Powervolleys nach 0:3 unter Zugzwang

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
14376622.jpg
Zu selten: Dürens Marvin Prolingheuer (links) und Michael Andrei stellen einen geschlossenen Block gegen den VfB Friedrichshafen. Foto: Guido Jansen

Friedrichshafen/Düren. In der Mitte des zweiten Satzes fing der Hallensprecher des VfB Friedrichshafen an, Karten für das Finale zu verlosen. Das kann man als überheblich betrachten. Denn die Halbfinal-Serie in der Volleyball-Bundesliga zwischen Friedrichshafen und den SWD Powervolleys Düren hatte gerade erst begonnen.

Aber am Bodensee wissen sie, wie man souveräne Arroganz an den Tag legt. Und es lief von Anfang an so, dass der VfB nie in Gefahr geriet, sondern mit einer stabilen Leistung Sieg Nummer eins einfuhr von zweien, die notwendig sind, um das Finale zu erreichen.

Mit 21:25, 19:25, 21:25 hat Düren verloren und steht jetzt unter Zugzwang. Am Ostersamstag ab 19.30 Uhr müssen Trainer Tommi Tiilikainen und seine Spieler gewinnen, wenn sie das Aus im Halbfinale abwenden und ein Entscheidungsspiel erzwingen wollen. „Wir hatten heute gegen starke Friedrichshafener viele Probleme. Aber wir haben alles, was wir brauchen, um sie zu schlagen. Das werden wir am Samstag zeigen“, sagte Tiilikainen, der keinen Zweifel daran ließ, dass die Serie nicht mit einem zweiten Sieg in Folge für den VfB endet.

Der Grund für die Niederlage ist genau der, der schon immer zu diagnostizieren war, wenn Düren am Bodensee verloren hat: Friedrichshafen war im Aufschlag zu gut, Dürens Spielaufbau geriet deswegen zu sehr ins Stocken. Der VfB erreicht das mit seinem neuen Trainer Vital Heynen auf einem anderen Weg als in der Ära Stelian Moculescu, in der Friedrichshafen zum Rekordmeister wurde. Statt eines Gewitters an knallharten Aufschlägen setzt Heynen auf taktisches präzises Service. Und damit hat Heynens Team Düren genau da getroffen, wo es weh tut.

Die Powervolleys sind in der Liga mittlerweile gefürchtet für ihr ungewöhnlich schnelles Angriffsspiel. Und das nahmen die Friedrichshafener ihren Gästen am Sonntagnachmittag weg. Zu oft aus Tiilikainens Sicht liefen die Ballwechsel so ab: starker Aufschlag VfB, schwankender Spielaufbau Düren, der einen weniger druckvollen Angriff zur Folge hatte, Abwehr VfB, Punkt VfB. Problem Nummer zwei für Düren: Sie fanden nie ein Mittel gegen den tschechischen Angreifer Michal Finger. „Wir müssen einen Weg finden, um ihn zu stoppen. Ich muss da einen besseren Job machen“, erklärte der Powervolleys-Trainer.

Zugute halten muss man Düren, dass sie ihrerseits nicht schlecht aufschlugen, allerdings reichte das nicht, um den Tabellenführer aus seiner Komfortzone zu schießen. Von den langen Ballwechseln mit vielen Abwehraktionen gab es zu wenige, mit denen sich die Volleyballer von der Rur in dieser Saison schon so oft in Partien hatten hineinkämpfen können.

Was die Powervolleys erreicht haben: Sie konnten mit viel Kampf verhindern, vom Rekordmeister aus der Halle geschossen zu werden. In Satz drei kam Düren sogar nach einem 13:19-Rückstand noch einmal auf 20:22 zurück und hatte die Chance auf das 21:22. Der Moment, den Favoriten zu erwischen, schien da zu sein. Der Angriff endete jedoch im starken Friedrichshafener Block.

Die Konzentration gilt jetzt dem Rückspiel. Anlass zur Sorge gibt es aus Dürener Sicht keine: Auch im Viertelfinale gegen Lüneburg hatten die Powervolleys auswärts glatt 0:3 verloren, um dann zu Hause zu gewinnen. Und die Tatsache, dass die Arena Kreis Düren der einzige Ort ist, an dem Friedrichshafen in dieser Saison bisher nicht gewinnen konnte, bleibt ebenfalls bestehen. Zumindest bis Ostersamstag. „Wenn es uns gelingt, die Annahme besser nach vorne zu schieben, dann wird das ein ganz anderes Spiel“, sagte Kapitän Jaromir Zachrich. Das muss es werden, denn sonst ist der Traum vom Finale ausgeträumt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert