Düren - Powervolleys: Augenhöhe reicht gegen den Meister nicht

Powervolleys: Augenhöhe reicht gegen den Meister nicht

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
14043603.jpg
Probleme mit dem starken Berliner Aufschlag: Tomi Rumpunen (v.r.), Romans Sauss und Blair Bann hatten alle Hände voll zu tun. Foto: Jansen

Düren. Es gibt verschiedene Lesarten für eine Volleyballpartie. Zum Beispiel die, dass das Spitzenspiel zwischen den SWD Powervolleys Düren und dem Meister Berlin Recycling Volleys zwei spektakuläre Sätze lang hielt, was es versprochen hat.

Beide Teams prügelten mit Aufschlägen und Angriffen aufeinander ein, 2000 Zuschauer in der Arena Kreis Düren hatten ihre Freude an diesem Schlagabtausch.

Es war ein intensiver, aber kurzer Spaß, der nach zwei engen und einem deutlicheren Satz mit einem 3:0-Sieg von zu Ende ging. 23:25, 23:25, 18:25 lauteten die Satzergebnisse einer Partie, nach der sich die Powervolleys von allen Plänen verabschieden können, vor den Play-offs noch weiter nach oben klettern zu können als Platz vier. Diesen Rang gilt es in den verbleibenden zwei Spielen zu verteidigen.Wenn Düren nicht auf eine Niederlage des Fünften Lüneburg hoffen will, muss es wenigstens eine Partie gewinnen.

Man kann aber auch so auf das Spitzenspiel blicken, wie Dürens Trainer Tommi Tiilikainen es tat: „Ich hatte den Eindruck, dass wir wieder ganz am Anfang stehen und alles das verlernt haben, was wir uns in den vergangenen sieben Monaten erarbeitet haben“, sagte der Finne. Denn Düren spielte nicht wie Düren, sondern passte sich dem Gegner aus Berlin an. Und das funktionierte nicht, es hatte von Anfang an keine Chance, zu funktionieren. Düren hat nun einmal keinen Außenangreifer wie Berlins 2,12-Meter-Riesen Robert Kromm, seit Jahren das Maß aller Dinge auf dieser Position. Zwar war es den Powervolleys mit starkem Aufschlagspiel gelungen, Kromm davon abzuhalten, im Angriff zu dominieren. Allerdings sammelte er alleine immer noch so viele Punkte ein wie Tomi Rumpunen und Romans Sauss auf Dürener Seite zusammen.

Letzterer, in der Vorrunde Dürens erfolgreichster Angreifer, ist nach seiner langen Verletzungspause zwar wieder fit, sucht aber noch seinen Rhythmus. Dürens Außenangreifer bescherten den Gästen mit ihren Fehlern mehr Punkte als der eigenen Mannschaft (elf zu zehn).

Statt Rumpunen und Sauss im Angriff zu oft mit Berlins turmhohen Block zu konfrontieren, hätte Spielmacher Jay Blankenau seine großen Jungs in der Mitte mehr einsetzen können. Normalerweise geht der Kanadier mit seinem zweiten Ballkontakt – dem Zuspiel – auch dann mehr Risiko ein, wenn der erste Ballkontakt – die Annahme nach dem Aufschlag des Gegners – nicht präzise war. Gegen Berlin nicht.

Und dennoch: Obwohl im zweiten Satz viel schief gelaufen war aus Dürener Sicht, hatten die Powervolleys die Chance, ihn zu gewinnen. Zwei Mal erkämpften sie sich in der entscheidenden Phase des zweiten Durchgangs die Chance zum Gegenangriff, zwei Mal landete der aber im Berliner Block. Insgesamt blockten die Gäste in diesem letztlich vorentscheidenden zweiten Satz acht Mal – unerträglich oft aus Dürener Sicht. „Dass wir trotzdem die Chance hatten zu gewinnen, zeigt, wie deutlich wir hätten gewinnen können, wenn wir das gespielt hätten, was wir können“, stellte Tiilikainen fest.

Das ist den Powervolleys jedoch nur in zwei Aspekten gelungen. Zum einen mit dem Aufschlag, der Berlins Spielaufbau oft störte. „Ich kann nicht verstehen, dass wir im Aufschlag eine so starke Vorstellung abliefern und das Spiel trotzdem verlieren“, monierte Tiilikainen, dass weder im Gegenangriff noch im Block die Quote stimmte.

Zu viel Druck

So reichte am Ende ein gut aufgelegter Hauptangreifer Marvin Prolingheuer nicht, um sein Team in den ersten zwei Durchgängen zum Satzgewinn zu tragen. In Satz drei erst recht nicht. Da fand der Ex-Dürener Sebastian Kühner wieder zu seinem starken Aufschlag. Und weil Wouter ter Maat und Graham Vigrass ohnehin die gesamte Partie über mit ihrem Service viel Druck ausübten, war ein dritter Berliner mit Wirkungstreffern im Aufschlag zu viel für Düren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert