunkt hierzu noch nichts Genaueres gesagt werden kann. Natürlich hoffen wir darauf, dass noch weitere Unternehmen ein Herz für die ,Ladies‘ zeigen, um den Sport und das positive Image für die Stadt Aachen zu erhalten.“

Konkreter werden will Heckert nicht, wer als potenzieller Retter in Frage kommen könnte, da noch keine verbindlichen Zusagen vorliegen. Die Ziele dieser Gespräche sind kurz- und langfristig zugleich: „Unser Augenmerk liegt vorrangig auf dem Verbleib in der ersten Liga. Dazu muss eine gemeinsame Lösung des Vereins mit der Stadt Aachen und der Volleyball-Bundesliga (VBL) gefunden werden, um weiterhin attraktiven erstklassigen Volleyball in Aachen präsentieren zu können“, sagt der Geschäftsführer der „Ladies“. „Sollte dies nicht der Fall sein, muss man sich auch mit dem Thema Zweite Liga auseinandersetzten.“ Das Thema „Zweite Liga“ wird allerdings überhaupt nur eines sein können, wenn die Mannschaft nicht während der laufenden Spielzeit zurückgezogen wird, damit überhaupt eine Lizenz für die Zweite Liga erteilt wird.

So heißt es für Heckert und seine Mitstreiter, bei allem zeitlichen Druck auch die mittelfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren. „Ziel unserer Gespräche ist es natürlich auch, über eine längere Zusammenarbeit und Unterstützung zu reden, damit man die kommende Saison und die darauf folgende besser planen kann.“

Das Zeitfenster bis Anfang Dezember hatten sich Geschäftsführung und Vorstand der „Ladies“ ursprünglich selbst gesteckt, um im Falle des Scheiterns des Rettungsprojekts den Spielerinnen die Chance zu geben, sich in der Wintertransfer-Periode (bis zum 2. Januar) einen neuen Verein suchen zu können.

Die naheliegende Vermutung, dass der schwache Auftritt der Mannschaft gegen Hamburg bereits ein Ergebnis des steigenden Drucks ist, will Heckert nicht teilen: „Man kann die finanzielle Lage nicht unbedingt auf die sportliche Leistung der Mannschaft übertragen. Allerdings stecke ich auch nicht in den Köpfen der Spielerinnen, um diese Frage richtig beantworten zu können. Fakt ist, dass wir bisher alle Gehälter pünktlich bezahlt haben und versuchen, die wirtschaftliche Situation von der Mannschaft fernzuhalten.“ Und vielleicht taucht ja wirklich noch der vorweihnachtliche Retter am Horizont auf.

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