Powervolleys gewinnen erstes Play-off gegen Lüneburg

Von: Guido Jansen
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Schwerstarbeit in der Annahme der Lüneburger Aufschläge: Dürens Tomi Rumpunen. Foto: Jansen

Düren. Für alle Gegner der geplanten Reform der Volleyball-Bundesliga war dieser Sonntagabend in der Arena Kreis Düren eine Bestätigung. Wenn die Liga tatsächlich, wie geplant, das Viertelfinale abschafft, wird es solch episch anmutende Duelle wie das zwischen den SWD Powervolleys Düren und der SVG Lüneburg nicht mehr geben.

Fast zweieinhalb Stunden prügelten sich die Teams die Bälle um die Ohren, Düren kam nach 0:2-Rückstand zurück und hatte am Ende im Tiebreak Glück. „Das Glück haben wir uns auch erarbeitet“, sagte Spielmacher Jay Blankenau. 20:25, 21:25, 25:19, 25:15, 15:13 lauteten die Satzergebnisse.

Der Unterschied in Satz eins war der erste Ballkontakt, also Aufschlag und Annahme – da, wo Dürens Trainer Tommi Tiilikainen den Lüneburgern dringend den Schneid abkaufen wollte. Das gelang nicht. Bis zur Satzmitte servierte Düren vor 1800 Zuschauern fehlerhaft und folglich mit wenig Druck. Lüneburg dagegen traf den Dürener Spielaufbau von Anfang an da, wo es weh tat. Viel zu selten landete der Ball nach der Annahme der Lüneburger Aufschläge präzise vorne in den Händen von Blankenau. Statt schnell geschossener Bälle musste er hoch auf seine Angreifer auflegen. Langsam und kontinuierlich bauten die Norddeutschen den Vorsprung aus.

Das zeigte Wirkung bis in den zweiten Satz. Zum 3:6 ließ eine verunsicherte Dürener Mannschaft einen einfachen Ball ins Feld tropfen – frei nach dem Motto: Nimm du ihn, ich hab‘ ihn sicher. Düren weckte sich aus dieser Lethargie selbst auf: Ein Ass von Blankenau, zwei krachende Blockpunkte von Tim Broshog – und die Powervolleys waren wieder da. Allerdings bedeutete das nicht, dass die Probleme weg waren.

Lüneburg blieb das stabilere Team, leistete sich in Aufschlag und Annahme weniger Fehler. Ein toller Gegenangriff von Romans Sauss aus dem Hinterfeld brachte Düren zurück zum 18:18. Im Finale des Satzes war es dann wieder Sauss, der aus schwieriger Position im Angriff zweimal das Feld nicht traf. Ein Block zum 25:21 bedeutete das 2:0 nach Sätzen für die Gäste – und einen Stimmungsdämpfer für Düren.

Tiilikainen reagierte in Satz drei, nahm Sauss und Broshog raus, brachte neben Tomi auch den zweiten Rumpunen-Bruder Ossi sowie Kapitän Jaromir Zachrich. Und Zachrich tat das, was er schon so oft getan hatte: Er gab seinem Team einen Impuls. „Jaro schiebt uns immer mit so viel Energie an. Das kannst du nicht mit Geld bezahlen“, sagte Blankenau. Zachrichs Aufschläge waren es, mit denen Düren von 10:9 auf 15:11 vorlegte.

Zum 16:11 wehrte er einen Angriff ab und brüllte mit breiter Brust, als sein Mittelblocker-Kollege Michael Andrei den Punkt für Düren schmetterte. Es brauchte noch einen Ball, um die Powervolleys in Satz drei auf die Gewinnerstraße zu bringen. Eine Minute lang wechselten sich Angriffe und Abwehraktionen ab, bevor Rudy Verhoeff den wichtigsten Punkt des Durchgangs sicherte. Lüneburg ließ reißen, nach einem Andrei-Block führte Düren 21:14 und fuhr den Satz ein.

Jetzt war Düren nicht mehr zu bremsen, das Team schlug besser auf, blockte mehr, griff besser an. Der Gast bekam zunächst kein Bein mehr auf die Erde, lieferte sich im Tiebreak dann aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Düren. Am Ende hatten die Powervolleys Glück, weil das Schiedsgericht beim Matchball eine Blockberührung nicht sah. Am Mittwoch in Hamburg kann Düren das Halbfinale mit einem Sieg klarmachen.

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