Aachen - Personeller Geniestreich „wirkt” eineinhalb Sätze

Personeller Geniestreich „wirkt” eineinhalb Sätze

Von: Max Eckstein
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Aachens Beste in Aktion: Jana Franziska Poll. Die Wiesbadenerin Noora Lainesalo (Nummer 2) versucht zu blocken. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Da staunte Xiaoyun Yang nicht schlecht. Die Trainerin, zu ihrer aktiven Zeit mit China Olympiasiegerin und Weltmeisterin, als Coach mit Stuttgart-Feuerbach zwei Mal deutscher Meister, hatte ihr Team intensiv auf die Aachener Alemannia eingestellt.

Aber genau damit hatte Stefan Falter gerechnet und seiner Kollegin einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. „Im Vergleich zum 3:2-Sieg gegen Schwerin habe ich meine Mannschaft auch umgebaut”, berichtete die 46-Jährige. „Aber Aachen ist mit der kompletten zweiten Garnitur angetreten, die lange großartig gekämpft hat. Das alles hat uns schon überrascht, zumal meine Spielerinnen sehr müde waren und einige sich mit Blessuren herumschlugen.”

Der Trainer der „ladies in black” freute sich nach dem 1:3 (25:22, 21:25, 13:25, 20:25) sichtlich darüber, wie positiv seine Schützlinge ihn überrascht hatten. „Wir mussten nach dem Auftritt in Sinsheim ein Zeichen setzen”, offenbarte Stefan Falter den zweiten Grund für die personelle Maßnahme. „Wer die ganze Woche hart arbeitet, hat es auch verdient, vor diesen Fans zu spielen. Leider haben wir im dritten und vierten Satz viele Aufschlagfehler gemacht. Das liegt vorrangig daran, dass wir nur zwei Mal pro Woche in der großen Halle trainieren können.”

Als der Tabellenführer zum Auftakt allenfalls den Aachener Ausgleich zuließ, schien alles so zu laufen, wie man es erwarten durfte. Das personell großartig besetzte Gästeteam brachte die Alemannia beim 15:18 erstmals mit drei Punkten ins Hintertreffen. Das motivierte die überragende Jana Franziska Poll und ihre Mitstreiterinnen aber noch zusätzlich. Mit dem 22. Zähler gelang die erste Führung, die nicht mehr abgegeben wurde.

Der zweite Durchgang begann ganz anders. Außer dem 0:1 gelang dem haushohen Favoriten kein Vorsprung. Im Gegenteil ­ über 6:4 und 14:9 zog Aachen auf 17:10 weg. Dann hatte der Gast aber begriffen, was vor 800 Zuschauern ablief. Man verkürzte auf 16:17 und brachte die Alemannia nach einem 21:21 mit vier Punkten in Folge auf die Verliererstraße.

Die Geschichte des dritten Abschnitts ist schnell erzählt. Über 3:5, 5:10 und 7:16 machte der VC die Satzführung klar und ließ auch in Durchgang Nummer 4 nichts mehr anbrennen. Allerdings ließen sich die Gastgeberinnen auch von einem 1:6 nicht schocken. Beim 8:8 war alles wieder offen, woran sich bis zum 19:19 nichts änderte. Dann machte Wiesbaden drei Punkte in Folge, ließ nur noch einen Gegenzähler zu und beendete die Partie mit einem weiteren „Dreierpack”.

„Warum wir so nervös begonnen und so viele Fehler gemacht haben ­ keine Ahnung”, rätselte VC-Kapitänin Nicole Fetting. „Entscheidend ist aber, dass sich die Mannschaft rechtzeitig gefangen und den so wichtigen dritten Platz wohl gesichert hat. Damit sind wir im internationalen Geschäft, was das erklärte Ziel war und ist.”
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