Düren - Powervolleys: Schon seit zehn Jahren Dürens Botschafter in Europa

Powervolleys: Schon seit zehn Jahren Dürens Botschafter in Europa

Von: Franz Sistemich
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Zurück auf der internationalen Bühne: Marvin Prolingheuer (Mitte) und seine Mitspieler starten im Dezember im Europapokal. Foto: Jansen
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Mit Schirmherr Wolfgang Spelthahn (3.v.l.) freuen sich die SWD powervolleys Düren auf ihr zehntes Jahr im Europapokal. Foto: Sistemich

Düren. Das erste Europapokalspiel liegt gut 17 Jahre zurück. Zwei Niederlagen kassierten die Dürener im CEV-Pokal. Innsbruck erwies sich beim 3:2, 3:1 als zu stark. Doch mit diesen beiden Niederlagen begann eine Zeit der Triumphe und Tragödien, eine Zeit der Tränen, der Freude und der Trauer auf europäischer Ebene bei den Volleyballern von der Rur.

Und gerade in einer Zeit, in der so manche Politiker und Bürger die Europäische Union sehr kritisch sehen, freuen sich Spieler, Trainer und Verantwortliche der SWD Powervolleys auf ihre Jubiläumssaison auf europäischer Ebene.

Die zehnte Saison steht an. Und Goswin Caro, der sportliche Leiter, sagt: „Wir freuen uns, Stadt und Kreis und unsere Region in Europa repräsentieren zu dürfen.“ Landrat Wolfgang Spelthahn, Schirmherr der Dürener Europapokal-Teilnahme, bezeichnet Dürens Volleyballer als „Glückfall für die Stadt und den Kreis. Sie sind ein kostenfreies Marketing für die Region.“ Auch auf einem anderen Feld setzt der Landrat auf die sportlichen Botschafter. „In Zeiten, in denen Abschottung und Intoleranz auf dem Vormarsch sind, ist der Sport eine internationale Sprache, die alle verstehen.“

In den bisher neun Spielzeiten sind die Dürener in zwölf Länder des Kontinents gereist: Sie gaben ihre sportliche Visitenkarte in Polen und Österreich, in Spanien und Frankreich, in Tschechien und Portugal, in Rumänien und Belgien, in Italien, Russland, Bosnien-Herzegowina und Montenegro ab. Sie schmetterten in der Champions League, sie wehrten Angriffsbälle im CEV-Pokal ab und schlugen im Challenge-Cup auf.

Sie überraschten Favoriten – Teams mit großem Namen und noch mehr Geld in der Vereinskasse. Sisley Treviso beispielsweise. In der Spielzeit 2005/2006 durfte sich der deutsche Vizemeister von der Rur mit dem italienischen Spitzenteam, mit den Hotvolleys aus Wien und Noliko Maaseik (Belgien) sowie dem französischen Vertreter Cannes in der Champions League messen. Drei der neun Partien gewannen die Dürener, fünf verloren sie auf dem Feld und eines wegen eines Aufstellungsfehlers. Dürens vielleicht erfolgreichste Saison in der Bundesliga-Geschichte lieferte Stoff für so manchen Artikel.

Beispielsweise über die beiden Treviso-Spiele.

Als krasser Außenseiter waren Heriberto Quero, Tim Elsner, Till Lieber, Sven Anton und Kollegen in den Norden Italiens gereist. Doch mit ihren Aufschlägen, den Angriffen und selbst mit dem Block dominierten sie das Starensemble lange. Folge: Erst im Tiebreak setzte sich Italiens Meister durch. Und kassierte im Rückspiel eine Niederlage. Nach einem wahren Krimi entschieden die Mannen von Trainer Bernd Werscheck das letzte Gruppenspiel für sich, obwohl die Situation gegen die Dürener sprach.

Die zierten das Tabellenende, mussten gegen den Primus in der Bonner Hardtberghalle antreten. Bei der Festlegung der Partien hatten die Verantwortlichen übersehen, dass die Arena Kreis Düren schon besetzt war. Düren agierte mit Wut im Bauch, hatte der italienische Trainer doch im Spiel zuvor gegen Wien seine besten Spieler geschont, den Österreichern zum Sieg verholfen.

Diagonalangreifer Quero lief zu Hochform auf, war kaum zu bremsen. Und auch deshalb siegten die Rheinländer 3:2. Es blieb aber beim letzten Platz, weil a) der Verband während des laufenden Wettbewerbes eine Änderung der Bestimmungen vorgenommen hatte, von der Wien profitierte und die Düren benachteiligte, und weil b) die Partie gegen Cannes wegen eines Dürener Wechselfehlers zu Gunsten der Franzosen kippte.

Sei’s drum: Dürens Volleyballer vertraten die Farben des Kreises und der Stadt und vor allem des Klubs in allen Partien würdig: ob beim russischen Meister Belgorod, beim polnischen Spitzenteam Rzeszow oder auch gegen Perugia aus Italien. In der Saison 15/16 spielten die SWD Powervolleys zum vorläufig letzten Mal auf europäischer Ebene. Im CEV-Pokal besiegten sie Lyon in der ersten Runde, Budweis im Achtelfinale, ehe im Viertelfinale Perugia die Endstation war.

Nun startet Düren den zehnten Anlauf. In der ersten K.o.-Runde des CEV-Pokals kommt der Gegner entweder aus Belgien, Frankreich oder Albanien. Sollte Düren sie überstehen, stehen Reisen nach Rumänien oder die Türkei an. Die Heimspiele finden ab 19 Uhr statt, erster Termin ist der 5./6./7. Dezember.

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