Neuer Trainer der Ladies in Black sorgt für Spannung

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Energiebündel an der Seitenlinie: Marek Rojko betreut Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen in den kommenden drei Jahren. In der Slowakei wurde der 35-Jährige dreimal hintereinander zum Trainer des Jahres gewählt.
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Geht in ihre vierte Saison in Aachen: Außenangreiferin Karolina Bednarova. Foto: sport/Jereczek

Aachen. Neuer Verein, neue Strukturen, ein neuer Trainer. Bei Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen stehen die Zeichen auf Neustart. Roman Sobierajski sprach mit Marek Rojko, der die „Ladies in Black“ in den kommenden drei Jahren betreut.

Bereiten Sie sich jetzt schon auf die kommende Saison in der Bundesliga vor, oder stecken Sie noch mitten in der Arbeit für Bratislava?

Rojko: Wir beschäftigen uns aktuell noch mit dem anstehenden Saisonende, aber der Blick geht natürlich auch schon Richtung Aachen. Ich habe noch eine Vereinbarung mit dem Management und den Sponsoren von Bratislava bis Ende Juni. Aber ich stehe auch in Kontakt mit Bundesliga-Obmann Reinhard Strauch und dem Marketing-Verantwortlichen Ralph Kranzhoff, das ist kein Problem.

Auf Ihrer Internetseite werden sie als „angestellt, aber auf der Suche nach einem neuen Verein“ geführt. Das dürfte überholt sein…

Rojko: Ja. Bis Ende Juni bin ich noch bei Bratislava angestellt, ab dem 1. Juli dann in Aachen. Das ist der Stand.

Haben Sie in der Slowakei die Ereignisse der letzten Wochen und Monate verfolgt, die schließlich zum Wechsel weg von Alemannia Aachen hin zum PTSV geführt haben?

Rojko: Ich habe das schon sehr genau verfolgt. Als ich mich im Februar mit Reinhard Strauch in Halle getroffen habe…

Am Rande des Pokalfinales…

Rojko: …genau, da haben wir über den geplanten Wechsel gesprochen. Zudem habe ich im Anschluss wöchentliche Informationen erhalten. Nun ist aber alles klar, die Büros sind gewechselt, ich bin als Trainer verpflichtet, die Spielerinnen werden engagiert.

Haben Sie bereits Vorstellungen, wie der Kader in der nächsten Saison aussehen könnte?

Rojko: Ich bin über die Kandidatinnen informiert worden, habe mir Videos angesehen und meine Meinung dazu geäußert. Die Kommunikation funktioniert. Ende April bin ich auch in Aachen gewesen. Außenangreiferin Laura Weihenmaier hat noch einen gültigen Vertrag. Karolina Bednarova wird uns auch erhalten bleiben. Sie ist sehr wichtig für mich, hat mir einen Einblick in die letzten Jahre gegeben. Aus meiner Sicht ist sie Aachenerin, immerhin ist sie schon seit vier Jahren hier, hat mir viel über die Stadt und die Leute erzählt. Ich brauche Karolina zweifach: aus Volleyball-Sicht und um mein eigenes Leben hier zu starten.

Welche Neuzugänge wird es geben?

Rojko: Wir sind in engem Kontakt mit zwei niederländischen und einer slowakischen Nationalspielerin. Ich bin da sehr optimistisch.

Sie haben einen Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren. Wie sehen Ihre persönlichen Pläne aus?

Rojko: Ab Anfang Juli werde ich in Aachen sein, meine Frau und meine Kinder werden nachkommen, bevor das Schuljahr anfängt. Wir müssen eine Wohnung und eine neue Schule finden.

Sie sind mit 35 Jahren noch recht jung für einen Trainer auf diesem Niveau und waren in der Slowakei sehr erfolgreich, wurden mehrfach zum Trainer des Jahres gekürt. Was sind diese Erfolge in der Bundesliga wert? Ist der Kontext überhaupt vergleichbar?

Rojko: In der Slowakei gibt es nur zwei herausragende Vereine und eine Handvoll professioneller Trainer. Aber es gibt auch eine länderübergreifende Liga in Mitteleuropa, in der die beiden besten Klubs aus sechs Nationen starten. Dort haben wir in den letzten fünf Jahren das Finale erreicht und im Viertel- und Halbfinale die Gegner stets mit 3:0 geschlagen. Nicht immer zu deren Freude. In Deutschland will ich den nächsten Schritt machen, die nächste Herausforderung finden. Das Projekt in Aachen gleicht ein wenig dem, was ich bislang in Bratislava gemacht habe. Ich habe hier zu Anfang viele Veränderungen vorgefunden, in der Struktur und im Management, und mit jungen Spielerinnen gearbeitet, die es zu entwickeln galt. Diese längerfristige Perspektive ist ein guter Weg. Und zuletzt: Die Aachener Fans sind für mich die große Motivation.

Wie bewerten Sie das spielerische Niveau in der Bundesliga?

Rojko: Einige meiner Spielerinnen von Doprastav Bratislava haben den Sprung geschafft, Martina Vistova in Wiesbaden etwa oder in Schwerin Lucia Hatinova. Die Bundesliga hat sich in den letzten drei Spielzeiten international stark verbessert.

Ins Blaue gefragt: Wie sieht Ihr Saisonziel aus? Klassenerhalt schaffen, auf Augenhöhe mitspielen, oder vielleicht noch mehr?

Rojko: Fragen Sie nach dem Tabellenplatz? Niemand hat mir vorgeschrieben, dass ich die Play-offs erreichen oder auf dem sechsten Platz landen muss. In der Slowakei habe ich Bratislava vom achten Rang zum besten Verein entwickelt. Aber dafür sind in Aachen strukturell noch einige Schritte notwendig. Mein persönliches Ziel ist es, im ersten Jahr die Play-offs zu erreichen. Die Zuschauer sollen sehen, dass wir gute Schritte machen. Ich werde 24 Stunden am Tag dafür arbeiten, dieses Ziel zu erreichen.

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