Friedrichshafen/Düren - Powervolleys unterliegen 0:3, bekommen aber Lob vom Gegner

Powervolleys unterliegen 0:3, bekommen aber Lob vom Gegner

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Stark: Dürens kanadischer Spielmacher Jay Blankenau (l.) überzeugte in Friedrichshafen. Foto: Jansen

Friedrichshafen/Düren. Das Hinspiel hatte der Volleyball-Bundesligist SWD Powervolleys Düren mit 3:0 gewonnen. Das Rückspiel auswärts gegen den VfB Friedrichshafen endete jetzt 0:3. Das Erstaunliche: Obwohl die nackten Zahlen komplett dagegen sprechen, hat die Mannschaft von Trainer Tommi Tiilikainen bewiesen, dass sie sich seit der ersten Begegnung weiterentwickelt hat.

Um das zu verstehen, hilft ein Blick auf die Satzergebnisse. 20:25, 23:25, 24:26 lauteten die aus Dürener Sicht. Zum Verständnis trägt ebenfalls bei, dass der VfB seit der Niederlage in Düren nur noch gewonnen hat. In den Sätzen zwei und drei hatten die Volleyballer vom Bodensee das Glück, am Ende genau eine Aktion besser zu sein. „Düren war heute nicht die schlechtere Mannschaft“, fasste VfB-Trainer Vital Heynen die Partie zusammen.

In Satz eins stimmte das nur bedingt. Zwar führte Düren schnell 6:1, weil Angreifer Rudy Verhoeff die Friedrichshafener mit einer neuen Aufschlagtechnik verwirrte und die Powervolleys die daraus resultierenden Chancen nutzten. Danach kam aber das Spiel zustande, das zu erwarten war. Düren fehlte die Wucht im Angriff. „Power hitter“ heißen die Spieler auf der Position Außenangriff in den USA. Düren musste auf seine Experten für Power verzichten.

Der Biss fehlt im Angriff

Ossi Rumpunen fällt nach seiner Knie-Operation länger aus, Romans Sauss – der bisher erfolgreichste Dürener Punktesammler – muss wegen muskulärer Probleme pausieren. Übrig blieben mit Tomi Rumpunen und Dennis Barthel die zwei Spieler, die für einen sicheren Spielaufbau stehen und dafür sorgen, dass andere im Angriff glänzen können. Düren fehlte im Angriff ein wenig der Biss, der VfB nutzte das aus und drehte Satz eins.

Die folgenden zwei Durchgänge waren dann der Beweis für den Dürener Fortschritt. Die Powervolleys besannen sich auf ihre Stärke, statt damit zu hadern, das sie geschwächt waren. Spielmacher Jay Blankenau schoss die Bälle noch schneller in Richtung seiner Angreifer – Düren ist hier ohnehin schon das schnellste Team der Liga –, der zu erwartende Anstieg der Fehlerquote blieb aus, vor allem Verhoeff punktete viel häufiger als es Friedrichshafen lieb sein konnte. Düren gewann die meisten spektakulären Ballwechsel, räumte in der Abwehr Stühle, Bandenwerbung und auch einmal den Linienrichter ab.

Höhepunkt war der Punkt zum 14:11 für Düren im 2. Satz, bei dem Tiilikainens Spieler fünfmal fast unmögliche Bälle ausgraben konnte, bevor der VfB den sechsten Angriffsversuch ins Aus setze. Nicht zum letzten Mal an diesem Abend ernteten die Gäste Szenenapplaus. „Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team. Wir haben hier einen großen Kampf abgeliefert“, sagte Tiilikainen. Gleichwohl ärgerte sich der Finne. Denn sein Team hatte trotz großer Verletzungssorgen – auch Nationalspieler Tim Broshog war angeschlagen und kam nur zu Kurzeinsätzen – die Chance, den VfB zu schlagen. Am Ende von Satz zwei und drei fehlte jeweils ein Ball. Eine unpräzise Annahme beim 23:24 kostete Düren Satz zwei.

Genau wie am Ende von Durchgang drei. Düren war zurückgekommen, nachdem es 7:12 hinten gelegen hatte, glich zum 22:22 aus, weil es in Serie lange Ballwechsel gewinnen konnte. Beim 24:25 sorgte der VfB mit starkem Aufschlag wieder für Dürener Ladehemmung und nutzte die Chance im Gegenangriff eiskalt. „Jetzt kommen zwei wichtige Heimspiele“, blickte Tiilikainen auf die Aufgaben gegen Rottenburg und Solingen. „Egal, wer bei uns auf dem Feld steht – wir sind bereit für die Show.“

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