Aachen - Volleyball: Alemannia muss den Umzug nach Düren fürchten

Volleyball: Alemannia muss den Umzug nach Düren fürchten

Von: Thorsten Karbach
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Zu flach: Die Sporthalle an der Neuköllner Straße ist 7,20 Meter hoch. Der Deutsche Volleyball-Verband verlangt aber neun Meter Deckenhöhe. Bislang wird mit einer Ausnahmegenehmigung gespielt.

Aachen. Alemannias Volleyballerinnen sind erstklassig. Ihre Bedingungen sind es nicht. Ihre Heimspiele in der Sporthalle der Berufskollegs an der Neuköllner Straße tragen sie nur mit einer Sondergenehmigung aus. Und die will der Deutsche Volleyball-Verband nicht mehr länger ausstellen.

„Im letzten Lizenzierungsverfahren wurde uns mitgeteilt, dass alle Bundesligaspielstätten in zwei, drei Jahren die Vorgaben erfüllen müssen”, bestätigt Alemannia-Sportdirektor Reinhard Strauch. Gemeint ist vor allem, dass die Hallenhöhen dann auch in Aachen und Suhl die Vorgaben erfüllen. Neun Meter muss eine Bundesliga-Volleyballhalle hoch sein. Die an der Neuköllner Straße misst aber nur 7,20 Meter.

Nun droht der Deutsche Volleyball-Verband. Pressesprecherin Viola Knospe sagt: „Wir haben ein paar Jahre Ausnahmen erteilt. Aber in anderen Städten ist seitdem etwas passiert, dort sind neue Hallen gebaut worden. Man kann sich in Aachen nicht mehr hinstellen, warten, und es passiert nichts. Dann muss man die Konsequenzen tragen.”

Konsequenz wäre zwar kein Zwangsabstieg, aber eben ein Umzug der Alemannia-Volleyballerinnen - beispielsweise nach Düren, denn die Kreis-Arena, in der die Männer von Evivo Düren in der Volleyball-Bundesliga aufschlagen, erfüllt die Höhen- und alle anderen Anforderungen. „Man muss sich in Aachen um eine Lösung bemühen, sonst muss man eben ausweichen”, sagt Knospe.

Reinhard Strauch weiß das, und der Gedanke macht ihm Angst. „Wenn Alemannia aus Aachen weg müsste, wäre das fatal”, sagt er. Doch die Suche nach einer Lösung des Höhenproblems läuft schon länger vergebens. „Eine eigene Halle selbst zu finanzieren, ist absolut nicht denkbar”, erklärt der Sportdirektor. Und es gibt eben keine Neun-Meter-Halle im Stadtgebiet. Während in Wiesbaden und Hamburg - und das sind nur zwei Beispiele - die Kommunen neue Hallen finanzieren, gibt es von der Stadt Aachen bislang keine Signale, die Bagger vorfahren zu lassen, damit in Aachen weiter erstklassig gepritscht und geschmettert werden kann. „Wir müssen und werden das Gespräch aber wieder suchen”, sagt Strauch.

Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärte am Dienstag, dass er die Hoffnung habe, dass es nicht mehr allzu lange dauere, eine neue Halle in Aachen zu bauen. „Wir können nicht wegen der Alemannia-Volleyballerinnen das Projekt angehen. Aber wenn wir eine neue Halle in Angriff nehmen, dann muss sie das Höhenproblem der Volleyballerinnen in einem lösen”, erklärt er. Sein Blick richtet sich dabei zur Hochschule. „Das Entwicklungspotenzial des Hochschulsports ist spannend, da gibt es einen hohen Bedarf.”Aber konkrete Pläne liegen nicht vor.

Philipp kann nur sagen: „Ich glaube nicht, dass die Alemanninnen in Düren spielen müssen. Unser Interesse ist groß, dass sie in Aachen bleiben.” Doch der Volleyball-Verband verlangt mehr. „Die Auskunft eines Bürgermeisters reicht uns nicht. Wir brauchen rechtsverbindliche Aussagen über den Bau einer neuen Halle, um nochmal eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen”, sagt Sprecherin Knospe. Und damit blüht den Alemanninnen zunächst einmal der Umzug.

„Wir haben gegenüber den anderen Vereinen Standortnachteile”, sagt Strauch entsprechend. Die neuen Hallen in Hamburg und Wiesbaden, aber auch in Schwerin und Dresden geben den Vereinen dort in mehrfacher Hinsicht neuen Spielraum. Moderne VIP-Zonen bieten zusätzliche Einnahmequellen. Die Alemannia muss weiter auf die fanatische Begeisterung ihrer Fans setzen. „Die Halle an der Neuköllner Straße ist eine schöne Halle, die Stimmung ist super, aber sie ist eben keine neue Halle, sondern eine Schulturnhalle”, erklärt Strauch.

Und es gibt noch mehr Probleme, mit denen sich die Alemanninnen bislang abfinden müssen. Während die anderen Bundesligisten zweimal pro Tag in ihrer (neuen) Wettkampfhalle trainieren, müssen sie sich vormittags auf das Zusammenspiel mit Schulen verlassen, die ihnen ihre Sporthallen stundenweise öffnen. Auch darüber werde Strauch mit der Stadt sprechen. „Alemannias Volleyballerinnen werden sehr positiv wahrgenommen. Wir sind sicher ein Aushängeschild der Stadt und hoffen - auch wenn die Stadt nicht auf Rosen gebettet ist - auf Hilfe.”
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