Düren - Stefan Falter: „Unsere Spieler sind total coole Typen“

Stefan Falter: „Unsere Spieler sind total coole Typen“

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„Ich sehe keine Fußstapfen“: Stefan Falter geht mit viel Selbstvertrauen in seine neue Rolle als Cheftrainer in der Volleyball Bundesliga. Foto: Kinkel
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Der Trainer und sein Kapitän: Stefan Falter (rechts) arbeitet schon seit drei Jahren mit Jaromir Zachrich, bisher als Co-Trainer, jetzt als Cheftrainer. Foto: Jansen

Düren. Drei Jahre hat Stefan Falter als Co-Trainer bei den SWD powervolleys gearbeitet. Michael Mücke, Anton Brams und Tommi Tiilikainen profitierten von den Fähigkeiten des 52-jährigen Volleyball-Experten. Jetzt ist er der neue Trainer des Erstligisten. Die SWD powervolleys gaben ihm einen Vertrag für die beiden kommenden Jahre. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Sandra Kinkel spricht Falter über die Stärken seiner Mannschaft, seine Philosophie als Trainer und die Saisonziele.

Wie fühlen Sie sich so kurz vor Saisonbeginn – können Sie noch gut schlafen?

Stefan Falter: Absolut. Ich bin im Augenblick sehr ausgeglichen. Alles ist gut. Und ich bekomme auch noch unglaublich viel Energie von meinen Spielern.

Inwiefern?

Falter: Sie sind beim Training immer sehr früh da und bleiben anschließend länger. Das gibt einem als Trainer einfach ein gutes Gefühl.

Was sind die Stärken Ihrer Mannschaft?

Falter: Die Stärken meines Teams sehe ich vor allem im Abwehrverhalten. Die Mannschaft hat einen enormen Willen und eine große Bereitschaft, dafür zu sorgen, dass der Ball nicht den Boden berührt. Zudem hat das Team eine große emotionale Ruhe. Unsere Spieler sind wirklich total coole Typen. Das ist beeindruckend.

Und die Schwächen?

Falter: Die behalte ich für mich.

Es gibt einige neue Spieler. War es schwierig, das Team zu gestalten?

Falter: Wir arbeiten in dieser Saison mit einem Mentaltrainer, der uns auch schon beim Prozess der Teambildung begleitet hat. Wir haben versucht, die einzelnen Persönlichkeiten der Spieler herauszuarbeiten, und damit meine ich die emotionalen Persönlichkeiten. Wir müssen zum Beispiel wissen, welche Spieler eine Führungsrolle übernehmen und Verantwortung tragen wollen und für welche Spieler das eher eine Belastung ist, weil sie eher klare Anweisungen brauchen. Der Mentaltrainer wird uns die komplette Saison begleiten. Ich erhoffe mir viel davon.

Einige Spieler sind erst spät nach Düren gekommen, weil sie noch mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs waren. Der Kanadier Blair Bann war erst zehn Tage vor dem ersten Spiel in Düren. Ist das ein Problem?

Falter: Ich sehe das nicht als Problem. Im Gegenteil: Ich empfinde es als große Auszeichnung, Nationalspieler trainieren zu dürfen. Sicher brauchen die Spieler, die von Einsätzen mit der Nationalmannschaft zurückkommen, eine gewisse Zeit, um sich mental aufzurichten. Die bekommen sie auch. Körperlich sind die überhaupt nicht so erschöpft, wie man sich das vielleicht vorstellt.

Wie arbeiten Sie als Trainer?

Falter: Ich möchte meinen Stil als eigenverantwortlich und fordernd beschreiben. Ich gebe ungern strikte Handlungsweisen vor, sondern gebe den Spielern die Möglichkeit, Dinge selbst zu entscheiden. Auf der anderen Seite fordere ich aber natürlich auch Leistung und Effektivität ein.

Was macht überhaupt für Sie den Reiz am Volleyball aus?

Falter: Ich komme aus Schmidt in der Eifel, da gab es früher eine Volleyballmannschaft für Kinder und Jugendliche. Da habe ich mitgemacht, und das war sicher der Grundstein für meine Liebe zu diesem Sport. Ich mag generell alle Rückschlagspiele, also Ballsportarten, bei denen eine Mannschaft versucht, den Gegner bei Annahme oder Rückgabe zu Fehlern zu zwingen. Das finde ich unglaublich spannend. Außerdem gefällt mir, dass Volleyball so ein schnelles Spiel ist. Hinzu kommt, dass ich überhaupt keine Neigung zu Ausdauersport habe. Ich habe allergrößte Hochachtung vor Ausdauersportlern, selbst aber keine Freude an körperlicher Erschöpfung.

Düren startet in der kommenden Saison im CEV-Pokal…

Falter: Und das ist für uns eine riesige Ehre. Es ist für die Mannschaft ein großes Privileg, international spielen zu können. Darüber freuen wir uns sehr. Und es ist wirklich toll, dass die Vereinsspitze diesen finanziellen Kraftakt gemeistert hat, und uns die Teilnahme am CEV-Pokal ermöglicht.

Erster Gegner in der neuen Saison ist der amtierende Deutsche Meister. Ist das gut oder schlecht?

Falter: Gut. Auch die Berliner haben Nationalspieler, die erst später zur Mannschaft gekommen sind. Auch beim amtierenden Deutschen Meister müssen Automatismen erst eingespielt werden, muss eine Feinabstimmung erfolgen. Und vielleicht ist all das beim ersten Saisonspiel noch nicht ganz passiert.

Was sind die Saisonziele?

Falter: Dass wir das, was wir uns im Training erarbeitet haben, beim Spiel umsetzen können.

Und was heißt das in Zahlen?

Falter: Das kann ich erst sagen, wenn ich unsere Gegner habe spielen sehen.

Wie groß sind die Fußstapfen, in die Sie getreten sind?

Falter: Wissen Sie, ich habe mit 18 Jahren meine erste Senioren-Volleyballmannschaft als Trainer übernommen, und seitdem schon bei verschiedenen Teams gearbeitet. Wenn Düren meine erste Stelle als Trainer wäre, gäbe es Fußstapfen. Aber jetzt sehe ich keine.

Warum haben Sie sich auf die Stelle als Chefcoach beworben?

Falter: Ich habe drei verschiedene Trainer kennengelernt. Bei Tommi Tiilikainen habe ich mich wirklich als Teil des Teams gefühlt und hatte die Gelegenheit, mich einzubringen. Er hat mich komplett in die Arbeit eingebunden. Wir hatten eine sehr kollegiale Zusammenarbeit. Ich hätte mit viel Freude mit Tiilikainen weitergemacht. Als der nach Japan gegangen ist, habe ich überlegt, dass ich nicht unbedingt schon wieder mit einem neuen Trainer zusammenarbeiten wollte und habe mich beworben. Das passte zu den Interessen des Vereins, den Rest kennen Sie.

Als Co-Trainer haben Sie den Eindruck vermittelt, gerne der Mann in der zweiten Reihe zu sein, jetzt sind Sie der Chef. Ist Ihnen diese Umstellung schwer gefallen?

Falter: Absolut nicht. Als Co-Trainer war ich nicht der erste Mann. Das ist für mich eine Frage von Loyalität, mich dann auch entsprechend zu verhalten. Ich habe eine Rolle erfüllt. Ich habe aber keine Probleme damit, Entscheidungen zu treffen, Menschen zu führen. Das tue ich als Cheftrainer. Jetzt kann ich so sein, wie ich bin.

Sie sind von Beruf Bauingenieur und haben lange Zeit beides parallel gemacht, also Trainer und Bauingenieur.

Falter: Stimmt, aber das geht auf Dauer nicht, weil man keiner Sache wirklich gerecht werden kann. Volleyball ist nun mal einfach meine Leidenschaft. Da hängt mein Herz dran.

Was sind Sie für ein Mensch – beschreiben Sie sich einmal mit drei Worten!

Falter: Ehrenhaft, dominant und neugierig.

Haben Sie Hobbys?

Falter: Ja, ich interessiere mich sehr für die Eifel und gutes Essen. Ich koche leidenschaftlich gerne.

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