„Müssen Gürtel enger schnallen”

Von: Franz Sistemich
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Am Samstag soll gejubelt werden: Tim Elsner, Vladimir Rakic und Sebastian Kühner wollen Eltmann schlagen. Foto: sis

Düren. „Wir sind gut aufgestellt”, betonen Rüdiger Hein und Erich Peterhoff.

Der Geschäftsführer des Bundesligisten Evivo und der Geschäftsführer von Gepe-Gebäudedienste, seit mehreren Jahrzehnten ein Hauptsponsor der Volleyballer, haben ihr breit gefächertes Sponsoren-Tableau im Blick. Während bei anderen Erstligisten der oder die Hauptsponsoren 80 Prozent und mehr des Etats stemmen und dadurch die Abhängigkeit des Sports vom Geldgeber größer ist, sichern Peterhoff, die Firma Sihl, die Sparkasse Düren und die Stadtwerke „nur” gut 60 Prozent des Erstliga-Haushalts. „Viele Schultern tragen zum Erfolg des Dürener Erstliga-Volleyballs bei”, freut sich Rüdiger Hein. Der Sponsoren-Pool des dreifachen deutschen Vizemeisters umfasst die vier Hauptsponsoren, etwas über zehn Premium-Sponsoren und rund 60 Clubsponsoren.

Doch in Zeiten der tatsächlichen oder auch nur gefühlten Wirtschaftskrise zieren kleinere Sorgenfalten die Stirn von Hein und Peterhoff. Zwar haben die vier größten Geldgeber ihr bisheriges Engagement auch für die kommende Saison zugesagt, doch tun sich kleinere Geldgeber etwas schwerer. Und deshalb betont Erich Peterhoff die Wichtigkeit gerade dieser Sponsoren für Spitzen-Volleyball in Düren und appelliert.

So wie es heute aussieht, wird Evivos Etat für die kommende Saison unter dem Haushalt der laufenden Spielzeit liegen. Und ein mehr an Einnahmen außerhalb des Sponsoringbereiches ist kaum möglich. Denn: Zwar ist die Arena Kreis Düren eine Spielstätte, um die Evivo in der ganzen Szene bewundert wird, allerdings sind auch Nachteile mit ihr verbunden: Die Kosten eines Heimspiels fressen die Einnahmen einer normal besuchten Erstligabegegnung auf.

Nur wenn die Arena bei Partien wie gegen den VfB Friedrichshafen oder in der Play-off-Runde sehr gut gefüllt ist, bleiben Gewinne übrig. Oder: Andere Erstligisten verdienen sich mit dem Verkauf von Speisen und Getränken an die Zuschauer sowie mit dem Catering für die VIPs („Dieses ist als Netzwerk für die Sponsoren unerlässlich”, so Hein und Peterhoff) noch so manchen stattlichen Eurobetrag, Evivo kostet es Geld, da einem Cateringunternehmen die komplette Bewirtung in der Arena zusteht.

Bis Ende April wollen die Verantwortlichen die Gespräche mit den Sponsoren zum Abschluss bringen. Dann wird Evivo auch ganz konkret mit den Spielern verhandeln: „Wenn wir die genaue Höhe unseres Etat kennen, dann können wir den Spielern konkrete Angebote unterbreiten”, sagt Peterhoff, und Hein ergänzt: „Aber es ist abzusehen, dass wir den Gürtel enger schnallen werden, auch weil wir uns nach den zwei Champions-League-Zeiten weiter konsolidieren werden.”

Derweil unterbreiten andere Erst- oder Zweitligaklubs auch Evivo-Spielern Angebote. Für Trainer Sven Anton stellen diese keinen Grund zur Beunruhigung dar: „Die Spieler sollen diese Angebote ruhig genau prüfen und mit dem von Evivo vergleichen. Denn eines ist sicher: In Düren bekommt jeder Spieler sein Gehalt pünktlich.”

Für das letzte Spiel der Normalrunde am Samstag gegen die SG Eschenbacher Eltmann hat Sven Anton nur einen Wunsch: „Ich wünsche mir einen schönen Abschluss mit allem Drum und Dran.” Will heißen: Ab 19.30 Uhr sollen die Volleyballer von Evivo Düren die Zuschauer mit ihrem Spiel begeistern und einen Sieg einfahren.

Anton ist zuversichtlich, dass sein Team den Wunsch in die Tat umsetzt. Denn: „Wir sind heiß wie lange nicht mehr, werden alles geben und uns einspielen für die Play-off-Runde. Wir befinden uns auf der Zielgerade der Meisterschaft. Und werden deshalb erst recht 110 Prozent geben.”
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