„Man muss ein bisschen bekloppt sein!”

Von: Lukas Weinberger
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Rund 30 Leser waren bei der ersten Auflage von „Talk im Bus” dabei und lauschten gespannt den drei Talkgästen. Foto: Weinberger

Düren. Wollten Sie schon immer einmal wissen, was Evivo Dürens Spielführer Jaromir Zachrich in seiner Freizeit treibt? Oder welche Methoden Trainer Söhnke Hinz am liebsten anwendet? Oder wie sich der Dürener Volleyball-Bundesligist bis in die erste Liga vorkämpfte?

Über 30 Leser erfuhren es am Donnerstagabend: Bei „Talk im Bus”, der neuen Veranstaltungsreihe unserer Zeitung mit der Dürener Kreisbahn, standen Jaromir Zachrich, Söhnke Hinz und der sportliche Leiter Evivo Dürens, Goswin Caro, den Fragen unserer Redakteure Tobias Röber und Franz Sistemich Rede und Antwort. Rund zwei Stunden rollten die Leser und die drei Talkgäste in einem Gelenkbus der Dürener Kreisbahn durch Düren.

Dabei wurden wichtige Orte angefahren, die im Verlauf der Geschichte des Volleyball-Bundesligisten eine Rolle gespielt haben und spielen: Das Gymnasium am Wirteltor, wo die Erfolgsgeschichte der Volleyballer 1965 begann, die Sporthalle an den Kaufmännischen Schulen und das Burgau-Gymnasium, wo die Volleyballer lange Zeit ihre Heimspiele austrugen, die ehemalige Geschäftsstelle an der Rurstraße und die neue Heimspielstätte, die Arena Kreis Düren, das - laut Goswin Caro - „schönste Volleyballwohnzimmer in Deutschland”.

Evivos Urgestein und sportlicher Leiter Caro rollte bei „Talk im Bus” die wichtigsten Eckpfeiler der Geschichte Evivos auf. Die teils holprigen Anfänge, packende Partien und die einen oder andere kuriosen Anekdoten - Caro ist das wandelnde Vereinslexikon. So sagte er, dass das Ergebnis des letzten Satzes im Spiel der gegen Wuppertal - 25:18 für Düren - noch immer auf der Anzeigetafel in der Turnhalle des Burgau-Gymnasiums zu sehen sei. Es war das letzte Spiel Evivos in dieser Halle. Auch erinnerte er an ein Spiel Evivos, bei dem die Burgau-Halle wegen Überfüllung geschlossen wurde, viele Fans wieder die Heimreise antreten mussten und nur noch Bürgermeister Paul Larue einen Ehrenplatz bekam.

Caro ist seit der Geburtsstunde der Dürener Volleyballer mit an Bord, erlebte Erfolge und Niederlagen. Vor allem die Zeit als Düren vor einigen Jahren zu einer „Fahrstuhlmannschaft” wurde und zwischen erster und zweiter Liga fast im Jahrestakt pendelte, sei eine sehr schwierige gewesen. Warum er und die vielen Mitstreiter trotzdem nicht aufgegeben haben, Düren in Liga 1 zu etablieren? „Man muss eben ein bisschen bekloppt sein!”, antworte der sportliche Leiter augenzwinkernd.

Söhnke Hinz, seit dieser Saison neuer Trainer bei Evivo, erklärte den Lesern, worauf er im Training besonders viel Wert legt: „Athletiktraining ist wichtig, vor allen Dingen um die großen Belastungen gut wegzustecken.” Zudem habe man in den Übungen eine „Trainingsspielwertung” eingebaut. „Die Spieler nehmen das sehr ernst, kämpfen um jeden Punkt”, sagte Hinz. Auch über die anstehende Spielpause im November, das richtige Essen und vieles mehr plauderte Hinz.

Seine wichtigste Schlussfolgerung: „Es macht einen riesigen Spaß, mit den Jungs zu arbeiten!” Und auch sein Spielführer Jaromir Zachrich zeigte sich zufrieden: „Es herrscht ein ganz anderer Wind!” Schon beim ersten Saisonsieg am vergangenen Wochenende habe man gemerkt, dass das Team extrem gut zusammengewachsen sei. Darauf, nun Kapitän von Evivo zu sein, sei Zachrich „sehr stolz”. Dabei hat sein Wechsel zu Evivo im Sommer des vorigen Jahres mehrere Anläufe gebraucht, wie Goswin Caro bei „Talk im Bus” verriet: „Jaro hat mir gleich drei Jahre hintereinander einen Korb gegeben!” Zachrichs Antwort folgte prompt: „Es hat ja doch noch geklappt.”

Die drei Gäste plauderten nicht nur über den Sport, sondern gaben auch Persönliches preis. So „outete” sich Spielführer Zachrich als echter Fantasyroman-Fan, Trainer Hinz als passionierter Golfer, und Goswin Caro machte gleich mehrmals deutlich, dass doch Kölsch seine Lieblingsbiersorte sei.

Der gebürtige Mannheimer Jaromir Zachrich verriet zudem, dass er Ausflüge in die Rureifel genießt. „Ich fühle mich in Düren nach sehr kurzer Zeit schon sehr wohl”, bekundete auch Söhnke Hinz. Natürlich sei Düren keineswegs mit der Metropole Berlin, in der Hinz zuvor als Trainer arbeitete, vergleichbar, doch habe auch Düren einen ganz besonderen Charme. Im Jahr 1994 hat Hinz wohl noch anders gedacht: Damals war er als Spieler des Eimsbütteler TV in einer Zweitligapartie zu Gast in Düren. „Wir sind sechs Stunden hingefahren, haben dann richtig einen auf den Deckel bekommen und sind wieder abgereist”, resümierte der Trainer.

Höhepunkt der Premierenveranstaltung von „Talk im Bus” war sicherlich das Finale in der Arena, der Heimspielstätte Evivos. Hier erhielten die Leser Einblicke in den wohl heiligsten Raum des Teams: die Kabine. „Hier fallen auch schon mal Worte, die die Kabine nicht verlassen sollten”, gab Hinz zu. Diese würden dann meistens dazu dienen, sich „heiß zu machen” und dem Gegner mit der richtigen Einstellung gegenüber zu treten.

Und auch seine Visionen teilte Hinz den Lesern mit: „Ich träume davon, dass jeder Spieler einmal seinen eigenen Spind bekommt, in dem beispielsweise die Trainingskleidung gelagert wird.” Doch auch die aktuellen Voraussetzungen seien schon gut.

„Selbst als ,alter Moskito habe ich bei ,Talk im Bus noch sehr viel Neues über Evivo erfahren”, sagte Fanclub-Mitglied Herbert Hannes nach der Veranstaltung. Und auch Teilnehmer Florian Heller zeigte sich begeistert: „Mit so vielen tollen und weitgehenden Einblicken habe ich gar nicht gerechnet!”

Zum Abschluss kamen die Leser noch in den „Genuss”, einen Aufschlag mit rund 70 Stundenkilometern anzunehmen. Trainer und Spielführer von Evivo Düren hatten dafür die Aufschlagmaschine aufgebaut, mit der die Spieler regelmäßig trainieren. „Die hat auch ab und zu den ein oder anderen blauen Fleck verursacht”, berichtete Trainer Söhnke Hinz. Bei unseren Lesern hoffentlich nicht. Einen bleibenden Eindruck hat der Talk mit den Volleyballern und der Besuch in ihrem „Wohnzimmer” bei den meisten aber dennoch hinterlassen.
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