Spaßmacher wollen Powervolleys Reise vermiesen

Von: Franz Sistemich
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Wollen beim Neuling TSV Herrsching mit konzentrierter Leistung und mannschaftlicher Geschlossenheit den dritten Saisonsieg einfahren: die Spieler der Powervolleys aus Düren. Foto: jan

Düren. Ihr erstes Auswärtsspiel haben die Dürener Powervolleys gewonnen. Und das bei keinem geringeren Team als dem VfB Friedrichshafen. Am Dienstag steht das zweite Auswärtsspiel an. Von der Papierform stellt die Begegnung bei Aufsteiger TSV Herrsching die bei weitem leichtere Aufgabe dar als die Partie am Bodensee.

Doch Dürens Coach Michael Mücke warnt nach dem Überraschungscoup, dem ersten Sieg bei den „Häflern“ überhaupt, vor dem Gastspiel am Ammersee: „Es gebietet immer der Respekt vor dem Gegner, dass man immer konzentriert und keinesfalls überheblich – auch bei einem Aufsteiger – auftritt.“

Dieser Neuling ist ein absolut unbeschriebenes Blatt in Deutschlands höchster Volleyball-Spielklasse. Nach fünf Aufstiegen in Folge gehört der TSV zum elitären Kreis der besten Teams der Republik. Der sportliche Erfolg hat dabei die so genannten strukturellen Gegebenheiten überholt.

Um in der Bundesliga professionell mithalten zu können, haben die Bayern aus der Nähe von München – die Hauptstadt des Freistaates liegt knapp 40 Kilometer entfernt – das Personal im Marketing- und PR-Bereich aufgestockt. In einer neuen Geschäftsstelle soll das Tagesgeschäft besser abgewickelt werden. Die Spielstätte Nikolaushalle hat den Charakter einer Arena erhalten, in der 1000 Zuschauer die Spieler des „Geilsten Clubs der Welt“ frenetisch anfeuern.

So nennen sich die Herrschinger selbst: „Geilster Club der Welt“. Für Dürens Trainer Michael Mücke ein Schachzug, um einen Spaßfaktor zu suggerieren: „Das ist eine gute Art, um sich vor Niederlagen zu schützen: ‚Was machen uns schon Niederlagen aus, wir haben einfach Spaß‘.“ So soll der Gegner eingelullt werden von einem Team, dem Mücke attestiert: „Die Mannschaft stellt zwar keinen erfahrenen Bundesligisten dar, aber der TSV hat sehr erfahrene Spieler in seinen Reihen.“

Beispielsweise zwei Volleyballer, die mit Generali Haching in der Champions League spielten: Libero Sebastian Prüsener und Mittelblocker Roy Friedrich gehören wahrlich nicht zu den schlechtesten Spielern ihrer Sportart. Und mit dem Australier Luke Smith, seines Zeichens 24-jähriger Außenangreifer, steht immerhin ein Nationalspieler vom fünften Kontinent im Kader des Neulings.

Spielmacher des GCDW TSV Herrsching ist ein gebürtiger Dürener. Tobias Neumann spielte zwar meistens für den Moerser SC, aber er trug vor mehreren Jahren auch mal das Dürener Trikot.

„Diese Volleyballer“, sagt deshalb Dürens Coach, „haben schon eine interessante Vergangenheit, so dass die Partie am Ammersee kein Selbstläufer wird.“

Am gestrigen Montag sind die Rheinländer ohne Dennis Barthel Richtung Süden gefahren. Der junge Annahmespieler und Außenangreifer, der einer der Garanten des Sieges beim VfB Friedrichshafen war, musste bereits im Heimspiel gegen den CV Mitteldeutschland passen. Beim Abschlusstraining hatte der Kreisdürener Botschafter des Sports bei einer Blockaktion einen Schlag auf die Finger bekommen. Ein Finger kugelte sich aus. Eine leichte Knochenabsplitterung diagnostizierten die Ärzte, die den Finger ruhigstellten. Zwei Wochen muss Barthel nun pausieren.

Sonderschichten absolviert

Folglich traten elf Spieler die Fahrt an den Ammersee an. Ihnen wird der Trainer mit auf den Weg auf das Spielfeld geben: „Wenn wir da gewinnen wollen, müssen wir schon zu 100 Prozent motiviert sein und konzentriert agieren. Wir müssen aber auch Geduld aufbringen. Das wird das Wichtigste sein.“

Die Neulinge, ist auf ihrer Internetseite zu lesen, haben in der vergangenen Woche Sonderschichten absolviert. Ihren Gegner Düren sehen sie in der Favoritenrolle: „Wir brauchen schon einen Ausreißer nach oben und Düren müsste die Konzentration verlieren, dann wäre was möglich“ sagt ihre Trainer Max Hauser.

Für sein Pendant auf Dürener Seite passt die Aussage ins Konzept: „In Unterlegenheit machen, um den Gegner in Sicherheit zu wiegen“, sagt Mücke und lacht.

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