Trikotwechsel: Oskar Klingner verlässt die Powervolleys

Von: Guido Jansen
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Mit der SVG Lüneburg besucht am Samstag ein unmittelbarer Konkurrent die Arena Kreis Düren. Foto: Guido Jansen

Düren. Seltsame Situation für den Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren: Am vergangenen Mittwoch war Mittelblocker Oskar Klingner noch in Dürener Diensten mit dabei beim Europapokal-Aus im italienischen Perugia. Wenn am Samstag (19.30 Uhr) Anpfiff des mit Spannung erwarteten Heimspiels gegen die SVG Lüneburg ist, dann ist Klingner auch dabei – allerdings im Trikot des Gegners.

Der Mittelblocker ist nicht in einer Nacht- und Nebelaktion zum Gegner übergelaufen. „Lüneburg hatte bei uns angefragt, ob wir uns vorstellen können, einen Blocker abzugeben“, erklärte Geschäftsführer Rüdiger Hein. Die Verantwortlichen konnten. Denn die Powervolleys haben zu viele Blocker. Das liegt an der großen Verletztenmisere zu Jahresbeginn.

Vor dem ersten Saisonspiel erlitt Klingner einen Knochenbruch im Fuß. Der Niederländer Michael Parkinson war nach einer Operation im Sommer noch nicht einsatzfähig. Und Düren hatte sieben Wochen vor der Brust mit Spielen alle drei bis vier Tage. Eine zu hohe Belastung für die zwei übriggebliebenen Blocker Jaromir Zachrich und Rudy Verhoeff. Also wurde Bas van Bemmelen verpflichtet.

Seit Anfang des Jahres ist Parkinson wieder fit, Klingner könnte jetzt auch spielen. Allerdings hat er in Sachen Praxis den größten Rückstand. „Oskar muss jetzt spielen“, sagt Dürens Trainer Anton Brams. „Bei uns wird er diese Praxis aber nicht kriegen.“ Nicht, weil Klingner das Niveau nicht hat, sondern weil die Zeit zum Einspielen nicht mehr da ist.

Denn jetzt jagt ein wichtiges Spiel das nächste. So wie das heutige gegen Lüneburg, den ärgsten Konkurrenten im Rennen um Platz vier. Der Gast hat Düren von Platz vier verdrängt, weil die Lüneburger ein Spiel mehr absolviert haben. Gewinnen die Powervolleys 3:0 oder 3:1, dann tauschen die Teams die Plätze wieder.

Jetzt mag man sich berechtigt fragen, warum ein Spieler ausgerechnet in einer solchen Situation von einem Konkurrenten zum anderen wechselt. Die Antwort liegt im Transferrecht der Liga. Die Wechselfrist endet am Sonntag.

Also musste der Wechsel vom Ligabüro am letzten Arbeitstag im Monat bestätigt werden, also am Freitag. Lüneburg hat Bedarf, weil die Niedersachsen nur noch zwei gesunde Spieler für den Mittelblock haben. „Dass beide Mannschaften ausgerechnet gegeneinander spielen, ist sicher ungewöhnlich“, sagte Dürens Gesellschafter Erich Peterhoff. „Aber es muss so laufen.“

Oskar Klingner selbst hat sich für den Wechsel entschieden. „Die ganze Sache ist von allen Seiten sehr sauber und fair gelaufen“, sagte der Spieler, der erklärte, dass es eine Absprache mit Düren gebe, nach der Saison über einen Folgevertrag zu sprechen.

Um für einen solchen infrage zu kommen, muss Klingner spielen. Das kann er in Lüneburg. Am Samstag aber vermutlich nicht. Gäste-Trainer Stefan Hübner kündigte an, Klingner nicht aus taktischen Gründen einzusetzen, sondern nur dann, wenn sich andere Spieler verletzen.

Auch ohne den Klingner-Wechsel erwartet die Zuschauer am Samstag ein packendes Duell. „Lüneburg ist eine sehr kompakte, gut eingespielte Mannschaft“, sagte Brams. „Wir wollen gewinnen und uns damit die Chance erhalten, den vierten Platz aus eigener Kraft zu erreichen.“

Beide Teams spielen stark in der Abwehr. Lange Ballwechsel und spektakuläre Rettungsaktionen sind zu erwarten in einer richtungsweisenden Partie. Obwohl die Powervolleys die jüngsten beiden Spiele verloren haben, ist das Selbstvertrauen groß. „Wir haben im Europapokal zweimal 1:3 gegen die Ausnahmemannschaft Perugia verloren. Das ist alles andere als eine Schande“, sagte Brams.

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