Powervolleys: Harter Kampf mit gutem Ausgang

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Brachte sein Team in Herrsching auf die Siegerstraße: Dürens Kapitän Jaromir Zachrich (links). Foto: Guido Jansen

Herrsching/Düren. Einen Satz lang wurden die SWD Powervolleys Düren in der Volleyball-Bundesliga auswärts an die Wand gespielt. Einen Satz haben die Dürener beim TSV Herrsching nach über zehn Minuten Verlängerung unglücklich mit 32:34 verloren. Die restlichen drei Sätze aber gingen auf das Konto der Powervolleys.

Weil „Michael Andrei ein Monster ist und Jaromir Zachrich im vierten Satz einfach die Halle übernommen hat“. Das waren zwei der Gründe, die Dürens Trainer Tommi Tiilikainen für den Sieg nach zweieinhalb Stunden nannte. 32:34, 25:23, 22:25, 25:15, 16:14 lauteten die Satzergebnisse in Herrsching.

Zwei der drei Punkte gehen auf das Dürener Konto, einer bleibt in Herrsching. Und damit steht so gut wie fest, dass Tiilikainen und sein Team das erste Saisonziel erreicht haben. Zwölf Punkte liegt Düren vor dem Sechsten Herrsching. Platz sechs bedeutet die direkte Qualifikation für die Endrunde, der dürfte Düren nicht mehr zu nehmen sein.

Nur die Frische fehlt

Platz sechs war aber nicht das, wovon der Dürener Trainer beim Hallen-Interview nach dem Spiel sprach. „Wir bereiten uns auf das Finale vor“, wiederholte er seine schon oft getätigte Aussage. Sein Gegenüber Max Hauser applaudierte dazu, bezeichnete die Powervolleys als „saugeiles Team, das wahnsinnig gut verteidigt“. Trotzdem war es den Bayern fast gelungen, Düren zu schlagen, weil sie in der Lage waren, die phasenweise fehlende Frische im Dürener Spiel zu nutzen.

Die Powervolleys müssen seit dem Jahreswechsel auf drei wichtige Spieler verzichten: Nationalspieler Tim Broshog kann derzeit nur sehr dosiert im Mittelblock eingesetzt werden, die beiden Außenangreifer Romans Sauss und Ossi Rumpunen stehen gar nicht zur Verfügung. Das bedeutet für die verbleibenden zwei Außenangreifer Dennis Barthel und Tomi Rumpunen, dass sie durchmachen müssen, jedes Training, jedes Spiel, ohne Wechsel. Darauf können sich Gegner einschießen. Denn wenn bei Düren einer wackelt, kann er nicht ausgewechselt werden. Knickt einer ein, dann ist das Spiel meistens weg.

„Wir haben ein unglaublich großes Vertrauen in jeden Spieler“, sagte Tiilikainen nach der Partie. Denn Barthel und Rumpunen haben erneut standgehalten. Und gegen Mittelblocker Michael Andrei hat der Gegner im gesamten Spiel kein Gegenmittel gefunden.

Dürens Sieg hatte auch viel mit Kapitän Jaromir Zachrich zu tun. Der 31-Jährige brachte sein Team mit starken Aufschlägen im vierten Satz zurück, nachdem die Herrschinger in Durchgang drei fast wie im Rausch auf 19:12 davongezogen waren und trotz Dürener Aufholjagd gewinnen konnte. Dann schlug Zachrichs Stunde am Aufschlag. Er ist als einer der besten taktischen Aufschläger der Liga bekannt.

Zweimal packte er die ungewohnte Keule aus, zweimal bedeutete das einen direkten Punkt. Und mit den anderen gut platzierten Angaben hebelte er den Herrschinger Spielaufbau oft gekonnt aus. Deren Abwehrchef Ferdinand Tille, immerhin Libero der Nationalmannschaft, zuckte ratlos mit den Schultern. Zachrich hatte „die Halle übernommen“, Düren war zurück, gewann 25:15.

Trotzdem ging es im folgenden Tiebreak nicht ohne Zittern und mit starken Nerven. Düren führte 6:3, konnte den Druck aber nicht aufrechterhalten. Und als Herrsching kurze Zeit später Dank des Mutes zum Risiko 9:7 führte, war der Ausnahmezustand aus Satz drei in der Halle zurück. Zachrich verpasste der Euphorie mit einem Block zum 10:10 einen ersten Dämpfer, Düren wehrte einen Matchball ab, glich zum 14:14 aus, es folgte ein Fehler der Gastgeber und einen Ballwechsel später ein schlecht vorbereiteter Angriff.

Die Powervolleys kamen zum Gegenangriff, Rudy Verhoeff versenkte, die Gäste jubelten. „Wir haben keine optimale Vorbereitung auf dieses Spiel gehabt, es war ein harter Kampf, den wir mit toller Moral gewonnen haben“, fasste Tiilikainen zusammen. Es folgt ein spielfreies Wochenende, deswegen gab der Trainer seinen Spielern ein paar freie Tage, in der Hoffnung, dass sich danach wenigsten Broshog und Sauss zurückmelden.

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