Düren - Nach zwölf Jahren Schulden: Powervolleys trotz Sparkurs erfolgreich

Nach zwölf Jahren Schulden: Powervolleys trotz Sparkurs erfolgreich

Von: sis
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Heiß auf den Europapokal: Michael Andrei und die Fans sind international am Start. Foto: Jansen

Düren. Wenn die Spieler der SWD Powervolleys in wenigen Wochen in die Europapokal-Saison starten, dann ist die zehnte Auflage auch wieder der strikten Haushaltsführung und der Unterstützung treuer Sponsoren zu verdanken.

Denn: „Im nächsten Jahr versuchen wir, unseren Verlust komplett abgearbeitet zu haben. Wir haben 90 Prozent unserer Verbindlichkeiten aus den Champions League-Zeiten Mitte der 2000er-Jahre abgebaut“, sagt Erich Peterhoff, Gesellschafter der Volleyball-GmbH, und mit seiner Firma gepe Gebäudedienste Peterhoff GmbH einer der Hauptsponsoren des Bundesligisten.

Zur Erinnerung: Die Champions League-Zeiten führten zu einem herben Minus in der Kasse der Dürener. Während die Fußballklubs von der UEFA mit Millionen Euro bedacht wurden und werden, sind Partien auf europäischer Ebene für die Volleyballklubs ein Zuschussgeschäft. Düren beispielsweise musste die Produktionskosten für die Fernsehübertragungen der CL-Begegnungen selbst bezahlen. Diese Summen waren weder über Sponsoren noch über Eintrittsgelder zu refinanzieren.

Die Folge: Düren schleppte einen Minusbetrag von Saison zu Saison mit sich, der Abbau der Schulden gelang nicht von heute auf morgen, verlief aber kontinuierlich: „Wir haben zwölf Jahre gefightet“, sieht Goswin Caro, der sportliche Leiter, auf die 144 Monate zurück.

Großen Sport geboten

Besonders freut er sich genauso wie Erich Peterhoff und Geschäftsführer Rüdiger Hein, dass trotz des engen finanziellen Korsetts der sportliche Erfolg nicht ausgeblieben ist: „Von der Höhe unseres Etats her – unsere immerhin mittlerweile 130 Sponsoren stemmen rund 800.000 Euro – liegen wir an fünfter oder sechster Stelle in der Bundesliga“, betont Peterhoff.

Aber: „Wir spielen trotzdem regelmäßig um das Halbfinale der Meisterschaft mit und sind in der Zeit auch zweimal bis ins Pokalfinale gekommen“, fügte Caro hinzu. Oder anders formuliert: „Ohne unsere Probleme an die große Glocke zu hängen oder Insolvenz anzumelden, haben wir doch weiterhin großen Sport geboten.“

Die Verantwortlichen sind nach den Champions League-Zeiten keine finanziellen Risiken mehr angegangen. Und doch, betonen die drei Verantwortlichen, sei in den vergangenen Jahren neben den 60 Ehrenamtlichen, die an jedem Spieltag benötigt werden, mit Co-Trainer, Scouts, Teammanager, Mental- sowie Fitness-Coach und der medizinischen Abteilung eine Infrastruktur geschaffen, die für Spieler ein Anreiz sei, nach Düren zu wechseln und trotz der im Vergleich zu manch anderen Teams geringeren Gehälter den nächsten Schritt zu machen oder gegen Ende der Laufbahn weiter auf europäischer Ebene zu spielen.

Diese Spiele sind – lässt man die sportliche Qualifikation außen vor – nicht selbstverständlich: „Wir spielen nur europäisch, wenn wir diese Partien über einen zusätzlichen Etat finanziert bekommen“, erklärte Rüdiger Hein. Vor dieser Saison war das wieder der Fall: Die Dürener Stadtwerke, die Sparkasse Düren, die Firma gepe Gebäudedienste Peterhoff GmbH, die Firma Sihl, die Allianz und die Indeland GmbH sorgen bisher dafür, dass die SWD Powervolleys Stadt und Kreis erneut als sportlichen Botschafter vertreten können.

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